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  • 18. Dezember 2007, noch kein Kommentar

Ein Coming-out Film aus Thailand neu auf DVD: "Right by me – An meiner Seite"

Von Micha Schulze

Thailändische Filme haben es schwer auf dem deutschen Markt, zu unterschiedlich sind die Geschmäcker des Publikums. Für die Edition Salzgeber war dies offensichtlich der Grund, bei der Vermarktung der neuen DVD "Right by me – An meiner Seite" etwas zu sehr auf die Pauke zu hauen.

"Die DVD des Films wurde in Thailand von den Zensurbehörden verboten", heißt es auf dem Cover, "Homosexualität ist für sie ein westliches Phänomen, in Thailand darf es das nicht geben." Was natürlich absoluter Blödsinn ist: In kaum einem anderen Land der Welt kommen soviele queere Filme in die Kinos wie im ehemaligen Siam, zuletzt sorgte "Bangkok Love Story" über die schwule Liebe eines Polizisten zu einem Auftragskiller für Aufsehen. Dass es die Low-Budget-Produktion "Right by me" nicht in die großen Theater und auf DVD geschafft hat, liegt weniger an Zensur, sondern vielmehr an der mangelnden handwerklichen Qualität des Streifens.

Sieht man von der wackelnden Kamera, deutlichen Längen und dem mehr als scheuen Schnitt ab, entpuppt sich "Right by me" allerdings als gutgemeintes, romantisches Coming-out-Drama: Nat ist in seinen Schulfreund Tat verliebt, der aber schwärmt aber für den sportlichen Ek. Das freilich ist nicht das einzige Problem: Ek hat eine Freundin, Nat wird von seinen homophoben Mitschülern verprügelt, und die Eltern machen sich über den Umgang ihrer Söhne Sorgen. Als Nat und Tat zum ersten Treffen der schwul-lesbischen Jugendgruppe "Bangkok Rainbow" gehen, taucht plötzlich auch Ek dort auf. Jetzt ist das Gefühlschaos im Liebesdreieck perfekt, und es braucht einige Nachhilfestunden (nicht nur in Mathematik), bis am Ende zumindest ein Traumpaar zusammenkommen kann.

Inspiriert zu seinem Debütfilm wurden die Drehbuchautoren aus dem Umfeld von Bangkoks schwul-lesbischer Medienagentur Cyberfish und Regisseurin Thanyatorn Siwanukrow von dem Coming-out-Roman "Rainbow Boys" des US-Schriftsteller Alex Sanchez, der auch ins Thailändische übersetzt worden ist – "Rainbow Boys" war denn auch der Titel der Uraufführung 2005 in Bangkoks Programmkino "House". Aus urheberrechtlichen Gründen wurde der Name später in "Right by me" geändert.

Ohne schrille Figuren, kreischende Tunten und megadramatische Zuspitzungen liegt die Stärke und der homobewegte Verdienst des Films darin, ganz normalen schwulen Alltag in Thailand zu zeigen. Trotz seiner handwerklichen Mängel lohnt sich das Anschauen auch für deutsche Cineasten: "Right by me" zeigt zum einen, dass die Sorgen und Nöte schwuler Jugendlicher überall auf der Welt dieselben sind. Und zum andere, dass das schwule Thailand bei weitem nicht nur aus Gogo-Bars besteht.

Right by me, Regie: Thanyatorn Siwanukrow, Thailand 2005, 100 Minuten, Farbe, OmU, FSK16, mit Jackie, Palat Ananwattanasiri, Pimphong Isarasena Na Ayutthaya und Wijitra Wijitrwongon, Extras: Kinotrailer, Vorschau

18. Dezember 2007