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US-Evangelikale haben in der Bibel einen Hinweis auf eine Autobahn gefunden, die sie und Gott nun 'säubern' wollen.

Von Dennis Klein

Skurril ist Pat Robertson schon – der Fernsehprediger, der 1988 als aussichtsreicher republikanischer Präsidentschaftskandidat neben dem "zu liberalen" George Bush Senior galt, erklärt in seiner wöchentlichen Fernsehshow "700 Club" immer wieder gerne die Welt. Mal fordert er dabei die Exekution des venezolanischen Präsidenten und Amerika-Hassers Hugo Chávez, mal beschuldigt er konkurrierende Kirchen, den "Geist des Antichristen" in sich zu tragen. Betrachtet man die Show als Satire, ist sie sehr lustig; nimmt man sie ernst, ist sie furchterregend.

Die erste heilige Autobahn

Jetzt hat Pat wieder eine Knaller-Story gelandet: In einem wie ein seriöser Nachrichten-Beitrag aufgemachten Bericht schildert sein "700 Club", warum die Autobahn I-35, die von Mexiko nach Kanada führt, reiner als rein werden soll. Das ganze steht nämlich in der Bibel, in Jesaja 35 (gleiche Zahl, Zufall??): "Und es wird dort eine Bahn (auf Englisch: "Highway", also "Autobahn", Red.) sein, die der heilige Weg heißen wird. Kein Unreiner darf ihn betreten; nur sie (die Gläubigen, Red.) werden auf ihm gehen; auch die Toren dürfen nicht darauf umherirren." Die Linie für die Turbo-Christen ist daher klar: Das Unreine nahe der Autobahn des "heiligen Weges" muss vernichtet werden. Und unrein sind den Saubermännern zufolge Abtreibungskliniken, Sex-Shops, Striptease-Lokalitäten – und natürlich Schwulenbars.

Als Kronzeuge wird in dem "700 Club"-Bericht ein junger Schwuler aus Dallas zitiert, der aussagt, er sei von christlichen Demonstranten bekehrt worden. Der 19-jährige James Stabile hatte eigenen Aussagen zufolge schon ein paar Bier in den einschlägigen Kneipen gekippt, als er von einem vor der Schwulenbar demonstrierenden Christen angesprochen und dann offenbar spontan vom heiligen Geist getroffen wurde. Er erklärt auch, wie sich ein Bekehrungserlebnis anfühlt: "Ich dachte, ich hätte LSD eingeworfen, Alter", so Stabile.

Christliche Rückzugsgefechte

"Wir bewegen Engel und Dämonen", glaubt ein Pastor dieser Autobahn-Bewegung. Und eine Organisatorin macht klar, was die Ziele der dutzenden Gemeinden sind, die sich offenbar an der Reinigungsaktion beteiligen: "Wir wollen eine heilige Nation", erklärt Cindy Jacobs. Dabei führen die Ultras unter den Christen in den USA bereits Rückzugsgefechte: Eine Mehrheit der Amerikaner spricht sich inzwischen für Eingetragene Partnerschaften aus (queer.de berichtete). Und junge US-Bürger glauben neuen Umfragen zufolge nicht mehr so bedingungslos an einen homophoben Gott wie noch ihre Väter und Mütter (queer.de berichtete). Schwule werden also noch weiter auf der I-35 entlangtuckern können, ohne vom Blitz getroffen zu werden.

Europäische Fundis müssen natürlich nicht über den großen Teich reisen, um eine passende Autobahn zu finden. Zwar gibt es in Deutschland keine A35, dafür aber unter anderem im sündigen Holland und im lustfreundlichen Frankreich. Die französische A35 ("Elsässer Autobahn") führt direkt an der deutschen Grenze über knapp 200 Kilometer von Straßburg bis in die Schweiz – ist also auch für unsere Evangelikalen leicht zu erreichen. Für die sparsamen Protestanten ein doppelter Vorteil: In Frankreich ist das Benzin billiger.

30. November 2007



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16 Kommentare

#1 stefanoAnonym
  • 30.11.2007, 11:36h
  • natürlich haben wir es hier mit einem extrem zu tun, aber an diesem beitrag kann man ganz gut sehen, wie irre christen eigentlich sein können. bei dem ganzen gerede um den islam - den ich für genauso irre und gefährlich halte - darf man das christentum nicht vergessen - "papa ratzi" beglückt uns ja oft genug mit seinen "gütigen" hassbotschaften. du gütiger hirte, du! die botschaft kann deshalb nur lauten: keine macht den religionen, gleiche menschenrechte für alle!
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#2 FredAnonym
  • 30.11.2007, 11:50h
  • auweia, die werden immer irrer:-(
    schön,dass diese keine anderen probleme haben, als sexshops, abtreibung und schwulenbars
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#3 LucjanAnonym
  • 30.11.2007, 15:45h
  • Ich frag mich ja nur.... wo dieser Highway anfängt und wo er endet ;o)

    Mexiko ist sicher die Hölle für Amerika und Canada dann der Himmel? Und ich dachte, dass die Amerikaner eher selbstverliebt sind :o)
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#4 manni2Anonym
#5 :-(Anonym
#6 RabaukeAnonym
  • 01.12.2007, 09:42h
  • ....und ich glaube, die haben alle zusammen sowas von einen an der Klatsche. Das ist schon Schädelhirntrauma "70igsten" Grades! So heftig kann man mit dem Apfel doch gar nicht an eine Wand gerannt sein?
    Ich schließe mich den anderen Kommentaren hier voll an!

    Euch ein schönes WE und coolen, 1. Advent!!!!
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#7 KonstantinEhemaliges Profil
  • 01.12.2007, 12:22h
  • Ich krieg so langsam 'nen Brechreiz, wenn ich immer wieder von diesen homophoben, hirntoten "Christen" lesen muss. Die glauben wohl, die können sich mit Berufung auf die sog. Religionsfreiheit alles rausnehmen. Aber wenn man sich verteidigt, ist man "intolerant"! Dass ich nicht lache! Was wäre denn, wenn die mal was gegen Juden oder Farbige (darf man das noch sagen?) sagen würden? Dann wäre aber der Kohl fett! Nur auf den Homos darf man ja nach wie vor rumhacken! Da wird man doch wirklich zum Menschen-Hasser! Es ist mir unbegreiflich, wie irgendwer an so eine gequirlte und verlogene Scheisse glauben kann! Einzige Erklärung: Gehirnamputiert oder volles Rohr ins Gehirn geschissen! Mann, ist mir schlecht!
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#8 FloAnonym
  • 01.12.2007, 15:22h
  • Immer wenn man denkt, es ginge nicht noch dümmer, noch ungebildeter, noch peinlicher und noch ideologisch verklärter, kommt jemand und beweist einem das Gegenteil. Und fast immer stecken sogenannte "Kirchen" dahinter, die in Wirklichkeit erfolgreich Gehirnwäsche betreiben um ganz andere Ziele zu erreichen...

    "Zwei Dinge sind grenzenlos: das Weltall und die menschliche Dummheit! Das heißt: beim Weltall bin ich mir nicht sicher..."
    (Albert Einstein)
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#9 Sunbear
  • 02.12.2007, 12:26h
  • Kraisch...da hatten wir je echt Glück nicht vom Blitz getroffen zu werden, als wir im Oktober in Dallas waren und auf der I-35 langfuhren...
    Phuuuu....
    ;-)
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#10 HolgerAnonym
  • 02.12.2007, 16:17h
  • Salut mes amis (et peut-être mes amies),

    also wenn der Himmel und das Leben nach dem Tod wirklich so wären, wie die Amis und der eklige Papst sich das vorstellen, na wo wäre dann der Unterschied zwischen Himmel und Hölle?

    Ogottogott, wo wird das alles noch hinführen, wenn niemand die "Gläubigen" aufhält? Arme Welt und scheiß auf die Evangelikalen, bäh.
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