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Der NDR hat fünf Kandidaten gefunden, die Deutschland vertreten wollen: Sie sind solide, aber zum größten Teil nicht besonders aufregend.

Von Dennis Klein

Letztes Jahr waren es noch drei, 2008 kämpfen fünf Kandidaten um den deutschen Platz im Finale des Eurovision Song Contest. Das gab der Norddeutsche Rundfunk heute bekannt. Als Favorit am 6. März gilt die Retortenband No Angels, der pubertierende Mädels mehrfach auf Platz 1 der deutschen Charts geholfen haben. Sie tritt die Nachfolge der ebenfalls gecasteten und ebenso seelenlosen Gruppe Monrose an, die letztes Jahr überraschend Roger Cicero unterlegen war (queer.de berichtete). Außerdem dabei: Der Schmusesänger Tommy Reeve (erste Single: "I'm sorry"), Musicalstar Carolin Fortenbacher ("Mamma Mia") sowie die Popband Marquess, die mit einem spanischsprachigen Sommersong ins Rennen geht. Zuletzt brachten sie es mit dem Hit "Vayamos Compañeros" bis auf Platz 2 der deutschen Charts.

Musikalisch am interessantesten ist wohl die Teilnahme der Gruppe Cinema Bizarre, die vom NDR als Band "zwischen Glamrock und Transgender" charakterisiert wird. Die fünf Jungs zwischen 19 und 23 Jahren orientieren sich in ihrem Outfit an japanischen Anime-Figuren, ihre Musik aus Gitarrenklängen und Elektropop erinnert an New Wave. Ihr bislang erfolgreichstes Lied "Lovesongs (They Kill Me)" kletterte in den deutschen Charts bis auf Rang 9, ihre im Oktober veröffentlichte erste Platte erreichte ebenfalls den 9. Platz. Insbesondere wegen ihrer Optik werden die Jungs mit Tokio Hotel verglichen, die ebenfalls beim Label Universal unter Vertrag stehen.

Sprachlich scheint er NDR dem deutschen Zungenschlag nicht mehr so recht zu trauen. Nur Carolin Fortenbacher wird ein Lied in ihrer Muttersprache singen, Marquess wird erstmals versuchen, Deutschland auf Spanisch zu vertreten. Die drei anderen Teilnehmer trainieren ihr "Tie-Ätsch" auf Englisch.

Bessere Sänger bei Stefan Raab

Bleibt abzuwarten, wie gut die Qualität der fünf Teilnehmer sein wird (die Casting-Band No Angels klingt ohnehin immer gleich). Eines zeigt sich aber auch dieses Jahr wieder: Die besseren Acts sammeln sich bei Stefan Raabs Konkurrenz-Veranstaltung "Bundesvision Song Contest", der am 14. Februar live auf Pro Sieben ausgestrahlt wird. Neben der innovativen neuen Rockband Nevada Tan, die für Schleswig-Holstein ins Rennen geht, treten auch so unterschiedliche deutsche Stars wie Laith Al-Deen (Baden-Württemberg), Clueso (Thüringen) und die Sportfreunde Stiller (Bayern) an. Auch die hochgelobte Indie-Band Madsen (Niedersachsen) singt lieber für den Bundes- als den Eurovision Song Contest. Alle Interpreten werden hier auf Deutsch antreten. Die Lieder werden ab dem 21. Januar in der Sendung "TV Total" vorgestellt.

Eurovision Song Contest – Vorentscheidung live aus Hamburg am 6. März um 20:15 Uhr im Ersten – Finale live aus Belgrad am 24. Mai um 21:00 Uhr im Ersten.

Bundesvision Song Contest live aus Hannover am 14. Februar um 20:15 Uhr auf Pro Sieben.


10. Januar 2008



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#1 Dan MNAnonym
  • 12.01.2008, 18:20h
  • Also, ich weis gar nicht, was sich das soll. Das Konzept der letzen 2 Jahre finde ich sehr überzeugend, wenn auch die Qualitätsdichte bisher zu wünschen übrig lies. Aber dieses Jahr ist das meiner Meinung nach anders: 5 Interpreten aus 5 verschiedenen Musikbereichen, die auch alle noch gut singen können. Ich bin fest davon überzeugt, dass egal wer auch gewinnen mag, uns in Belgrad würdig vertreten wird und wir dieses Jahr mehr Punkte einsacken, als die letzten Jahre (hoffentlich!!!!!!!!!).

    Und zum Thema Sprache kann ich nur sagen, dass wenn wir in diesem Leben nochmal den ESC gewinnen wollen, unser Lied nun mal in Englisch gesunden werden muss. Anderst werden wir wohl keine Chance haben. Das beste Beispiel sind doch die Franzosen: singen Jahr für Jahr in ihrer Landessprache und was hat es ihnen gebracht?... Gar nix, schaut euch doch mal deren Ergebnisse an, die haben noch weniger gerissen als wir!

    In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen schönen VE und dem besten Lied das Ticket nach Belgrad...
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#2 WernerAnonym
  • 17.01.2008, 19:37h
  • So ein Quatsch! "Molitva" wurde ja auch in serbisch gesungen und hat gewonnen. Und zu dem Märchen, Deutschland würde mit englischsprachigen Texten besser fahren:

    1977: Platz 8 (von 18)
    2002: Platz 21 (von 24)
    2003: Platz 12 (von 26)
    2004: Platz 8 (von 24)
    2005: Platz 24 (von 24, also LETZTER!!!)
    2006: Platz 15 (von 24).

    Wer Augen hat zu sehen, dem wird auffallen, dass man damit bestenfalls im oberen Mittelfeld gelandet ist (1977 und 2004), einmal knapp in der oberen Hälfte (2003), einmal knapp in der unteren (2005). Ansonsten: 1 x Letzter, 1 x Viertletzter. Abgesehen davon ist die deutsche Sprache nicht zuletzt dank Tokio Hotel im Ausland salonfähig.

    Dieser allgemeine Drang nach der englischen Sprache ist nichts anderes als ein Hang zum anglo-amerikanischen Kulturimperialismus, und sonst gar nichts! Verdammt nochmal, Europa hat eine reichhaltige Sprachenvielfalt! Also ist es angebracht, sie zu pflegen und nicht alles den Globalisierungs-Aspekten zu unterwerfen. Schließlich geht es um Kultur, und da hat ein Joghurt bekanntermaßen mehr als die USA!!!
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#3 WernerAnonym
  • 17.01.2008, 19:48h
  • So, aber nun zu der ach-so "krass klasse"-Auswahl (lt. Jan Feddersen): was werfen wir denn ins Gefecht? Eine abgehalfterte Girlgroup namens "No Angels", deren großspurig angekündigtes Comeback im vergangenen Jahr gnadenlos gefloppt ist. Ein Auftritt beim ESC ist wohl der letzte vor der nächsten "Ich bin ein Star, holt mich hier raus"- oder "Big Brother"-Staffel.

    Dann haben wir noch ein Tokio Hotel-Rip-Off namens Cinema Bizarre (Mensch, NDR, nimm doch lieber das Original, dann klappt' s sogar mit dem Osten!!!).

    Ein Schnulzenheini und Frauenversteher namens Tommy Reeve (so etwas ähnliches hatten wir doch schon im vergangenen Jahr).

    Eine Handvoll Ersatz-Latinos namens Marquess (zumindest wie sich ein Ballermann-Touri spanische Musik vorstellt).

    Einziger Hoffnungsschimmer ist für mich Carolin Fortenbach: als Musical-Sängerin besteht zumindest die Chance, dass sie gut bei Stimme ist, und der Text soll von Pe Werner stammen, was ja nun auch nicht unbedingt das Verkehrteste wäre.

    Kurz und gut: eine riesige schwarze Wolke mit einem silbernen Rand.
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