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Darf ich Kondome oder Gleitgel in exotische Reiseländer mitnehmen, in denen Homo-Sex verboten ist?

Von Dennis Klein

Die polnischen Behörden haben unlängst ihre Bevölkerung aufgefordert, bei einer Reise ins benachbarte Weißrussland unbedingt Kondome mitzunehmen. Denn wenn ein mit dem Auto einreisender Besucher – egal ob junger Mann, Rentner oder katholischer Priester – keine Verhüterli mitführt, kann ihm die Einreise verweigert werden. Seitdem sind an der Grenze die Kondomverkäufe steil nach oben gegangen, berichten polnische Medien.

So vorsorgend können angesichts der Aids-Epidemie also selbst etwas rückständige Regierungen sein. Doch wie sieht es in anderen Ländern aus, in denen unehelicher Sex und Homosexualität absolut tabu sind? Muss man hier um Leib und Leben fürchten, wenn Zöllner im Handgepäck Präservative samt Gleitgel finden?

Nicht nur schwule Touristen fragen sich, wie sicher es ist, in homophobe Staaten Kondome und Co. einzuführen oder dort zu erwerben. Grundsätzlich gilt: Kein Land der Welt verbietet das Mitführen von Verhüterlis und Flutsche. Selbst in Saudi-Arabien gibt es Kondome in Krankenhäusern, Apotheken und sogar einigen Supermärkten. Auch im Iran werden Kondome geduldet und sogar kostenlos verteilt – auch, um dort die Bevölkerungsexplosion aufzuhalten. Außerdem haben selbst Diktaturen eingesehen, dass HIV ein Problem werden kann.

Das heißt aber nicht, jeder kann fröhlich überall Homo-Sex betreiben, solange er safe ist. So besteht in beiden erwähnten Ländern auf homosexuelle Handlungen nach wie vor die Todesstrafe – und wird auch verhängt, wenn auch bislang "nur" bei Einheimischen. Gerade in Saudi-Arabien gibt es kein Recht auf Privatsphäre. Die Behörden können Häuser, Hotelräume oder Autos ohne richterlichen Beschluss durchsuchen. Daher kann in diesen Ländern Homo-Sex insbesondere mit Einheimischen zu Komplikationen führen.

Präservative zu besitzen (oder heimlich in sicherer Umgebung zu nutzen) ist indes in so gut wie allen Fällen für Urlaubspaare kein Problem, auch nicht in Afrika oder Asien. Dennoch kann es natürlich manchmal Unannehmlichkeiten geben, wenn ein Zöllner Kondome und Gleitgel im Reisegepäck entdeckt – sei es, dass er das als gläubiger Katholik grundsätzlich ablehnt oder weil er Homosexualität hinter dem Fund vermutet. Hier gilt es, möglichst Ruhe zu bewahren. Auch sollte natürlich keine Flutsche mitgenommen werden, auf der ein nackter Mann (oder auch eine nackte Frau) abgebildet sind – geschweige denn eine Orgie. Ebensowenig sollten ein erigierter Schwanz oder sonstige künstlerischen Verzierungen zu sehen sein, die auf solchen Fläschchen gerne prangt. Je klinischer die Tube aussieht, desto besser – denn eine K-Y-Flüssigkeit aus dem Drogeriemarkt kann natürlich auch für andere Tätigkeiten außer dem Analsex verwendet werden, beispielsweise zum Einführen eines Fieberthermometers.

Gerade bei Reisen in abgelegene Gebiete empfiehlt es sich, den notwendigen Vorrat an Verhüterli und Flutsche mitzunehmen, da dort manche Dinge, die als moralisch fragwürdig empfunden werden, nicht immer vorrätig sind. Das Gleiche gilt aber auch für andere Notfall-Produkte der Hausapotheke wie Medizin gegen Durchfall oder das profane Aspirin. In Großstädten bestehen dagegen keine Schwierigkeiten, sofern man keine Hemmungen hat, in der Apotheke nachzufragen. Auf keinen Fall sollte dagegen mit einem Urlaubsflirt in einem Land mit wenig Kondomdichte unsafer Sex durchgeführt werden; denn hier ist die Gefahr so gut wie immer um einiges höher, sich mit HIV oder anderen sexuell übertragbaren Krankheiten anzustecken.

Eines muss natürlich beachtet werden: Gleitgel gilt wie Cola oder Zahnpasta als Flüssigkeit – und die darf bei Flügen nicht im Handgepäck mitgeführt werden. Hier kann man also seinen Vorrat schon loswerden, bevor man das Zielland überhaupt erreicht hat.

22. Januar 2008



#1 wolleAnonym
  • 22.01.2008, 13:08h
  • ... so wie es einem freund von mir unlängst gegangen ist, als er am flughafen düsseldorf drei dosen crisco in den müll werfen musste, die er in seinem handgepäck verstaut hatte.

    lach
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#2 HampiAnonym
  • 23.01.2008, 02:44h
  • also es ist doch wirklich offensichtlich, dass ein bekennender und aktiver Homo in Ländern nichts zu suchen hat, welche Homo-Sex verbieten oder gar die Todesstrafe darüber verhängen...mein Gott, muss der den seinen Schwanz überall hineinstecken, diesen Begriff kennt man doch sogar in der heimischen Szene. Ich gehe ja auch nicht nur mit meinem roten String-Tanga in eine katholische Kirche weil ich mir dort beim hübschen Priester einen runterholen lassen will, sondern ich verhülle mich züchtig. Nordkorea macht es hier wohl am besten: Dort kommt weder ein Homo noch ein Hetero rein, das Land hat sich zu seinem Selbstschutz völlig abgeschottet. Das hat, auch wenn es pervers tönt,seine guten Seiten: Nordkorea ist eines der ganz wenigen Ländern, wo die Pornoindustrie wie auch die Drogenindustrie keinen einzigen müden Euro verdienen kann: Die Grenze ist alle paar Meter militärisch durch bewaffnete Soldaten abgesichert, und wenn im Land drin eine Nutte was anschaffen will, landet sie schwupps im Arbeitslager, wo ihr die Flausen ausgetrieben werden. Und falls es in Nordkorea tatsächlich auch ein paar schwule Männer geben sollte, dann machen die es sich aufgrund der gestrengen Obrigkeit wohl genau so wie ich - nur heimlich alleine auf dem eigenen Klo in der eigenen Wohnung. Und MC Donalds kann in Nordkorea ebensowenig Kohle scheffeln wie Coca Cola und Co. Ist doch auch sehr schön, dass es so was noch gibt, oder?
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#3 leider wahrAnonym
  • 24.01.2008, 11:28h
  • Wieso sollte ich in solche Länder reisen? Soll ich die dann auch noch mit meinem Geld unterstützen? Nö, da bleib ich lieber hier und fahr nach MeckPom.

    Ausserdem sollen ja in Zukunft auch ab und an mal Ferienflieger abgeschossen werden. nene, da bleiben wir doch mal lieber am boden...

    de.youtube.com/watch?v=CvSEy-FTLU8
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#4 BowenAnonym
  • 27.01.2008, 12:33h
  • Warum möchte man freiwillig in ein Land einreisen, das einem wegen Homosexualität potentiell mit der Todesstrafe droht? Und dann auch noch bewusst entsprechendes Material mitnehmen??

    Wenn ich in solch ein Land müsste, würde ich mir jeglichen Sex und was auch nur dazu interpretiert werden könnte, verkneifen. Für die par Tage sollte das schaffbar sein.
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#5 OrnithologeAnonym