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Das Video der tanzenden Insassen eines Gefängnisses ist Kult. Auch Transen und Schwule steppen zu Michael Jackson.

Von Christian Scheuß

Vor wenigen Monaten tauchte das Video zum ersten Mal auf YouTube auf. Es zeigt einen Gefängnishof auf den Phillippinen, auf dem mehrere hundert Insassen in Formation stehen. Plötzlich ertönen die ersten Takte des Klassikers "Thriller" von Michael Jackson. Und die Männer in dem orangefarbenen Einheitsdress tanzen mit Begeisterung drauf los.

1.600 Inhaftierte hat der Knast in dem Ort Cebu, den ein Kamerateam des ARD-Magazins "Weltspiegel" besucht hat, um die Geschichte hinter dem Tanzvideo zu erfahren, das inzwischen rund 10 Millionen mal angeklickt wurde. Der Gefängnisdirektor Byron Garcia selbst hatte die Idee für die Choreographie-Übungen, die zweimal täglich stattfinden. Und er hat auch das Video bei YouTube hochgeladen.

Die Tanzerei hat einen erzieherischen Hintergrund. Wo vorher sehr viel Gewalt geschah, weil die Verurteilten den ganzen Tag über nichts zu tun hatten und sich gegenseitig auf die Nerven gingen, sind im Vergleich zu vorher geradezu paradiesische Zustände eingekehrt. Das Gruppengefühl und der Zusammenhalt ist stärker als je zuvor.

Auch die Knastschwulen mischen ordentlich mit und beweisen ein außerordentliches Talent. So tanzen sie zum Beispiel als Nonnen verkleidet ein Stück aus dem Kinofilm "Sister Act". Selbst die Transsexuellen erfahren durch die Kurse der Tanzlehrerin mehr Zuwendung. "Wir bekommen jetzt mehr Respekt von den anderen. Aber wichtiger ist, dass mich das Tanzen glücklicher macht. Ich denke dann nicht an meine Probleme. Durch den Erfolg auf YouTube bin ich stolz auf mich und meine Mitgefangenen", meint Häftling Wenjiel Resane gegenüber dem Weltspiegel.

18. Dezember 2007



#1 dreamqueerProfil
  • 18.12.2007, 18:08hAachen
  • Ich finde allein die Idee schon preisverdächtig.

    Einige werden jetzt sicher denken: Warum sollte man Mördern und Vergewaltigern auch noch ein Freizeitprogramm anbieten?

    Die Antwort ist ganz einfach:

    Erstes: Diese Männer wurden (hoffentlich zu Recht) verurteilt. Also egal, ob sie dieses Programm angeboten bekommen oder ob sie es nutzen oder nicht, die Strafe müssen sie absitzen.

    Zweitens: Durch den (mitunter jahrelangen) Knastaufenthalt stauen sich Frustration, Wut, etc. auf, die so abgebaut werden können. Mir sind solche Bilder 10.000mal lieber als Bilder von Gefängnisrevolten.

    Zudem, wie im Bericht auch schon erwähnt, sorgt die Aktion für Zusammenhalt und Akzeptanz, da alle an einem Strang ziehen müssen, damit dieses Projekt klappt.

    Übrigens ist das "Thriller"-Video nicht das einzige, also stöbert ruhig mal YouTube durch!
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#2 TimmAnonym
  • 18.12.2007, 19:34h
  • Ich habe den Bericht vorgestern auch im Weltspiegel gesehen. Da dadurch Aggression und Gewalt eingedämmt wurden, kann das nur gut sein...
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