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"Schwule sind Kinderschänder" – das ist die Gleichung eines der ranghöchsten spanischen Katholiken.

Von Dennis Klein

Viele traditionsbewusste Katholiken müssen vom schnellen Wandel in Sachen Homo-Rechte überrollt worden sein wie ein Maulwurf auf der Autobahn: Anfang der 70er steckte Diktator Franco Schwule noch ins Umerziehungslager, erst vor 29 Jahren wurde das Verbot von Homosexualität (laut Gesetz "der niedrigste Grad der Moral") abgeschafft. Und heute ist Spanien eines der wenigen Länder die Schwule und Lesben ganz natürlich die gleichen Rechte zusteht, die auch Heterosexuelle für sich in Anspruch nehmen.

Dass die Führung der katholischen Kirche hinter diesen Entwicklungen zurückbleibt, ist keine Überraschung. Dass sich allerdings während des Parlamentswahlkampfes so mancher ihrer Anführer in blindem Hass gegen eine Minderheit profilieren will, ist nicht zu entschuldigen. Insbesondere dann, wenn das älteste Schwulenklischee als Beweis für die Boshaftigkeit von männlichen Homosexuellen angeführt wird: Dass sie es einzig auf die Kinder der hart arbeitenden katholischen Familie abgesehen haben.

Besonders deutlich hat das jetzt Bischof Bernardo Álvarez formuliert (queer.de berichtete). Seine Gleichung besteht aus zwei Schritten: Erstens, Schwule wählen sich ihre Sexualität aus – sie können sich also frei für das "Böse" entscheiden. Zweitens, sie wollen Kinder penetrieren – denn da sie ja schon moralisch korrumpiert sind, ist es diesem Pfaffen zufolge nur ein kurzer Weg zur Vernichtung des Produktes der heterosexuellen Ehe.

In Ländern wie Spanien, in denen gleiche Rechte bereits erreicht worden sind, ist es sehr unwahrscheinlich, dass diese wieder weggenommen werden. Daher ist die radikale Meinung eines Pfaffen für die Gesetzgebung kaum gefährlich – gerade weil sich in Spanien eine klare Mehrheit der Bevölkerung für Gleichberechtigung ausspricht. Gefährlich ist es aber gerade für schwule und lesbische Jugendliche, deren Eltern den Bischof ernst nehmen. Ihnen droht Ausgrenzung – und internationale Studien belegen, dass dieser Druck in vielen Fällen für Selbstmordversuche verantwortlich ist.

Es ist ohnehin unlogisch, dass der Bischof Schwule und Lesben wegen der Homo-Ehe geißelt: Warum die westliche Welt implodieren soll, wenn Homo-Paare genauso langweilig-bürgerlich leben wollen wie ihre heterosexuellen Nachbarn, ist kaum verständlich. Und warum das mit Kindesmissbrauch in Zusammenhang gebracht wird, ist noch unklarer. Für seine Hass-Attacke, die junge Menschen in den Suizid treiben kann und Übergriffe auf Schwule und Lesben geradezu herausfordert, erhält Bernardo Álvarez die erste Homo-Gurke des Jahres 2008.

3. Januar 2008



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

30 Kommentare

#1 MalteAnonym
  • 03.01.2008, 16:48h
  • "Erstens, Schwule wählen sich ihre Sexualität aus – sie können sich also frei für das "Böse" entscheiden."

    Nein, wir entscheiden uns nicht für das Böse. Wir sind doch nicht die katholische Kirche...

    Im Gegensatz zu denen hassen wir nicht, sondern wir lieben! Wir sind auf der Seite des Guten...

    Die katholische Kirche ist mit ihrem Verhütungsverbot mitschuldig an Millionen Toten und Kranken sowie AIDS-Waisen. Mit ihrer Hetze gegen Schwule und Lesben liefern sie tumben Schlägern die Rechtfertigung für ihre Gewalt und treiben Jugendliche in den Selbstmord.

    Nein, für dieses Böse werden wir uns nie entscheiden, das sollen die ruhig selbst weiter machen, dann laufen ihnen noch mehr Leute weg, denn keiner will deren Blut an seinen Händen. Wer da Mitglied ist, unterstützt die moralisch und finanziell...
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#2 Jürgen FriedenbergAnonym
  • 03.01.2008, 16:49h
  • Da fehlen einem wirklich die Worte! Soviel Unverständnis eines Bischofs kann nur boshaft sein.
    In meinem "Gebetbuch eines schwulen Mannes", ebthalten in meinem Gedichtband "Männerliebe pur" , habe ich bereits vor Jahren gefragt: "O Herr, wann endlich werden auch die Kirchen erkennen, dass Sex kein Fluch ist, sondern ein Gottesgeschenk?" Und wenn Gott die Liebe isr, dann sind vor Gott alle Liebenden gleich.
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#3 Georg FalkenhagenAnonym
  • 03.01.2008, 16:50h
  • Eine verdiente "Ehrung". Man bekommt wirklich die "Schwule Wut", wenn mensch so attackiert wird. Könnte Papa Ratzi gerne zurufen: "Alda, hasse se noch alle".

    Aber die Grundgute auf dem Pfauenthron , äh Petersdom, Quatsch - PetersStuhl (oder so ähnlich) sollte so schon mal so gegeißelt werden. Wie im Himmel so auf Erden. Itzt!!!

    Berlin, DONNERStag, am 3. Jänner 2008 v.u.Z. zu Berlin-Rixdorf um 16 Uhr 50 MEWZ.
    Georg Falkenhagen
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#4 FloAnonym
  • 03.01.2008, 16:53h
  • Die katholische Kirche kann sich einfach nicht damit abfinden, dass in der Demokratie die Trennung von Staat und Kirche herrscht. (wenn auch leider nicht in allen Demokratien, man siehe nur, welchen Einfluss die Kirche in Deutschland, Polen und Italien hat).

    Die katholische Kirche will keine Demokratie. Die wollen das Mittelalter zurück, wo sie uneingeschränkt herrschen und kassieren können....
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#5 gerdAnonym
  • 03.01.2008, 17:00h
  • Wie masslos verdorben und böswillig, muss ein Mensch sein, wenn er homosexuellen Menschen wie dem CDU-Bürgermeister von Hamburg Ole von Beust oder der CDU-Kultusministerin und Vizeministerpräsidentin Karin Wolff in Hessen Kinderschänderei unterstellt.

    Es sind immer wieder katholische, ältere Bischöfe die dermassen hasserfüllt predigen Kein Wunder haben diese zölibatären Männer doch nie in ihrem Leben einen Menschen wahrhaft geliebt.

    Da lobe ich mir doch die deutschen lutherischen Bischöfe der EKD, die das Gegenteil predigen. Sehr gut beispielsweise das Grundsatzpapier der EKD "Verantwortung und Verlässlichkeit stärken". Da gibt es nur eine richtige Entscheidung: austreten aus der katholischen Kirche. Es gibt bessere Kirchen, wie die Lutheraner, Altkatholiken oder die Metropoltian Community Church.
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#6 Georg Falkenhagen BerlinAnonym
  • 03.01.2008, 17:04h
  • halt nee, ick hab noch wat vajessen, ne schoene schmaehung naemlich:
    Mach lieber mal pisa, du wixer alias Benedikt XIV.

    Aber dit vastehste ja sowieso nich. Host mi?
    Herzliches Venceremos!
    GF
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#7 OlliverAnonym
  • 03.01.2008, 17:35h
  • "Die da viel lieben, die schweigen selig.
    Die nicht lieben, sind stets Aufpasser der Liebe."

    (Mechthild von Magdeburg)

    "Seltsam sind einzig die Menschen,
    die niemanden lieben."

    (Rita Mae Brown, Schriftstellerin)

    "Die These, in Sodom und Gomorrha gehe es um schwulen Sex, ist etwa so zutreffend wie die Behauptung, die Geschichte von Jona und dem Wal sei eine Abhandlung über Fischerei."

    (Peter Gomes)

    "Liebe zwischen zwei Menschen, ob gleichen oder verschiedenen Geschlechts, ist zu schützen und zu respektieren. Jemand anderen zu lieben, ob gleichen oder verschiedenen Geschlechts, gehört zu den wertvollsten menschlichen Erfahrungen."

    (Basil Hume)
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#8 MarcAnonym
  • 03.01.2008, 17:37h
  • Wer Liebe verdammt und Hass verbreitet, verfolgt die Ziele des Bösen und ist sehr gefährlich...
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#9 madridEUAnonym
  • 03.01.2008, 18:05h
  • Solch eine schlichte Aussage ist überhaupt nicht diskutabel, weil ihr kein Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie zugrunde liegt. Álvarez schlägt irrational und wütend um sich, weil er weiss, dass er und seine Mitstreiter auf verlorenem Posten stehen. Nicht wenige Spanier sehen begeistert, wie dieser ehemalige Macht- und Folterapparat erstmalig in die Defensive gehen muss.
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#10 RalfAnonym
  • 03.01.2008, 18:43h
  • Für mich ist das Interessanteste, dass der Bischof sich durch Kinder zum Sex provoziert fühlt, wie er im selben Interview zum besten gegeben hat. Darüber sollte man nachdenken.
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