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Bonn (queer.de) - Das Bonner Landgericht hat den Mörder der 14-jährigen Hannah zu lebenslanger Haft verurteilt. Dabei stellte das Gericht auch die besondere Schwere der Schuld fest. Damit kann der 25-jährige Tscheche Zdenek H. nicht nach 15 Jahren aus der Haft entlassen werden.

H. hatte vor Gericht den Mord an Hannah gestanden. Er wiederholte auch seine Aussage, dass er homosexuell sei und "mal Lust auf eine Frau" gehabt habe (queer.de berichtete). Der Fahrzeugreiniger hatte sein Opfer zunächst am Bahnhof in Königswinter-Oberdollendorf entführt, dann in einem Busdepot vergewaltigt. Anschließend brachte er Hannah um, weil er fürchtete, sie würde ihn identifizieren können.

H.s Verteidiger kündigte gleich nach der Urteilsverkündung Revision an. Er hatte zwar auch eine lebenslange Freiheitsstrafe beantragt, bat das Gericht aber, von einer Feststellung der besonderen Schwere der Schuld abzusehen. (dk)



#1 DavidAnonym
  • 06.12.2007, 21:07h
  • "H.s Verteidiger kündigte gleich nach der Urteilsverkündung Revision an. Er hatte zwar auch eine lebenslange Freiheitsstrafe beantragt, bat das Gericht aber, von einer Feststellung der besonderen Schwere der Schuld abzusehen."

    Das ist wohl der Gipfel der Geschmacklosigkeit:
    LEBENSLANG sollte auch LEBENSLANG heissen.
    Das man da noch abstuft und selbst die höchste Bestrafung "besondere Schwere der Schuld" dennoch KEIN Lebenslang bedeutet, ist unverständlich.

    Oder gibt es etwa bei der Tat eine Abstufung "halb ermordet"?
    Mord ist Mord und das schlimmste Verbrechen.
    Kein Diebstahl, nichts was sich wiedergut- und rückgängig machen lässt!

    Es gibt hier keine Todesstrafe, unser Rechtssystem ist nicht drakonisch und ausgerichtet auf "Resozialisierung".
    Es ist aber ein Unding, das gerade Mord lasch bestraft wird, es selbst dabei noch das Jugendstraftrecht gilt, und selbst das grosszügig bei bereits erwachsenen Tätern angewandt wird!
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#2 nanuAnonym
  • 06.12.2007, 21:27h
  • Woanders war zu lesen, der Täter habe keine stabile sexuelle Identität entwickeln können, da er beizeiten homosexuelle Kontakte gehabt habe. Da kommt man wieder mit der bösen alten Verführungstheorie, und genau hier gilt es aufzupassen.
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#3 martinAnonym
  • 07.12.2007, 03:54h
  • Hallo zusammen,

    besonders bestürzt haben mich die Aussagen des Freundes:

    ---

    www.ksta.de/html/artikel/1195816856390.shtml

    Jens Uwe D., der laut seine Verachtung für Frauen kundtut, will nach der Verhaftung von H. eine für ihn erschütternde Entdeckung gemacht haben: Unter dem gemeinsamen Bett habe er Playboy-Hefte, eine weibliche Gummi-Puppe und Sexspielzeug entdeckt. Er habe versucht, den Verteidiger seines Freundes zu informieren, doch der habe nicht zurückgerufen. Deshalb sei der ganze „Schweinkram“ auf dem Müll gelandet.
    ---

    Das ist doch wirklich unglaublich, was dieser Herr für einen Müll ablässt. Da habe ich vollstes Verständnis für die vielen Mitbürger, die sich so ihr Bild von "dem Schwulen" machen.
    Ich denke, hier liegt auch ein Mass an Mitschuld und -verantwortung, die nie gesühnt werden wird. Damit will ich keinesfalls die abscheuliche grausame Tat verharmlosen.
    Sehr geärgert habe ich mich übrigens über die bescheuerten Kommentare hier a la Anzeige gegen den Pressesprecher, weil der den ANgeklagten zitiert hatte mit den Worten "mal Lust auf eien Frau hatte..". Ach, wie schwulenfeindlich, hahaha.

    Aber zurück zum Lebenspartner: wie armselig und bescheuert muss man sein, einem jungen Menschen, er war 18, keine moralischen Leitlinien an die Hand zu geben und sich nur mit seinem Sex-lebensinhalt udn Frauenhass zu beschäftigen. Und dann ncoh diese Aussagen vor Gericht? Hier tut mir der Mörder (als der er nicht geboren wurde) ein STück weit leid.
    Für gefühlskalt halte ich ihn auch nicht, ich denke, er wird von der Öffentlichkeit falsch eingeschätzt und kann die Sache selber noch nicht verarbeiten.

    Ob die Strafe "gerecht" ist? Vieles spricht für diese absolute Höchststrafe, einiges auch dagegen. Ob nun 15 oder wie jetzt eher 30 Jahre, er wird sich danach in einem anderen Lebensabschnitt befinden.
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#4 martinAnonym
  • 07.12.2007, 04:12h
  • Fortsetzung:
    .. und er wird sich hoffentlich mit der Tat auseinandergesetzt haben. Eigenständig und ohne diesen falschen Freund. Sorry für meine evtl. Vorurteile aber das sieht mir schon glasklar nach einem für den jungen Menschen äusserst schädlich gewesenen Zweckbeziehung aus. Womöglich merkt der gute Mann das nicht einmal, seine Kommentare lassen ja drauf schliessen.

    Kompliment an den Vater für seinen klasse ehrlichen und persönlichen Auftritt, großer Respekt, wie der das wohl hinkriegen konnte.. Auch die Schule reagierte klasse (Stichwort "Würde des Menschen" etc.).
    Unglaublich dagegen die hirnlosen Kommentare a la Knastiwitz und Kopf/Schwanz ab.

    Ich denke übrigens, dass der Mörder kein Schauspieler ist, sondern ein entwicklungsmässig zurückgebliebener, der noch gar nicht wirklich realisiert hat (und erst recht nicht verarbeitet), was er da für ein unfassbar abscheuliches Verbrechen begangen hat. Scheint keinen inneren Kompass zu haben. Nie angelegt und entwickelt. Trotzdem glaube ich nicht, dass er so gefühlskalt ist wie er sich (wohl eher unfreiwillig) präsentiert. Schauspieler ist er jedenfalls nicht (siehe Augsburger Giftmordprozess, das genaue Gegenteil).
    Sein Verteidiger hat gut agiert, finde ich. Die besondere Schwere der Schuld scheint schon gegeben zu sein, was nicht ausschliesst, evtl. seinen Werdegang/Lebensumstände noch stärker zu würdigen. Ob er nun in 15, 30 Jahren oder gar nie - rauskommt.. Gerechtigkeit ist keines davon, ich wäre überfordert, sowas zu entscheiden. Dass Hannah davon nicht mehr lebendig wird, ist sowieso klar.

    Meines Erachtens bleibt eine schwulenspezifische Warnung: nie Schwulsein/Sex zum ausschliesslichen Lebensinhalt erheben und gleich dreimal nicht, wenn es um Verantwortung für einen Jüngeren geht. Immerhin sah er sich doch selbst auch als Vaterersatz. Was ist das für ein Vater, der seinem Sohn keinerlei Massstäbe gibt? Und nahc einem Mord so ein unfassbar dummes Zeug von sich gibt?
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#5 HansAnonym
  • 07.12.2007, 18:43h
  • Manche kommen meistens nach 17 Jahren Haft frei...Andere haben es nach dem Urteil auf 30 Jahre Haft geschafft und sind erst dann entlassen worden!
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#6 ThommenAnonym
  • 08.12.2007, 20:54h
  • Ich bin der Meinung, der Fall hat vor allem mit Heterosexualität zu tun - aber keinesfalls mit einem Homosexuellen, der .....

    Es passt einfach zu gut in die heterosexuellen Klischees von Bildlesern...
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