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Liverpool (queer.de) - Eine transsexuelle LKW-Fahrerin aus Liverpool hat ihren ehemaligen Arbeitgeber auf eine sechsstellige Summe verklagt, weil dieser sie während ihrer Geschlechtsanpassung diskriminiert habe. Die 38-jährige Vikki-Marie Gaynor erklärte, dass die Firma Exel Europe – ein Tochterunternehmen der deutschen DHL – trotz ihrer Beschwerden nichts gegen ständige Belästigungen durch Kollegen getan habe. Sie musste daraufhin in Behandlung und ihren mit umgerechnet 2.500 Euro im Monat bezahlten Job aufgeben. Jetzt lebt sie von Sozialhilfe. Ein DHL-Sprecher gab an, die Firma habe alles getan, um ihre Geschlechtsanpassung zu unterstützen.

Gaynor sagte, sie habe sich immer anders gefühlt. Dennoch führte sie ein recht "normales" Leben: Als Mike Gaynor trat sie nach ihrer Schulzeit der Armee bei, heiratete und ist Vater eines Kindes. Sie erklärte, dass sie als Mann gut mit ihren Kollegen ausgekommen sei; als sie aber begann, sich bei der Arbeit als Frau zu kleiden, hätte die Schikanierung begonnen.

"Ich war sehr unsicher darüber, was die Leute denken könnten. Meine Ängste wurden wahr, als die anderen Fahrer mich ‚Tunte’ nannten und obszöne Gesten machten", so Gaynor. Sie wartet nun auf einen Gerichtstermin. (dk)



#1 SvenAnonym
  • 24.01.2008, 21:24h
  • Ich muss ja ganz ehrlich sagen, die Trucker haben sich wie erwartet verhalten. Wer kann es ihnen verübeln, so etwas ist nun mal nicht alltäglich und Trucker sind auch nicht gerade Teil des Bildungsbürgertum.
    Mit diesem Vorwissen hätte sie vielleicht zuerst den Arbeitgeber informieren sollen, um dann gemeinsam zu überlegen, wie die Trucker am besten darauf vorbereitet werden können.

    So finde ich die Klage ein wenig Provokant, nach dem Motto: Erst ins kalte Wasser springen und sich dann beschweren, dass man friert.
    Um im Bild zu bleiben: Vorwärmen wäre besser gewesen und das geht nun mal nicht knall auf Fall!
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#2 SaschaAnonym
  • 24.01.2008, 23:20h
  • Ja klar, @Sven, so macht man Opfer zu Tätern!

    Jeder Mensch, der nicht in die heterosexistische "Norm" der Mehrheitsgesellschaft passt, hat sich natürlich gefälligst zuerst um deren Seelenheil zu kümmern und durch maximale Angepasstheit jeden Schock der potenziellen Horizonterweiterung tunlichst zu vermeiden.

    Nach etwa diesem Prinzip dürfte dann auch das deutsche "AGG" entstanden sein...
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#3 snoopyAnonym
#4 SvenAnonym
  • 29.01.2008, 10:13h
  • @Sascha

    Um Deine Unwissenheit zu lindern, solltest Du besser und gründlicher lesen.

    Jeder (!) sollte sich selbstverständlich zuerst um sein eigenes Seelenheil kümmern, dabei aber nicht das der anderen außer Acht lassen.

    Falls Du den Artikel und auch meinen Beitrag gelesen hast (und nicht einfach nur dämlich irgendwelche Parolen schreibst) wird Dir aufgefallen sein, dass ich mir Gedanken um ihr Seelenheil gemacht habe.

    Sie hat scheinbar "nur" an sich gedacht und die potentiellen Reaktionen der anderen völlig missachtet. Für ihr eigenes Seelenheil wäre es besser gewesen, wenn sie sich vorab um Verständnis und Unterstützung bemüht hätte.
    Sie kannte ihre Kollegen.

    Selbstverständlich wäre es schön, wenn man einfach sein könnte, was man ist. Aber das wünscht sich jeder!
    Keiner (schau Dich mal um, denn das gilt nicht nur für Schwule und Lesben) kann einfach so leben, wie er es möchte, jeder hat dabei Hürden zu überwinden. Daher ist es immer wichtig gemeinsam daran zu arbeiten, dass die anderen ein wenig Emphatie für die eigene Situation entwickeln.

    Konkret auf den Fall bezogen: Sie sollte ihren Kollegen ermöglich zu verstehen, was sie durchmacht. Ebenso sollte sie aber auch begreifen, welche Unsicherheiten dies bei ihren Kollegen auslöst.
    Hätte sie zuvor den Arbeitgeber informiert, hätte dieser die Kommunikation sicherlich unterstützen können.
    Sie hat den AG informiert, aber erst als die Sache verbal zwischen den Kollegen eskalierte. Ich finde halt nur, man sollte präventiv arbeiten (Denk mal an Kondome).

    Aber zu klagen, weil man keine unangeforderte Hilfe will finde ich hart.
    In ihrem Fall wird das Gericht nun entscheiden, ob und inwieweit der Arbeitgeber nun versagt hat.
    Allerdings sollten eigentlich eher die Kollegen als der Arbeitgeber zur Rechenschaft gezogen werden.
    Das ist meine Meinung.
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