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Madrid (queer.de) - Die alleinregierende sozialistische Partei Spaniens hat die katholische Kirche für deren "Einmischung in die Politik" ungewöhnlich scharf kritisiert. Generalsekretär José Blanco López nannte als Beispiel eine Großdemonstration vergangene Woche in Madrid, in der sich Katholiken insbesondere gegen die von der Regierung eingeführte Homo-Ehe wandten (queer.de berichtete). Die Kundgebung wurde von der oppositionellen konservativen Partei unterstützt, die sich damit eine Wählermobilisierung erhofft. Das Volk wählt im März ein neues Parlament; Sozialisten und Konservative liefern sich Umfragen zufolge derzeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Bischöfe: Schwule wie Pädos und Regierung "radikal"

In Interviews kritisierten in den letzten Tagen Bischöfe die Regierungspolitik und beschimpfen Homosexuelle als "krank". Bernardo Álvarez, der Bischof von Teneriffa, verglich Schwule vergangene Woche mit Kinderschändern. Homosexuelle seien "krank wie Päderasten", erklärte er gegenüber der Lokalzeitung "La Opinión". Ohnehin seien nur sechs Prozent der "Fälle von Homosexualität" biologisch bedingt, so der Bischof, alle anderen Schwulen entschieden sich aus freien Stücken für ein lasterhaftes Leben. Jugendliche seien überdies teilweise selbst Schuld, wenn sie missbraucht werden: "Es gibt 13-Jährige, die völlig einverstanden sind und es sich zudem wünschen. Wenn man nicht aufpasst, provozieren sie einen sogar. Das mit der Sexualität ist etwas komplizierter, als es scheint", so Álvarez. Nach Protesten von Homo-Gruppen und Klage-Androhungen weigert sich der Bischof nun, seine Äußerungen zu kommentieren.

Auch andere Kirchenvertreter stellen sich hinter die Kritik: So erklärte Kardinal Antonio Cañizares, dass die Regierung wegen ihrer Homo-Freundlichkeit die Zukunft der Gesellschaft bedrohen würde. Der Madrider Erzbischof Antonio María Rouco Varela sagte in einem Interview, die Homo-Ehe schränke die Menschenrechte von Christen ein. Agustín García-Gasco Vicente, Erzbischof von Valencia, geiselte die "radikale Weltlichkeit" der Regierung. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

23 Kommentare

#1 MalteAnonym
  • 03.01.2008, 16:38h
  • "In Interviews kritisierten in den letzten Tagen Bischöfe die Regierungspolitik und beschimpfen Homosexuelle als "krank". Bernardo Álvarez, der Bischof von Teneriffa, verglich Schwule vergangene Woche mit Kinderschändern. Homosexuelle seien "krank wie Päderasten"

    Wer wirklich krank ist, sind diese katholischen "Geistlichen", die Hass verbreiten und Christentum pervertieren...

    Ich bin nur froh, dass es wenigstens in Spanien noch aufrechte Politiker gibt, die das reichste Unternehmen der Welt offen kritisieren und in die Schranken weisen. In Deutschland haben wir solche Politiker leider nur sehr vereinzelt (z.B. Volker Beck von den Grünen)...
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#2 madridEUAnonym
  • 03.01.2008, 17:37h
  • Die gegenseitigen Anschuldigungen zwischen Bischöfen und Regierung gehen nun in eine Phase unterhalb der Gürtellinie, dass die Fetzen fliegen. Aufgehorcht haben wir aber, als der konservative Oppositionsführer Mariano Rajoy soeben versicherte, die durchgepaukten Antidiskriminierungsgesetze und Homogleichstellung nicht zurückzunehmen, sollte er die Wahl gewinnen. Deutlich schielt er da wohl auf das millionenfache Wählerpotential der Frauen und Homos.Über die dem Klerus besonders verhasste Schulerziehung zur Vielfalt hat er vorsorglich nicht gesprochen. Die COPE, zu vergleichen mit RadioMaría in anderen Ländern,nennt Rajoy schon "maricomplejines", (Komplexmarie), da offen über seine eigenen Veranlagungen gemunkelt wird. Welch ein Schauspiel läuft da vor unseren schwulen Augen ab, dass es schon fast wieder zum Karneval avanciert.
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#3 RalfAnonym
  • 03.01.2008, 18:37h
  • Eigentlich schön, dass das Christentum so deutlich und jedermann sichtbar seine hässliche Fratze zeigt.
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#4 wolfAnonym
  • 03.01.2008, 19:00h
  • eigentlich stellen die herrschaften eine gefahr für die allgemeinheit da und gehören weggesperrt !
    da wird gezielt zur jagd auf homos aufgerufen, unglaublich, dieses faschistoide rattenpack ?
    aber ist doch "lustig", bislang hat sich noch kein politiker der eu, ausser spanische , dazu geäussert.

    schlimmer noch, diese kirche nimmt jedem christen die möglichkeit, ihr weiter anzugehören !
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#5 HugoAnonym
  • 03.01.2008, 20:28h
  • Da sieht man, das die Kirche mitregieren will. Warum aüßert Sie sich ausgerechnet jetzt, so radikal, wenn Wahlen stattfinden sollen.
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#6 PoldiAnonym
  • 03.01.2008, 21:01h
  • vielleicht meint der "ehrenwerte" herr bischof, wenn er behauptet, 13jährige provozieren teilweise die homosexuelle verführung, dass die knaben womöglich über die pfaffen herfallen.
    ja, die kath. paradiesvögel, sie tragen nicht nur narrenkostüme, sie pflegen in jeder hinsicht auch närrisches gedankengut.
    ich denke, dem bischof täte mal ein ausgewachsener knabe gut, der seine sexuellen phantasien stoßweise wieder auf das richtige gleis bringt.
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#7 PiratAnonym
  • 03.01.2008, 21:23h
  • Na endlich sagt es der Bischof mal so , wie es ist! Es sind die Jugendlichen selber schuld, wenn sie missbraucht werden, ja sie legen es geradzu darauf an. Sucht dieser Volksverhetzer eine Entschuldigung für zukünftigen Missbrauch durch Kirchenobere???

    Klingt fast so! Wer wie dieser Verein soviel Unrecht, Blut , Verderben und Tod an den Händen kleben hat, sollte aber sowas von die Schnautze halten!
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#8 SchnauzerAnonym
  • 04.01.2008, 09:49h
  • Also ,ich bin lange Jahre im Dienst der Kirche gewesen und kann nun mit sicherheit Behaupten, daß
    ca.50 % der Priester und Ordensleute Homosexuell veranlagt sind.Ich kann da echt nur Ralf zustimmen der schreibt "....Eigentlich schön, dass das Christentum so deutlich und jedermann sichtbar seine hässliche Fratze zeigt....."
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#9 SaschaAnonym
  • 04.01.2008, 12:55h
  • @madridEU:

    Die spanische Regierung ist ein schillerndes Positiv-Beispiel, von dem sich jede einzelne Partei in diesem Lande eine dicke Scheibe abschneiden sollte!

    Insbesondere die Partei von Frau Zypries, die ihre Kirchenhörigkeit und faktische Homo-Feindlichkeit ja unlängst eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat.

    Der klerikalte Unterdrückungsapparat muss in aller Offenheit und Deutlichkeit bekämpft werden!
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#10 madridEUAnonym
  • 04.01.2008, 15:49h
  • @sascha: Im Grunde werden hier weder von Sozialisten noch Konservativen ernsthaft Homo-Gleichstellung und Antidiskriminierungsgesetze diskutiert. Nur bei der neuen laizistischen Erziehung an öffentlichen Schulen werden die Konservativen bei einem Wahlsieg dann doch den Kniefall vor dem Klerus machen, falls sie eine Regierung zustande bringen, was äusserst schwierig sein wird. Mineralölbedingte steigende Preise und konjunkturabhängige Flaute im Baugewerbe läuten bereits das Ende des Wirtschaftsbooms und damit das Vertrauen in die Sozialisten bei uns ein. Die Konservativen machen in altbekannter Art natürlich nicht darauf aufmerksam, dass die gesamte EU unter diesen Voraussetzungen leidet. Zapateros Klüngelei mit radikalen Separatisten im Baskenland und Katalonien werden ihn weitere Stimmen kosten. Aber Spanien wählt in seiner Gesamtheit vorrangig links und falls IU(Vereinigte Linke) und Regionalparteien mit den Sozialisten die nächste Regierung bilden würden, käme eine bequeme und fortschrittliche Mehrheit zustande. Bleibt zu hoffen, dass die Ablehnung der Bevölkerung gegenüber dem katholischen Unterdrückungsapparat zum Sieg der Progressiven führt.
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