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Village e.V. eröffnet im Januar 2008 die erste Pflegeeinrichtung für Schwule und Lesben in Berlin.

Von Carsten Weidemann

Man merkt es an den schrumpfenden Renten – die deutsche Gesellschaft altert. Wegen der steigenden Toleranz steigt dabei überproportional der Anteil der alten Menschen, die offen schwul oder lesbisch leben. Bei vielen bleibt dabei die Angst, seine Sexualität im Alter wieder verstecken zu müssen – und zwar sobald man nicht mehr selbst in den eigenen vier Wänden leben kann sondern auf Pflege angewiesen ist. Im Pflegeheim, so fürchten viele, muss man sich wieder den heterosexuellen Normen unterwerfen.

Für diese Menschen hat der gemeinnützige Verein Village nun angekündigt, im kommenden Monat in Berlin das erste Pflegeheim für Schwule und Lesben zu eröffnen. Die so genannte "Village-Pflegeetage" befindet sich im Pflegezentrum Haus Asta Nielsen im Stadtteil Pankow. Dabei hat der Verein auch an Szenenähe gedacht: Die Village-Pflegeetage befindet sich in unmittelbarer Nähe zum schwul-lesbischen Kiez im Prenzlauer Berg.

Zunächst stehen für 28 pflegebedürftige Bewohner im neu erbauten Zentrum großräumige Einzelzimmer und einige Doppelzimmer zur Verfügung. Außerdem sollen großräumige Gemeinschaftsbereiche das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken. In einer großen, gut ausgestatteten Küche können die Bewohner dann ihre Lieblingsgericht kochen.

Village e.V. selbst hat in den letzten Jahren wiederholt Anfragen von pflegebedürftigen Lesben und Schwulen erhalten. Seit 2001 arbeitet der Verein daher daran, ein eigenes Village-Haus als gemeinschaftliches Wohnprojekt auf die Beine zu stellen. Allerdings fehlen dazu bislang die finanziellen Mittel. Das Haus, das nördlich des Nollendorfplatzes entstehen soll, ist daher noch auf Spenden angewiesen.

Daher hat Village Gespräche mit verschiedenen Pflegeheimen aufgenommen, um eine schnelle erste Lösung für die Menschen zu finden, die die Pflege jetzt benötigen und nicht erst in einigen Jahren. Die besten Voraussetzungen habe danach Pflegezentrum Haus Asta Nielsen gehabt. Es gehört zu einer Bremer Heimverwaltung, das in der Vergangenheit schon unkonventionelle Wege gegangen ist. So bietet sie in Bremen ein Pflegeheim für nichtsesshafte Menschen an.

Am 18. Januar soll es mit dem schwul-lesbischen Treiben losgehen. Dann wird die Village-Pflegeetage feierlich eingeweiht werden. "Die Eröffnung der Village-Pflegeetage ist nicht nur für unsere Arbeit ein historischer Moment, den es entsprechend zu feiern und zu würdigen gilt, sondern für die gesamte lesbischschwule Community", erklärt dazu ein Sprecher des Vereins.

4. Dezember 2007



#1 wolfAnonym
  • 04.12.2007, 19:01h
  • prima, so kann auf die bedürfnisse im umfeld eingegangen werden.
    wie wichtig die besonderen umstände sind, in denen wir noch leben, gerade im alter oder im krankheitsfall, zeigt dieses beispiel.
    eventuell werden die leutchen auch mal krank die eine schwule krankenkasse für weltfremd halten, oder sich bei ihrem hausarzt !!!!! nicht outen wollen.
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#2 wolf4606
  • 05.12.2007, 05:28h
  • Herzlichen Glückwunsch, hoffentlich wird es in vielen anderen größeren Städten auch solche Pflegeeinrichtungen geben. Wann ist für Hamburg so ein Projekt vorgesehen?
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#3 HandoAnonym
  • 05.12.2007, 08:26h
  • M.E. könnte man das Problem einfacher und auch preisgünstiger lösen, wenn man in "normalen" Pflegeheimen mehr offen schwule Pfleger einstellen würde. Das würde die Integration und die Akzeptanz fördern.
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#4 stromboliProfil
  • 05.12.2007, 10:16hberlin
  • Also grundsätzlich bin ich für eine "schwule " altersbetreuung"!

    Was mich aber fragen lässt : was ist schwule betreuung?!
    Ob mir ein schwuler oder ein männlicher hetero den hintern abputzt, ist eine frage , wie professionell macht der das ; nicht wie schwul !
    Im gegenteil : die sexuelle scham könnte mit der ,der körperlichen scham in konflikt kommen. Eine beobachtung die wir an unseren freunden im krankenhaus machen konnten.

    Was schwules altern ausmacht, könnte mehr der kulturelle unterschied sein! Aber auch der will im leben davor erarbeitet sein. Wenn ich also mit klemmschwstern den lebensabend begehen soll , ist mein bedürfniss an deren "schwulem " bereits im voraus gedeckt! Zimmer an zimmer, mit westerwelle und volker beck , erscheint mir wie die vorweggenommene dant'sche höllenvision .

    Ich , als alter sponti , bevorzuge die alters-WG im idealfall. Man sucht und kennt sich , wählt den kiez und strasse und stirbt in seinen eigenen 4 wänden,umgeben von freunden.
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