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Auch ohne Partner glücklich sein: Singlephasen lassen sich gut für die Persönlichkeitsbildung nutzen.

Von Martin Schaefer/gay-parship

Vor hundert Jahren gab es "Singles" als Lebensmodell noch gar nicht. Heute ist der Single Liebling der Medien. Bei aller gesellschaftlichen Relevanz ist das Alleinsein jedoch kein beliebter Daseinszustand: "Das Bedürfnis, sein Leben mit einem anderen zu teilen, ist uns in die Wiege gelegt", erklärt Single-Experte Eric Hegmann. Sogar der Körper des Menschen ist auf Paarbeziehungen eingestellt: Langzeitstudien haben gezeigt, dass das Immunsystem bei Singles häufig schwächer ist als das von Menschen in einer Beziehung.

Trotzdem sollte eines nicht vergessen werden: Singlesein kann ziemlich viel Spaß machen! Und die Zeit ist auch wichtig, um sich dann irgendwann wieder in den großen Sog des glücklichen Pärchenlebens einzureihen. Doch was kann man tun, um ein guter Single zu sein?

Entdecke die Möglichkeiten

In Phasen des Selbstmitleids, nach Trennungen also, fällt es meist leichter, der Vergangenheit nachzuheulen als der Zukunft entgegenzublicken. Dabei ist es viel einfacher, wenn man sich an den bekannten Slogan hält: "Entdecke die Möglichkeiten". Jetzt kannst Du endlich wieder tun, wozu Du wirklich Lust hast: Die Carrera-Bahn im Schlafzimmer aufbauen ... Mal wieder in die schwule Sauna gehen ... Sämtliche Staffeln "Little Britain" am Stück angucken... Tu einfach einmal Dinge, die Du früher gerne getan hast. Oder solche, die Du dich noch nie getraut hast. Lernen Deine Stärken kennen und erlebe das Hochgefühl, dass Du haben wirst, wenn Du feststellst, dass Du das Leben auch ganz allein meistern kannst. Je mehr Du Deine Freiheit genießt, desto schneller kommt die neue Liebe.

Abenteuer erlaubt

Meistens dauert es ein wenig, bis man sich der Tatsache bewusst wird, dass man nun nur sich selbst verantwortlich ist. Du brauchst weder Rücksicht auf die Wünsche und Bedürfnisse einer "besseren Hälfte" zu nehmen noch auf diejenigen Deiner "Schwiegermutter". Das solltest Du ausnutzen. Jeder weiß, zu welchen Verwicklungen und Katastrophen Affären während einer Beziehung führen können. Als Single aber kannst Du tun und lassen, was Du willst. Ungeniertes Flirten ist ebenso erlaubt wie One-Night-Stands – solange Du Dich dabei wohlfühlst (und selbstverständlich der andere auch). Auch dies hat sein Gutes: Denn so tastest Du Dich Schritt für Schritt vor zu dem Menschen, mit dem Du zusammenleben willst.

Das Gesetz der Unzeitmäßigkeit

Es gibt eine etwas unglückliche Gesetzmäßigkeit im Wirrwarr des Liebeslebens: Was man sich am stärksten wünscht, passiert erst, wenn man den Wunsch wieder vergessen hat. So ist es auch im Singleleben. Je stärker der Wunsch nach dem Traumprinzen, umso wahrscheinlicher trifft man ihn nicht. Irgendwann aber, wenn der Traumprinz längst vergessen ist, kommt von irgendwoher - am Kopierer, auf einer Geburtstagsfeier, im Internet - einer, bei dem sich einfach alles richtig anfühlt. Allzu stark kannst Du diesen Moment zwar nicht beeinflussen. Was Du aber tun kannst, ist: im Hinterkopf behalten, dass Du und Dein Wohlbefinden das Wichtigste auf der Welt sind - und nicht Deine Verflossenen oder irgendwelche künftigen Lebenspartner!

Drei Wochen oder fünf Jahre?

Vor drei Monaten hat sich Victor von Jochen getrennt. Nach sieben Jahren! Jochen war am Boden zerstört. Ganze drei Wochen lang. Dann begann er, einen Tauchurlaub mit Freunden zu planen (Victor hasste Tauchen), fuhr am Wochenende nach Berlin (Victor liebte das Land) und reaktivierte ein Hobby nach dem anderen. Nach weiteren zwei Monaten überraschte er mit der Ansage, er würde mit seinem neuen Freund zusammenziehen. Eine Trennungsphase im Schnelldurchlauf. Was sagt uns das? Wie in der Anarchie gibt es auch in der Liebe keine Regeln! Das zeigt auch Eric Hegmanns Erfahrung: "Zwar sagt der Volksmund, dass man die Hälfte der Beziehungsdauer benötigt, um wieder frei für eine neue Partnerschaft zu werden. Letztlich kommt aber auf jeden Menschen, der bereits nach einem Monat die neue Liebe gefunden hat, einer, der sich erst monate- oder jahrelang sortieren muss, bevor er sich für eine neue Beziehung bereit fühlt."

Der richtige Zeitpunkt für etwas Neues

Doch wie finde ich heraus, wann für mich der richtige Zeitpunkt für eine neue Beziehung ist? "Prinzipiell gilt, dass die vorherige Beziehung erst einmal verarbeitet sein muss, bevor man eine neue beginnt", so Eric Hegmann. "Die Gefahr, den Rucksack voll schlechter Erfahrungen, Befürchtungen und Sorgen in die nächste Beziehung zu tragen, ist einfach zu groß. Und niemandem sollte eine Beziehung zu dritt (also mit Ex) angetan werden." Ansonsten: Wenn Dir die richtige Person begegnet, wirst Du es schon merken. Dafür gibt es schließlich das untrügliche Bauchgefühl. Vermeide bloß den Fehler, Liebe mit Angst vor Einsamkeit zu verwechseln. Setze Dich also nicht unter Druck, akzeptiere stattdessen Deine Situation und lasse dem Lauf der Dinge seine Zeit. Sei dabei so aktiv, wie Du es für notwendig hältst.

Das Stehaufmännchen-Prinzip

Was aber, wenn die Zeit Deine Wunden nicht heilt? Wenn Dir die Single-Zeit richtig zusetzt? Wenn Du Dich zurückziehst und zu nichts mehr Lust hast? Dann solltest Du in Erwägung ziehen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen: "Eine Beziehung zu verlieren bedeutet Verlust. Verlust wiederum ist ein extrem starkes Gefühl, das den gesamten Organismus durcheinander bringen kann. Wer diesen Verlust nicht alleine verarbeiten kann, braucht sich nicht zu schämen, wenn er einen Therapeuten aufsucht", sagt Eric Hegmann. "Schließlich gehören Verlust und Verlustangst in jeglicher Form zu den häufigsten Therapieanlässen." Solch extreme Reaktionen sind jedoch selten. Die meisten ähneln eher dem Stehaufmännchen. Einmal umgekippt, richten sie sich von selbst wieder auf. Zwar mag der Single, der das Single-Dasein zum Lebensprinzip erklärt, selten sein. Trotzdem eint die meisten Menschen, die längere Zeit allein gelebt haben, eine Erkenntnis: Single-Sein ist eigentlich auch ganz gut.

Die Illustrationen sind dem hervorragenden Fotoband "Rare Views" von Ohm Phanphiroj entliehen (erschienen im Bruno Gmünder Verlag, Berlin 2006, farbig, Hardcover, 96 Seiten, 24,95 Euro).

20. Dezember 2007



#1 wolfAnonym
  • 21.12.2007, 00:02h
  • ein ganz wichtiges werk, für jemand der es ohnehin nicht braucht ? und so schön dumm amilike, wie mache ich icecream !
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#2 AlexAnonym
  • 21.12.2007, 12:01h
  • Na gut, dass ich jetzt weiss, was ich darf. ;)

    Das Tolle ist, mit dieser suggestiven Art, in der dieser Artikel geschrieben ist,
    kann man wirklich alles schön und richtig reden! ;) Sogar emotionstötende
    ONS und F*cksaunen! :( Wem's hilft... %)
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#3 stromboliProfil
  • 23.12.2007, 07:46hberlin
  • gesammelter unsinn zwecks festzerrung eines zweisamkeitspostulates.
    Sozialpsychologisch , antrophologisch und historischer herrschaftsmüll!
    ...so wie bravoleser sich die kindliche zukunft erträumen:
    kitsch der prinzenrolle im märchenland der barbiepuppen .
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#4 ManuAnonym
  • 25.12.2007, 17:36h
  • Für was braucht man überhaupt eine Beziehung? Ist doch eh alles nur Trallalla ohne Background!
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#5 pietAnonym