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Nächstes Jahr dürfen Schwule und Lesben in Schweden voraussichtlich heiraten – und das mit dem Segen der Kirche.

Von Dennis Klein

Gewöhnlich denken christliche Kirchen beim Thema Homosexualität an Sodom und Gomorrha. Schwule Schäfchen legen daher oft ihre Kirchensteuer anderweitig an – in den Himmel kommen sie ja nach Meinung der Pfaffen ohnehin nicht. Bei den sonst so kühlen Schweden ist das anders. So werden dort seit kurzem schwul-lesbische Beziehungen von Pfarrern ganz offiziell gesegnet. Jetzt hat sich die evangelisch-lutherische Kirche, der acht von zehn Einwohnern angehören, erstmals zur diskutierten Öffnung der Ehe geäußert: Die Svenska Kyrkan verlangt offiziell, dass auch Schwule und Lesben heiraten dürfen.

"Die Ehe und gleichgeschlechtliche Partnerschaften sind gleichwertige Verbindungen. Daher sagt die schwedische Kirche ‚ja’ zu dem Vorschlag, Ehen und schwul-lesbische Partnerschaften in ein gemeinsames Gesetz zusammenzufassen", erklärte die Kirchenleitung. Einzige Einschränkung: Das Wort "Ehe" soll kirchenintern nur für die verschiedengeschlechtliche Verbindungen verwendet werden. Unter den Bischöfen sei das höchst umstritten gewesen, erklärte Erzbischof Anders Wejryd. Trotzdem können damit Schwule und Lesben kirchlich heiraten, sobald das Gesetz in Kraft tritt. Anders als in Deutschland ist eine kirchliche Eheschließung in Schweden auch zivilrechtlich gültig.

Konflikt mit orthodoxer Kirche

Im Land von Pippi Langstrumpf gibt es bereits seit 1995 Eingetragene Partnerschaften, die weitestgehend mit der Ehe gleichberechtigt sind. Die Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Beziehungen hat der schwedischen Kirche bereits so manchen Ärger eingebracht. So hat die Russisch-Orthodoxe Kirche erbost jeden Kontakt mit den Skandinaviern abgebrochen. Dennoch zeigten sich die Lutheraner unbeeindruckt. So nahmen sie sogar am CSD in Stockholm teil (queer.de berichtete).

Mit ihrer Haltung dürften sie auch die Politik beeinflussen. Sechs der sieben im Riksdag vertretenen Parteien unterstützen derzeit die Öffnung der Ehe. Nur die in der Regierungskoalition vertretenen Christdemokraten, die bei den letzten Wahlen gerade mal einen Stimmenanteil von 6,6 Prozent, lehnen das Gesetz kategorisch ab (queer.de berichtete). Nach dem offiziellen Segen der Staatskirche für schwul-lesbische Paare dürfte es den Hardlinern aber schwerer fallen, das Gesetz aufzuhalten.

Auch in Deutschland steht die evangelische Kirche schwul-lesbischen Paaren nicht so ablehnend gegenüber wie allgemein angenommen. Wegen ihrer föderalen Gliederung können die 24 Landeskirchen völlig selbständig entscheiden, ob sie gleichgeschlechtliche Paare segnen wollen oder nicht. Immerhin neun lassen das ausdrücklich zu, die meisten davon aus Norddeutschland. Bei mehreren Landeskirchen gibt es dazu keine Regelung. Aber es gibt auch fünf protestantische Clubs, die beschlossen haben, dass Schwule und Lesben den Segen nicht verdienen (Baden, Bayern, Kurhessen-Waldeck, Pommern und Sachsen). Hier sollte man sich gut überlegen, ob die Kirchensteuern noch gut angelegt sind.

13. Dezember 2007



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 wolfAnonym
  • 13.12.2007, 17:29h
  • kommt mir vor wie geschichtsunterricht, die schweden gehen mal wieder, wie in der reformation, gegen die katholen vor !

    man glaubt es kaum, die orthodoxen aus dem wilden osten, fühlen sich auch wieder mächtig genug, das maul aufzureissen, wäre uns das doch nur , dank 70 jahre kommunismus, erspart geblieben ! aber ein deutliches beispiel für die strukturen dieser faschistoiden "religionsgemeinschaften" und wie wichtig es ist diese mit aller macht zu bekämpfen.
    man muss der schlange alle köpfe abhacken !!!!

    aber für die evangelischen kirchen ein deutliches zeichen nach vorn, dass auch für resteuropa bedeutung hat, als zeichen, dass es auch anders geht. prima !
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#2 gerdAnonym
  • 13.12.2007, 23:18h
  • Diese Nachricht aus Schweden freut mich sehr und finde ich richtig gut.

    Daher liebe schwulen Mitleser tretet zu den lutherischen/reformierten Kirchen über: eure Kirchensteuern sind dort wesentlich besser aufgehoben, als bei der katholischen Kirche.Schon Martin Luther war die Liebe zu seiner Katharina wichtiger, als das zölibatäre Leben im Kloster und es ist schön zu sehen, wie die Lutheraner sich immer mehr für die Rechte homosexueller Paare öffnen. Dies sollten wir auch entsprechend werten und bei den lutherischen/reformierten Kirchen mitmachen. Eine sehr schöne Meldung aus Schweden...
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#3 FloAnonym
  • 15.12.2007, 11:27h
  • Schön, dass immer mehr Staaten vernünftig werden!! Aber schlimm, dass Deutschland nach wie vor so rückständig ist...
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#4 IraAnonym
  • 17.04.2008, 18:41h
  • Das klingt ja alles schon ganz gut, aber Schweden ist ganz schön weit weg. In dem Artikel stand aber auch, dass einige Gemeinden in Deutschland bereits jetzt eine "kirchliche Trauung" für gleichgeschlechtliche Paare ermöglichen. Jetzt wäre nur noch interessant um welche Kirchen es sich dabei handelt.
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