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Rom (queer.de) - Die Mitte-Links-Regierung von Romano Prodi ist offenbar am Ende, weil die kleine katholische Partei Unione Democratici per l'Europa (UDEUR) aus der Koalition ausgetreten ist. Grund dafür ist eine Korruptionsaffäre des UDEUR-Chefs und Ex-Justizministers Clemente Mastella. Damit verliert Prodi seine Mehrheit im Senat. Die UDEUR und die vom Ex-Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi angeführte Opposition fordern nun Neuwahlen.

Die UDEUR war der einzige erbitterte Gegner der Homo-Ehe in der Neun-Parteien-Koalition. Das Kabinett hat im Februar 2007 trotzdem die Einführung von Eingetragenen Partnerschaften beschlossen (queer.de berichtete). Allerdings kam es nur knapp zwei Wochen später zu einer Regierungskrise, weil die Grünen und Kommunisten, die ebenfalls in der Koalition vertreten sind, der Regierung in einer außenpolitischen Frage eine Abstimmungsniederlage bescherten (queer.de berichtete). Prodi konnte daraufhin nur unter Zugeständnissen weiterregieren – und opferte unter anderem die Homo-Ehe (queer.de berichtete).

Prodi hat nun in beiden Kammern des Parlaments die Vertrauensfrage gestellt. Er forderte seine bisherigen Verbündeten auf, die Arbeit weiterzuführen. Seine Regierung ist seit 20 Monaten im Amt. (dk)



11 Kommentare

#1 madridEUAnonym
  • 22.01.2008, 14:59h
  • Unübersichtliche italienische Verhältnisse wie immer
    und es schmerzt, dass es wieder einmal auf Kosten des Fortschrittes geht .
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#2 seb1983
  • 22.01.2008, 16:18h
  • Schade.
    Italien wird in den nächsten Jahrzehnten zu den großen Verlierern in Europa zählen wenn sich nicht gewaltig etwas ändert.
    Wahlchaos und Vetternwirtschaft hat der Italiener zwar bisher mit einem Achselzucken wahrgenommen und ignoriert aber so kann es nicht weiter gehen.
    Das komplette Regierungssystem ist dermaßen verworren und bedarf einer grundlegenden Reform, bei minimalen Änderungen Legen Streiks das Land lahm und einer der dutzenden Koalitionspartner knickt ein.
    Armes Italien...
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#3 LukeAnonym
  • 22.01.2008, 18:19h
  • Ich finde es erschreckend, dass sich Länder wie Brasilien, Kolumbien oder Venezuela wesentlich drastischer von den Ansichten der katholischen Kirche emanzipieren kann, wenn es um die Politik geht, als ein ach so modernes Land wie Italien. Die Regierungen der oben genannten Länder haben es sogar fertig gebracht, dem Popen und diversen katholischen Organisationen eine Einmischung in die Aids- und Sexualpolitik schlichtweg zu untersagen. Manchmal werde ich das Gefühl nicht los, dass Italien politisch mehr und mehr zur Bananenrepublik verkommt.
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#4 hwAnonym
#5 SaschaAnonym
  • 22.01.2008, 22:32h
  • @seb1983:

    "bei minimalen Änderungen legen Streiks das Land lahm"

    Dies wiederum wäre aus Sicht einer sozialen Demokratie als äußerst positiv zu bewerten!

    Auch wir in Deutschland brauchen endlich wirksame Instrumente wie den Generalstreik, die es den Menschen ermöglichen, ihre sozialen Grundrechte konsequent gegen die privilegierten Sozialräuber zu verteidigen.

    Was geschieht, wenn diese Möglichkeit nicht besteht, verdeutlicht die extreme Zunahme der Armut in einem der reichsten Länder der Welt per Hartz-IV-Gesetz!
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#6 madridEUAnonym
  • 22.01.2008, 23:02h
  • Papst/Camorra/Müllnotstand/Chaos/unfähige
    Politiker, von denen man nie genau weiss,ob sie nicht auch in "cosa nostra" verwickelt sind und vieles mehr.
    Sie sind attraktiv und zählen zu den bestgekleidetsten Europäern,gehen oft und gerne ausgezeichnet essen und dürfen sich als Bewohner eines wunderschönen Landes ruhig als diejenigen bezeichnen, deren Vorfahren wir unsere Kultur verdanken. Im Grunde müsste man sich fragen, ob wir sie nicht vielleicht bewundern sollten in ihrer Lebensart, wie sie sich immer wieder aufraffen, weil sie wissen, dass der Kampf gegen das Übermächtige und Unausweichliche nicht gewonnen werden kann.
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#7 seb1983
  • 23.01.2008, 00:34h
  • @madridEU

    Da hast du wohl Recht.
    Meine Bewunderung haben die Menschen dort in jedem Fall, in einem Ferienhauses dort habe ich bereits mehrere Monate meines Lebens in Norditalien verbracht und bin sprachlich auch recht gut bewandert, was einem übrigens auch beim Spanischen sehr viel weiter hilft.

    So hat der Durchschnittsitaliener nicht viel Interesse daran was die "Diebe von Rom" so alles treiben und nimmt es eben einfach hin.
    Leider ist Italien schon seit einem Jahrzehnt langsam aber sicher auf einem absteigenden Ast, in Rom ist man einfach nicht in der Lage für vernünftige Rahmenbedingungen zu sorgen und das politische System ermöglicht keine stabilen Mehrheiten.

    Beispiel?
    Über ein Rentenalter von 67 lachen Italiener nur, dort geht man 10 Jahre früher, also mit 57 in den Ruhestand.
    Dank gesuner Ernährung und viel Olivenöl kann man den dann auch noch Jahrzehnte genießen...
    Nun wollte man auf 60 Jahre erhöhen, noch nicht mal das kriegen sie hin...
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#8 madridEUAnonym
  • 23.01.2008, 10:27h
  • @seb1983: Es steht mir nicht zu, italienische Verhältnisse am deutschen Wesen genesen zu lassen. Das mögen sie nicht und ohmächtige Kritik bringen sie gegen ihre Institutionen selber hervor. Ich liebe Land und Leute gleich nach Spanien und bin mindestens viermal im Jahr irgendwo in Italien und natürlich funktioniert die Verständigung fast perfekt auf "Italo/Spagnolo", obwohl man die ital.Grammatik nicht beherrscht. Ungefähr so als wenn man als Deutscher bei Schwyzerdütsch genau hinhören müsste. Den Italienern wird es zunehmend peinlicher, sich mit ihrem System zu identifizieren, wo besonders die Rechte Hoffnungen auf Disziplin und Ordnung schürt, die sie überhaupt nicht erfüllen will, weil sie andere selbstsüchtigere Ziele hat. Aber ob linke und progressive Parteigänger (siehe Craxi-Skandal) alle eine reine Weste haben, ist ja ebenfalls zu bezweifeln. Prodi als wahrscheinlich einer der wenigen sauberen Hoffnungsträger steht auf verlorenem Posten. Das ist die Tragödie ! Und übermorgen bin ich in Verona und Venezia. Ich werde berichten ! Ciao amici !
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#9 TobiAnonym
  • 23.01.2008, 16:51h
  • "weil die kleine katholische Partei Unione Democratici per l'Europa (UDEUR) aus der Koalition ausgetreten ist."

    "Die UDEUR war der einzige erbitterte Gegner der Homo-Ehe in der Neun-Parteien-Koalition."

    "Prodi konnte daraufhin nur unter Zugeständnissen weiterregieren – und opferte unter anderem die Homo-Ehe"

    Immer wieder sind es die mittelalterlichen Katholiken, die Menschenrechte und zivilisatorischen Fortschritt verhindern, damit ihre Macht nicht gefährdet wird...
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#10 Fidel DhimmitrovAnonym
  • 23.01.2008, 17:06h
  • @ seb 1983

    "Diebe von Rom" (?)

    "Was der DAX und die Motten nicht fressen, das holen Diebe des Nachts. Wenn hier Nacht ist ist in New York Dow Jones."

    6. Kapitel des Matthäus-Evangelium, Vers 19

    Think bible, act local !!!
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