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Von Micha Schulze

05:00 Das Schlimmste an den Billigfliegern sind die Abflugzeiten. Punkt sieben Uhr morgens geht der Germanwings-Flug 4U 750 von Köln nach Wien – doch bei einem Neun-Euro-Ticket quält man sich auch schon mal im Dunkeln aus dem Bett.

08:25 Pünktliche Landung in der Hauptstadt der Kaffeehäuser, Sissis und Mehlspeisen. Mit dem neuen, hypermodernen City Airport Train (CAT) ist man in 16 Minuten am Bahnhof Wien-Mitte - schade, dass der Zug nur alle halbe Stunde fährt und genauso viel kostet wie das Flugticket…

09:23 Eine Melange und ein Kipferl rufen! Vom Bahnhof Wien-Mitte zum altehrwürdigen Café Schwarzenberg am Kärtnerring marschiert man nur einmal quer durch den Stadtpark, am goldenen Johann-Strauß-Denkmal und zahlreichen Tauben-fütternden (vergiftenden?) Rentnern vorbei. "Sie wünschen, der Herr?", fragt der ergraute Ober im schwarzen Frack. Jetzt bin ich in Wien angekommen.

10:30 Zu Wien gehört der Wein, also auf zu den Winzern. Mit der rot-weißen "Bim" fahre ich bis Grinzing und dann weiter mit dem fast leeren Bus auf den Kahlenberg - die 24-Stunden-Karte für die öffentlichen Verkehrsmittel (fünf Euro) kann man sich an jeder "Trafik" besorgen. Von oben hat man eine fantastische Sicht auf die kleine Großstadt. Zwei Wanderwege führen hinunter zur S-Bahnstation Kahlenbergerdorf. Ich nehme die "richtige" Route über den Heurigen, der Rote G’spritzte tut gut.

12:30 Nun erwacht allmählich das schwule Wien, und so führt mich der Hunger ins Café Berg in der Berggasse 8 im neunten Bezirk. Das Tagesgericht ist lecker, der Kellner ebenfalls, die anderen Gäste sind entweder Touristen oder Wiener Szenesternchen, die es sich leisten können, den Tag im Café herumzuhängen. Eine Tür führt direkt in die benachbarte Buchhandlung Löwenherz, ein kleiner Laden, der von oben bis unten mit schwul-lesbischer Literatur voll gestopft ist. Für den Rückflug kaufe ich mir schon mal eine Hermes-Phettberg-Biografie.

13:45 Nichts ist schöner als einfach kreuz und queer durch den ersten Bezirk zu spazieren mit seiner grandiosen Kulisse und die Historie, die Architektur und die Menschen selbst zu erleben. Der Stadtführer "Schwules Wien" verrät mir alles über die Homo-Geschichte(n) der Donaumetropole – von den gewissen Vorlieben des Türkenbezwingers Prinz Eugen bis zum Ex-Erzbischof Groer, der ein Kreuz mit seinen Trieben hatte. Auf keinen Fall auslassen sollte man die Wienzeile am Naschmarkt Die Secession und die anderen Jugendstilbauten dort lassen jedes Tuntenherz höher schlagen.

15:00 Mit einem Besuch der Kaiserbründl-Sauna in der Weihburggasse 18-20 kämpfe ich gegen meine einsetzende Müdigkeit an. Außerdem: Ein bisschen körperliche Ertüchtigung vor historischer Kulisse kann ja nicht schaden. Das alte orientalische Herrenbad verdankt seinen Namen dem schwulen Bruder Kaiser Franz Josefs, der sich dort einst mit hohen Offizieren vergnügte. Heute relaxt man auf samtweichen Chaiselongues unter einem marokkanischen Leuchter und lauscht den Klassikern von Kylie Minogue.

17:00 Kein Kurztrip ohne Tüten schleppen: Wien homosexuellste Shoppingmeile, weil in unmittelbarer Szenenähe, ist die Mariahilfer Straße mit ihren großen Kaufhäusern und kleinen Szeneboutiquen. Die Preise sind wie in Köln, doch geht’s hier etwas gemütlicher zu als in der Ehrenstraße. Mein Tipp: Unbedingt im Café Ritter einen Zwischenstopp einlegen und bei einem Einspänner oder Kleinen Braunen die Kronenzeitung lesen!

18:15 Kurz vor dem Rückflug noch ein Abstecher in die Szene. Die Rosa Lila Villa in der Linken Wienzeile 102 ist das Homozentrum von Wien, das mit dem Café Willendorf im Erdgeschoss seit vielen Jahren eine schicke, professionelle (und dazu rentable) Gastronomie anbietet. Hätte ich mehr Zeit, könnte ich das 24-Stunden-Ticket nun wegwerfen. Die meisten anderen Szenelokale liegen in Laufweite der Villa.

20:20 Der Germanwings-Flug 4U 755 nach Köln (Ticketpreis: 7 Euro) startet pünktlich. Der Kopf ist voll mit den Eindrücken, die Beine tun entsetzlich weh – und dennoch habe ich nicht das Gefühl, wirklich alles von Wien gesehen zu haben. Bei der nächsten "Crazy Night" von Germanwings bin ich als Schnäppchenjäger wieder dabei…

Schwule Privatzimmer in Wien und weltweit



#1 snuffAnonym
#2 RatimorAnonym
  • 16.04.2005, 20:30h
  • Vom Flughafen kann man mit der S - Bahn bis Wien - Mitte und dann zum Ziel-Ende weiter mit den üblichen Verkehrsmitteln für insgesamt nur 3 Euro fahren. Das ist der preiswerteste Tranfer.
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#3 kroneverAnonym
  • 28.07.2007, 17:36h
  • Ich komme auch aus Östereich und es freut mich wenn Wien gefällt. Aber Bitte macht nicht den selben Fehler und lest die (stockkonservative) Kronen-Zeitung des wahnsinninigen (stockkonservativen) Dichand, diese Zeitung ist die Österreichische Bild, nur noch populärer (jede 2te verkaufte Zeitung ist eine Krone, da kann ichteinmal die Bild mithalten). Aber sonst könnts ganz schön werden in Wien. XD
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