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Brasilia (queer.de) - Die brasilianische Regierung hat angekündigt, im kommenden Jahr Kondomautomaten an zunächst 100 öffentlichen Schulen anzubringen. Damit soll die Ausbreitung von HIV bekämpft werden. Zuvor hatte das Gesundheits- und Bildungsministerium mit Unterstützung der Vereinten Nationen einen Wettbewerb in Schulen für den Bau eines Kondomautomaten ins Leben gerufen (queer.de berichtete). Gesundheitsminister José Gomes Temporão erklärte, derzeit stünden die 13- bis 24-Jährigen bei den Präventionsbemühungen im Vordergrund.

Im Mai hat Präsident Luiz Inácio Lula da Silva verkündet, dass Brasilien das Aidsmedikamenten-Patent eines Pharmakonzerns brechen würde, da im Land ein Notstand vorliege (queer.de berichtete). (dk)



#1 lukeAnonym
  • 03.12.2007, 17:33h
  • Klasse Brasilien! Bei Verkündung dieser Nachricht hätte ich gern wieder mal Benedettos Gesicht gesehen. Ich konnte mich kaum halten, als die Brasilianische Regierung beim letzten Papstbesuch dem Robenträger höflich aber bestimmt erklärt hat, dass das Verhütung und Kondome innenpolitisch eine rein brasilianische Sache ist und der Vatikan sich bitte aus der Innenpolitik rauszuhalten hat. Was er wohl jetzt macht? Die ehemals katholische Hochburg hat sich eindrucksvoll emanzipiert, weiter so!
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#2 FloAnonym
  • 03.12.2007, 17:38h
  • Das wäre auch hierzulande zu empfehlen, da gerade viele Jugendliche meinen, in ihrem Alter hätte man noch kein AIDS und könne sich nicht anstecken. Und sie trauen sich oft auch nicht in Geschäften, Apotheken oder sonstwo Kondome zu kaufen...

    Aber dann würden die biederen Eltern ja merken, dass ihre Kinder Sex haben. Alle Versuche in diese Richtung wurden abgeschmettert, weil die persönliche Biederkeit wohl doch wichtiger ist als das Wohl der Jugendlichen....
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#3 SaschaAnonym
  • 03.12.2007, 23:00h
  • So ist es!

    Brasilien scheint in punkto progressiver Sexualaufklärung um einiges weiter zu sein als die immer noch weithin vom klerikalen Unterdrückungsapparat diktierte deutsche Gesellschaft!

    Gerade die Arbeiterpartei von Präsident Lula implementiert in den großen Städten schon seit einigen Jahren vorbildliche Projekte der Sexualerziehung, die einen wesentlichen Beitrag zur Vermittlung sexueller Vielfalt als positivem Wert leisten.

    So sind auch mir persönlich in Brasilien nicht ein einziges Mal eine derart aggressive Heteronormativität und Homophobie unter jungen Menschen begegnet, wie es hierzulande geradezu eine alltägliche Selbstverständlichkeit - insbesondere auch in den Schulen - darstellt.

    Es dürfte nach meiner Einschätzung nicht mehr lange dauern, bis dies auch für alle anderen Bereiche der gesellschaftlichen Gleichstellung von Homosexuellen gilt.

    Hier bestätigt sich einmal mehr, dass das offene, selbstbewusste und faulen Kompromissen eine klare Absage erteilende Auftreten der Homo-Bewegung von entscheidender Bedeutung für jeden Fortschritt in dieser Richtung ist und dass Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern hier immer weiter zurückfällt!
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#4 seb1983
  • 04.12.2007, 18:15h
  • Mit seinen vielen ermordeten Schwulen jedes Jahr ist Brasilien wirklich ein leuchtendes Vorbild aber hallo...
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#5 stromboliProfil
  • 11.12.2007, 10:06hberlin
  • seb1983 schreibt am 04.12.2007, 18:15:07 Uhr:
    Mit seinen vielen ermordeten Schwulen jedes Jahr ist Brasilien wirklich ein leuchtendes Vorbild aber hallo...

    ... ja , diesen widerspruch würde ich auch gerne verstehen: Möglich ist die , von einem "aufgeklärten" mittelstand/ bürgertum, ausgehende einsicht in fragen der selbstverwirklichung und deren schutzwürdigkeit. Das selbe bürgertum ,dass haarscharf an repressiven wertvorstellungen vorbei , seine klassengesellschaft lebt. Die sozialen unterschiede und das ökonomische desaster der mehrheit der bevölkerung (stadt wie landbevölkerung, insbesondere die der indios) , eine korrumpierte kirche , gockelhaft auftretender macho-ismo , todesschwadrone und organräuberbanden...
    Und dann plötzlich ein tabubruch nach dem anderen... ?

    Um das zu verstehen müßte man schon mehr über die verhältnisse erfahren um die veränderungen richtig einzuordnen.
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