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Der Grünenpolitiker erhält die Kompassnadel des Schwulen Netzwerks. Auch ausgezeichnet: ein Selbsthilfeprojekt für Alkoholiker.

Von Carsten Weidemann

Das Schwule Netzwerk NRW e.V. hat an seinem traditionellen Neujahrsempfang in Köln vor 80 Gästen die diesjährigen Preisträger der "Kompassnadel" bekannt gegeben. Für ihr Engagement werden zum CSD am 5. Juli im Kölner Gürzenich der offen schwule Bundestagsabgeordnete Volker Beck (Grüne) und Knut Dehnen vom Duisburger Selbsthilfeprojekt für Suchtkranke "Shalk" geehrt.

Bei der Verkündung war auch Prominenz aus Politik und Gesellschaft anwesend; so sind die Landtagsabgeordneten Andrea Asch (Grüne) und Marc Ratajczak (CDU) angereist. Steffen Schwab, Landeschef des Schwulen Netzwerks NRW, stellte die Ankündigung der Preisträger der Kompassnadel in den Mittelpunkt seiner Rede: "Mit Volker Beck zeichnen wir einen Mann aus, der sich aus der schwulen Bewegung die wohl steilste Karriere in der bundesdeutschen Politik erarbeitet hat", so Schwab über den Preisträger.

Schwab erklärte, Beck werde wegen seines Einsatzes "für die Bürgerrechte von Schwulen und Lesben, ich nenne die Stichworte Lebenspartnerschaftsgesetz und Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz" ausgezeichnet. Bei den CSDs in Warschau und Moskau habe er der Weltöffentlichkeit sichtbar gemacht, wie repressiv und gewalttätig Staaten und Gesellschaften, die Europa sein wollen, mit Homosexuellen auch im 21. Jahrhundert umgehen. "Und wir zeichnen Volker Beck für sein Engagement für eine Entschädigung auch der homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus aus, für das Wachhalten der Erinnerung an die Verfolgung unserer Minderheit im dritten Reich, und für den Versuch einer Wiedergutmachung."

Der zweite Preisträger Knuth Dehnen gründete 1994 die Selbsthilfegruppe homosexueller Alkoholiker in Duisburg. Er wird für seinen langjährigen und unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz geehrt. "Das Thema Sucht führt natürlich zum Nachdenken darüber, wie schön denn unsere schwule Welt ist – nicht schön genug jedenfalls, als dass sie jeder in krisenhaften Lebenssituationen ohne Drogen, ohne Abhängigkeiten aushalten kann", meinte Schwab.

Der Chef des Schwulen Netzwerks wies auch auf das schleichende Verschwinden der schwul-lesbischen Themen in der Politik hin: "Wer genau beobachtet, wie die gesellschaftliche und politische Mehrheit nach wie vor jede Gelegenheit nutzt, uns in die Unsichtbarkeit abzudrängen, der weiß, dass solche Zusammenschlüsse wie unser Schwules Netzwerk noch viele, vereinte Kräfte braucht", so Schwab.

Die Kompassnadel wird seit 2001 jährlich im Rahmen des Kölner CSD vergeben und zeichnet erstens Persönlichkeiten aus, die sich besonders um die Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz der schwulen Minderheit verdient gemacht haben. Zweitens werden jedes Jahr ehrenamtlich engagierte Persönlichkeiten der schwulen Selbstorganisation geehrt. Im vergangenen Jahr erhielten Thomas Hermanns und Rainer Jarchow den Preis. Volker Beck ist nach Claudia Roth der zweite Grünenpolitiker, der mit der Kompassnadel ausgezeichnet wurde. Des Weiteren erhielten drei SPD-Politiker (Jürgen Roters, Klaus Wowereit und Franz Müntefering) sowie die frühere CDU-Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth den Preis.

25. Januar 2007



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20 Kommentare

#1 gerdAnonym
#2 jochenAnonym
  • 25.01.2008, 18:44h
  • Volker Beck ist ein engagierter und couragierter mann. er setzt sich ein, auch wenn die körperliche unversehrtheit nicht gewährleistet ist.

    respekt Volker!
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#3 jochenAnonym
  • 25.01.2008, 18:52h
  • ... auch die vielen unbekannten mutigen und kämpferischen schwulen , die auch "ihren kopf hingehalten haben", sollten auch den preis bekommen.
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#5 SaschaAnonym
  • 25.01.2008, 23:18h
  • Nun ja, das "Lebenspartnerschaftsgesetz" und das so genannte "AGG" als Speerspitzen angeblicher Gleichberechtigung von Homosexuellen zu deklarieren - obwohl sie doch massive Diskriminierung erst so richtig festschreiben und perpetuieren - sagt eigentlich alles über den Zustand der deutschen Homo-Bewegung und des gesellschaftspolitischen Stillstandes (bzw. sogar Rollbacks) in den letzten Jahren.
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#6 stromboliProfil
  • 26.01.2008, 11:56hberlin
  • lieber @jochen, dem kämpferischen unbekannten, ein denkmal setzen, setzt den kämpferischen voraus.
    So bleibt uns letztendlich ein luftschloß !

    dem volker den heilgenschein umzuhängen, verstellt den blick auf die entpolitisierung der comunity, die mit seiner politikrichtung einhergegangen ist.
    Ihn für seine präsenz in moskau zu loben, ist dankenswert, bedenkt man, das der große rest der politklitschen und bekennenden homoberufspolitikern sich unrühmlich verhalten haben in dem konkreten falle.
    Ihn zur mutter theresa zu stilisieren, aber ist selbsbeweihräucherung einer ideenlosen CSD- spaßgesellschaft.
    Ich würde gerne die vielgenannten 10% endlich mal in der saatsquote vertreten sehen: Seis über die quote im fernsehen/ medien, in der kultur, in der erziehung, in der vergabe von ämtern und posten, in den täglichen programmen des öffentlich wie privaten rundfunk und fernsehen.
    Anstatt die vermählung von 10% gleichgeschlechtlichen ,als signal der ankunft in ein, gewolltes (?), miteinander heteronormativer (danke sascha!) ehebefindlichkeiten zu feiern; incl.adoptionsrecht!

    Also feiern wir die anonymen alkoholiker, den sie legen den finger in die wunde: herausfinden (Der Chef des Schwulen Netzwerks wies auch auf das schleichende Verschwinden der schwul-lesbischen Themen in der Politik hin: "Wer genau beobachtet, wie die gesellschaftliche und politische Mehrheit nach wie vor jede Gelegenheit nutzt, uns in die Unsichtbarkeit abzudrängen, der weiß, dass solche Zusammenschlüsse wie unser Schwules Netzwerk noch viele, vereinte Kräfte braucht", so Schwab.), warum man im falschen system unglücklich ist!

    Ansonsten: schaden tuts auch nicht , ausser vieleicht dem ego des volker beck!
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#7 jochenAnonym
#8 stromboliProfil
#9 jochenAnonym
  • 27.01.2008, 11:48h
  • @stromboli.
    du scheinst ein problem damit zu haben, wenn jemand nicht deiner meinung ist..
    daraus dem anderen zu unterstellen , er denke nicht , ist nicht nur unlogisch, und im ton vergriffen, auch disqualifzierst du dich damit für mich als weiteren gesprächs - oder diskussionspartner.
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#10 stromboliProfil
  • 27.01.2008, 12:07hberlin
  • ach@jochen , halten wir doch den ball flach!
    ich unterstell dir doch gar nicht das nicht denken! Ich fordere nur zum NACHDENKEN auf!
    Und das bezieht sich auf die entwicklung der schwulen "bewegung " , nicht auf deine vorstellung vom kämpferischen unbekannten...zu dem hab ich ja meine meinung in form des luftschloßes kundgegeben

    ... aber richtig: nachdenken würde manchmal schon nützen.
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