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Die schönste Foltershow des deutschen Fernsehens ist wieder da – Schwuppen mischen wie immer kräftig mit!

Von Dennis Klein

Die RTL-Dschungelshow hat in den ersten beiden Staffeln bereits TV-Geschichte geschrieben. Wer erinnert sich nicht gerne entzückt daran, wie Superhusche Daniel Küblböck – den sadistischen Zuschauern sei Dank – ein ums andere Mal Ekelproben erledigen musste und dabei regelmäßig in die Kameras geheult hat. Oder wie Superzicke Désirée Nick der angeekelten Bohlen-Gespielin Naddel bei Verzehr von Megaraupen anschrie: "Schluck’s runter!". Nicht, dass Frau Abd el Farrag diesen Satz zum ersten Mal hört…

"Ich bin ein Star, holt mich hier raus" wird geliebt und noch mehr gehasst – und ist ab heute nach dreijähriger Abstinenz wieder auf Sendung – und gleich im modernen 16:9-Format. Einschaltquotenmäßig gehörte die Show, die auch in den USA, England, Frankreich und Holland Erfolge feierte, zu den absoluten Highlights. Allerdings war es selbst den hartgesottenen Werbetreibenden zu trashig. Das zählt aber wohl nicht mehr: Hauptsponsor der Sendung ist eine der größten deutschen Firmen, die allseits beliebte Telekom.

10 Jünger und zwei göttliche Moderatoren

Auch wenn der Name reine Ironie ist: Von Stars lässt sich bei der Auswahl der zehn leidlich Prominenten nur schwerlich reden. Da wäre einmal der schwule Ross Antony, extrovertierter Ex-Sänger der Gruppe BroSis. Vorberichten zufolge ist darauf zu schließen, dass er auf Daniel Küblböcks Superhuschenstatus aus ist. Für schwule Schlagerfreunde ist auch ein Gott im Rennen: Bata Illic, mit 68 Jahren inzwischen selbst nach der Anhebung des Rentenalters ein Fossil, der einst den Namen "Michaeeeeeeela-a-ah" populär machte. Ex-Pornodarstellerin Michaela Schaffrath ("Gina Wild") soll etwas Würze in den unschuldigen Urwald bringen. Seriendarstellerin Julia Biedermann, Modedesignerin Barbara Herzsprung, Tänzerin Isabel Edvardsson, DSDS-Sängerin Lisa Bund, Musiker DJ Tomekk, RTL-Moderator Björn-Hergen Schmimpf und Ex-Fußballnationaltorwart Eike Immel werden wohl auch den ein oder anderen Nervenzusammenbruch erleiden dürfen.

Gewohnt gehässig moderiert der schwule Vegetarier Dirk Bach wie in den beiden ersten Staffeln die Kakerlaken-Massaker im Dschungel. An seiner Seite steht die lächelnde Domina Sonja Zietlow, einer der RTL-Allzweckwaffen. Bei aller Kritik an der Sendung muss man eines den beiden lassen: Ihre brutalstmöglichen Ironieanfälle sind immer köstlich.

Warum gehen die Kandidaten in den Dschungel? "Ich hab für RTL schon so viel Blödsinn gemacht", begründet Björn-Hergen Schimpf, der ja bereits in der ersten Stunde des Senders in den 80er Jahren für die damals in Luxemburg ansässige Anstalt aktiv war. Dem 64-Jährigen scheint Privatfernsehen schon so in Fleisch und Blut übergegangen zu sein, dass nichts mehr wehtut. Die meisten anderen Teilnehmer wollen wohl versuchen, gegen ihre Bedeutungslosigkeit anzukämpfen – was den beiden bisherigen Gewinnern Costa Cordalis und Désirée Nick zumindest ein wenig gelungen ist. Auch andere Dschungelbewohner konnten ihren Trashauftritt für sich nutzen: So ergatterte das umstrittene "Hackebeil" Caroline Beil ("Motherfuckers") einen recht akzeptablen Job in einer ARD-Soap. Für andere geht es um die glatte Existenz. So musste der inzwischen 47-jährige Eike Immel, der in den 80ern das größte Towarttalent der Nation war, erst kürzlich einen Offenbarungseid leisten. Er hatte Zeit seines Lebens über seine Verhältnisse gelebt und sich übelst verspekuliert. Die RTL-Kohle kann er also gut gebrauchen.

Kreischen mit Ross

Doch genug vom realen Leben und ab in den Dschungel: "Unser" Kandidat, der 33-jährige Ross Antony, verspricht schon, bei den Ekel-Tests zu unser aller Unterhaltung laut zu kreischen: "Ich hab tierische Angst wegen Spinnen, Ratten und Kakerlaken", erklärte Antony neugierigen RTL-Reportern. Selbst in der Natur zu schlafen – auch (oder gerade) wenn er von 50 Kameras umgeben ist – bereite ihm Missmut. Aber es gibt Abhilfe: Zwei Luxusgegenstände dürfen die Kandidaten mitnehmen. Antony entspricht bei der Auswahl gewissen Klischees: Er will ein Kuscheltier und "ein Pott Haargel" im Dschungel bereithalten - damit die blondierte Mähne auch im Dschungel so vorbildlich steht wie auf den Promo-Fotos. So hat er eines mit Bata Illic gemein: Der will im Dschungel darauf achten, dass er immer gut gekämmt ist – eine Augenweide! Julia Biedermann ("Ich heirate eine Familie") geht hier pragmatischer vor: Sie bringt ein Kopfkissen und ein Taschenmesser nach Australien mit – die Schlangen oder die Dschungelkollegen könnten ja zu sehr nerven…

"Ich bin ein Star, holt mich hier raus" – erste der geplanten 16 Folgen: Freitag, 11. Januar, 22:15 Uhr, RTL (Wdh. um 0:35 Uhr)

11. Januar 2008



14 Kommentare

#1 bastianAnonym
  • 11.01.2008, 12:54h
  • Diesen Bericht muss ich aber nicht verstehen?! Oder?!? Da wird doch immer von Einigkeit und Toleranz gepredigt und dann liest man hier "unser" Mann. Mal abgesehen davon, daß ich auch die Bezeichung "Super-Schwuppe" mehr als klischeehaft daneben finde! Und dann wird jetzt schon angekündigt, daß wir uns eines kreischenden homosexuellen Ex-Band-Mitglied erfreuen dürfen, der auch noch sein Kuscheltier (womöglich eine pinke Plüschmaus?!) mitbringt. Gute Nacht schöne Welt! Und wie ist das hier eigentlich für die eingefleischten Queer.de-Schreiber und Gegen-Hetero-Dauer-Nörgler?! Darf man die Sendung überhaupt schauen? Schließlich ist da ja eine Ex-Porno-Queen dabei und die ist auch noch Hetero! Ui ui ui, sehr bedenklich. Sollte es für mehr Toleranz nicht nur ein Ich-bin-ein-Gay-holt-mich-hier-raus-Dschungelcamp geben? Fragen über Fragen!! Vielleich kann mir jemand weiterhelfen?!? Schönes Woend @all

    Bastian :-D

    *loool
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#2 wolfAnonym
  • 12.01.2008, 08:10h
  • wer rtl guckt, ist selber schuld !
    hätten die alle was anständiges gelernt, würde uns einiges erspart bleiben !
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#3 björnAnonym
  • 12.01.2008, 10:57h
  • "Oder wie Superzicke Désirée Nick der angeekelten Bohlen-Gespielin Naddel bei Verzehr von Megaraupen anschrie: "Schluck’s runter!". Nicht, dass Frau Abd el Farrag diesen Satz zum ersten Mal hört…"

    Ha. Ha.
    Wie witzig...

    Das nennt man wohl Pubertätshumor.
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#4 wolfAnonym
#5 seb1983
  • 12.01.2008, 15:42h
  • Natürlich haben wir diese Perle der Fernsehunterhaltung gestern auch bewundert, immerhin hieß es bei Ross dann auch "hey, der gehört doch zu euch oder", woraufhin unsere kleine Inseltunte natürlich prompt in Dauergeheule ausgebrochen ist und mit seinem Teddy geschmust hat *g*

    Hier übrigens eine Zusammenfassung für alle die gestern leider leider nicht einschalten konnten*g*:

    www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,528213,00.html
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#6 madridEUAnonym
  • 12.01.2008, 16:38h
  • @seb1983: Auf köstliche Weise wird uns in Deinem Spiegel-online-Link vorgeführt, was als Strafe für die Abhängigkeit von RTL-Müll zu erwarten ist. Da gibt es aber jederzeit hervorragende Produktionen bei Öffentlich-Rechtlichen oder Arte, wenn man auf einen gelungenen Fernsehabend in deutscher Sprache ausweichen will. Simone de Beauvoirs Stimme erschien erhellend mit Alice Schwarzers Einblendung auf "kulturzeit" über 3-SAT, während Beauvoirs frühere Schaffensjahre gestern auf ARTE als Film liefen. Man kann zu ihnen stehen wie man will, aber sie haben sicher einen grösseren Beitrag zu ihrer und unserer Emanzipation geleistet als der "zurückschlagende Dschungel" mit all seiner minderwertigen Aussage.
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#7 mixAnonym
#8 lollipop Anonym
  • 13.01.2008, 16:28h
  • Sorry, ihr seid in meienm Ansehen echt gesunken. Über so eien grottenschlechte Soap eien Artikel zu schreiben ist eigentlich nicht euer Niveau.

    "Köstliche Ironie" Ich hoffe das war nicht ernst gemeint !
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#9 BerndAnonym
  • 13.01.2008, 18:41h
  • Hier wird immer gesagt, daß zu wenig für Hartz4 Empfänger getan wird. RTL tut jetzt was für sie und das wird immer noch kritisiert. Man kanns niemandem rechtmachen
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#10 björnAnonym
  • 14.01.2008, 00:01h
  • Natürlich pflege auch ich meine Abende gemeinhin zu verbringen mit einem guten Wein, einer guten Zigarre und einem guten Buch (aber keinesfalls Kafka oder Thomas Mann - die sind mir sprachlich zu vulgär und haben sich für meinen Geschmack generell zu sehr dem Mainstream ergeben), derweil der Gatte darüber sinniert, wie wir unsere diese Woche erworbenen Gemälde placieren sollten, er seine Sammlung von Erstausgaben entstaubt oder wir uns hemmungslos in einer Diskussion über Hegel, Schopenhauer und Kant ergehen.

    Sollte einer von uns aber doch versehentlich dieses Radio mit Bildern einschalten (von dem kein kultivierter Mensch ernsthaft glauben kann, daß es eine große Zukunft haben wird) - das Schloß an dem Schränkchen, in welchem es sich befindet , ist zudem seit geraumer Zeit defekt -, so kann es sich begeben, daß wir versehentlich in eine Sendung wie die geschilderte geraten (obwohl wir etwas dermaßen Widerwärtiges wie kommerzielles Fernsehen willentlich und wissentlich natürlich niemals einschalten würden). Und dann drängt sich uns doch die Frage auf: Wie feindlich gegenüber uns, welche wir mit einer unheilvollen Veranlagung geschlagen sind, ist es eigentlich, wenn sich als einziger Repräsentant unserer Gruppe wieder mal jemand vor der Kamera produzieren darf, der sämtlichen Klischees entspricht: Vor allem Angst hat, schrill herumkreischt, hyperaktiv herumhampelt, keine zwei Tage ohne seinen Teddy und sein Haargel leben kann und bereits zu weinen beginnt, wenn ihm mitgeteilt wird, daß er als Kandidat für eine Aufgabe ausgewählt worden ist?
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