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London (queer.de) - In Großbritannien ist ein Streit darüber ausgebrochen, ob in einem Weihnachtslied aus den 80er Jahren das Wort "Faggot" ("Schwuchtel") herausgepiepst werden soll. Der Jugendsender BBC Radio 1 hatte zunächst entschieden, im Lied "Fairytale of New York" von der irischen Folkgruppe The Pogues und der britischen Sängerin Kirsty MacColl das beanstandete Wort durch einen Pieps-Ton unverständlich zu machen. Gestern hat die BBC die Entscheidung revidiert und angekündigt, den Song künftig unzensiert zu spielen.

"Radio 1 spielt keine homophoben Inhalte", bekräftige Andy Parfitt von der Rundfunkaufsichtsbehörde. "Während wir alle Vorurteile gegen bestimmte Gruppen ablehnen, wissen wir, dass unsere junge Zuhörerschaft intelligent genug ist, zwischen Böswilligkeit und kreativer Freiheit zu unterscheiden. Im Zusammenhang mit dem Lied sehe ich keine negative Absicht im Gebrauch dieses Wortes."

Faggot = Nigger?

Homo-Aktivist Peter Tatchell hatte zuvor die Zensur des Liedes begrüßt: "Die BBC täte gut daran, das Wort ‚Faggot’ herauszupiepsen. Sie würde dasselbe tun, wenn Worte wie ‚Nigger’ verwendet werden würden. Jeder, der das Wort ‚Faggot’ im Radio spielen lassen will, müsste konsequenterweise auch ‚Nigger’ zulassen. Dieses Wort ist aber verboten. Daher sind die Befürworter feige homophobe Heuchler."

"Fairytale of New York" kletterte 1987 auf Platz 1 der irischen und Platz 2 der englischen Charts. Es wurde fortan stets an Weihnachten im Radio gespielt. 2004 bis 2006 wählten Zuschauer des britischen Senders VH1 UK den Song jedes Jahr zum besten Weihachtslied.

Im Lied geht es um einen Mann, der seinen Rausch am Heiligabend in New York ausschläft und dabei von einer zerbrochenen Beziehung träumt. Die beanstandete Stelle kommt in der zweiten Hälfte des Liedes, als Sängerin Kirsty MacColl Beleidigungen in den Raum wirft: "You scumbag, you maggot / You cheap lousy faggot / Happy Christmas your arse / I pray to God, its our last" ("Du Mistkerl, du Made / Du billige, widerliche Schwuchtel / Zum Teufel mit ‚fröhliche Weihnachten’ / Hoffentlich ist es unser letztes"). Im Lied ist selbst bei der zensierten Fassung die Bedeutung klar, da sich nur wenige Worte auf "Maggot" reimen.

Auf den MTV-Kanälen in Großbritannien wird dieses Jahr das Wort "Faggot" bei dem Song zensiert, ebenso wie "Slut" ("Schlampe") und "Arse" ("Arsch"). Andere Musiksender zeigen "Fairytale of New York" ohne Nachbearbeitung.

"Faggot" ist ein Wort aus dem amerikanischen Englisch. In Großbritannien bezeichnet man damit eigentlich traditionelle Fleischbällchen oder einen Bündel Holz. (dk)



16 Kommentare

#1 wolfAnonym
  • 19.12.2007, 16:10h
  • rasend wichtig !
    vor allem im textzusammenhang stellt es sich heraus, dass es nicht homophob gemeint ist, was soll sonst die made sagen ?
    "madophob"?
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#2 VegaAnonym
  • 19.12.2007, 16:14h
  • Richtig, dass sind die wichtigen Dinge im Leben. Es gibt doch nichts schlimmeres und man muss sich auch keine Sorgen um Wichtigeres machen.
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#3 BjörnAnonym
  • 19.12.2007, 16:25h
  • Diese ganze angelsächsische Kultur mit ihren ewigen Bevormundungs- und Umerziehungsversuchen und dem daher rührenden Terror einer angeblichen politischen Korrektheit, gern exekutiert von hysterischen, absolut humorfreien Berufsbetroffenen mit krankhaftem Sendungsbewußtsein, die dauernd die Welt retten wollen und nichts besseres zu tun haben als sich rund um die Uhr diskriminiert zu fühlen, geht mir sowas von auf den Sack.
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#5 FredAnonym
#6 redforceAnonym
  • 19.12.2007, 19:20h
  • Keine Aufregung, die Schimpfwörter doch nicht böse gemeint! Öffentliche Hetze und Denunzierungen auch nicht, das sind doch bloß Versuche, die Moral im Land wieder zu heben. Und die Galgen, die sind auch nur zu unserem Besten, so können wir vielleicht doch noch in den Himmel kommen!
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#7 SvenAnonym
  • 19.12.2007, 22:35h
  • Das Lied gewinnt auch noch alle möglichen Abstimmungen und Preise. Läst ja eh tief blicken. Dann hör ich mir doch lieber "Stille Nacht" oder andere nette Weihnachtslieder an. Die kommen gänzlich ohne Schimpfwörter gleich in welche Richtung aus.

    Aber na ja, ein unübersehbarer Trend. Fehlen Talent und Eingebung muss auf Primitivitäten zurückgegriffen werden. Bestes Beispiel. Hip-Hop von Bushido und Konsorten. Musik (?) auf unterstem Niveau ohne jegliche kompositorischen Fähigkeiten, dann flott was gesampelt und ein billiger Drumcomputer übernimmt den Rest. Dazu dann ein entsprechender Text (war hier ja schon oft Diskussionsgegenstand) und fertig ist der Hit. Geht aber auch nicht anders, da die Zuhörer meist keinen Wortschatz über 300 Wörter haben.
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#8 BerndAnonym
#9 MarkHBAnonym
  • 20.12.2007, 03:44h
  • Melodie: Stille Nacht (so stehts bei manchen Texten in meinem Gesangbuch, dann weiß man...) Ich bin ja auch Künstler. Jedenfalls versuche ich mich immer wieder daran. Habe mal, in künstlerischer Freiheit, den ff. Text gedichtet. Sollte sich jemand angegriffen fühlen: Ist nicht böse gemeint. Eher so als künstlerischer Ansatz. Bin ja Künstler... Und diese Freiheit... Jedenfalls: Vielleicht mag jemand weiter ausführen:

    Stille Nacht, jüdische Nacht,
    Schnell vergast und umgebracht,
    Passt Dir nicht?
    Komm doch nach...
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#10 RalfXAnonym
  • 20.12.2007, 05:53h
  • @Sven: Du kennst das Lied und hast auch gelesen, wann das veröffentlicht wurde? Also irgendwie sind da keine billige Drumcomputer drin...
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