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Einer neuen Umfrage zufolge spricht sich knapp die Hälfte für ein Verbot von gummifreien Pornos aus.

Von Dennis Klein

67 Prozent der Frauen, 53 Prozent der Heterosexuellen, aber nur 38 Prozent der Schwulen sprechen sich für ein Verbot von Pornos aus, bei denen die Darsteller keine Verhüterli tragen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Informations- und Meinungsportals Sozioland, die anlässlich des Weltaidstages durchgeführt wurde. Mehr als 1.300 Menschen beteiligten sich an der umfassenden Studie, knapp die Hälfte davon gaben bei ihrer sexuellen Identität "schwul" an.

Angesichts steigender HIV-Neudiagnosen ist gerade unter Schwulen eine Diskussion um textilfreie Animationsfilme entstanden, in denen unsafer Sex gezeigt wird. So wurde die Vergabepraxis des schwulen Porno-Oscars vergangenes Jahr in Berlin unter anderem deswegen kritisiert, weil dort – anders als beim US-amerikanischen Vorbild – Bareback-Filme nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden (queer.de berichtete). Dennoch: Bareback-Pornos haben in den letzten Jahren ihren Marktanteil stetig erhöht und stellen nun oft die Bestseller.

Hilft ein Bareback-Verbot der Prävention

Die Befragten sind sich uneins darüber, ob es der Aids-Prävention wirklich helfen würde, wenn die Darsteller im Großteil der Pornos Verhüterlis tragen würden. 56 Prozent bejahen das, 44 Prozent glauben, es macht keinen Unterschied. Bei dieser Frage zeigen sich zwischen den Altersgruppen, dem Geschlecht und der sexuellen Orientierung nur minimale Unterschiede.

Aus den offenen Antworten der Umfrage lässt sich kein Konsens in dieser Frage herstellen. Ein Befürworter von "unsafen" Filmen schreibt: "Kondomlose Pornos entführen in eine Traumwelt, die man sich in der Realität nicht erlauben kann - soviel Verstand muss sein!". Ein anderer meint: "Pornofilme sind für die Fantasie – wenigstens da darf ich mal Mist machen". Andere warnen: "Ein guter Film ohne Gummis verleitet dazu, selbiges zu tun! Russisches Roulette sozusagen!". Ein weiterer Befragter empfiehlt, dass beim Verkauf jedes Bareback-Pornos eine Extra-Abgabe erhoben werden solle, die der Aids-Prävention zugute kommt.

Weitere Ergebnisse der Umfrage

In weiteren Fragen beleuchtet Sozioland die Einstellung der Teilnehmer zu HIV und Aids. So glauben 77 Prozent der Schwulen, dass ihr persönliches Risiko, sich anzustecken, gering oder sogar sehr gering ist (Heteros: 86 Prozent, Bisexuelle: 85 Prozent). In ihrer näheren Umgebung thematisiert wird HIV von 62 Prozent der Schwulen, 44 Prozent der Heterosexuellen und 47 Prozent der Bisexuellen. Zwischen Frauen und Männern gibt es in dieser Frage kaum Unterschiede.

Nur 1,6 Prozent der Schwulen erklärten, generell keine Kondome zu benutzen. Viele gaben an, in einer Beziehung auf Verhüterli zu verzichten. Auffallend ist, dass ältere Menschen eher den Gummi-Schutz für überflüssig erklären als jüngere.

Den Erfolg der Aids-Hilfen schätzt genau die Hälfte der Befragten als "stark" ein, die andere Hälfte als "schwach". 80 Prozent aller Befragten befürworten eine stärkere Aufklärung in der Schule, 61 Prozent "aggressivere Werbung" in Funk, Fernsehen und Magazinen. Nur drei Prozent gaben an, die Aids-Hilfen würden jetzt schon genug tun.

Auf einen Impfstoff gegen HIV vertrauen die Befragten nicht: Nur 0,9 Prozent glauben, dass er in den nächsten zwei Jahren entwickelt wird. 51 Prozent meinen, dass die Pharmafirmen noch mehr als zehn Jahre dafür brauchen – und zwölf Prozent gaben an, dass es nie ein Vakzin gegen die Krankheit geben werde.

30. Januar 2008



23 Kommentare

#1 AndréAnonym
  • 30.01.2008, 15:59h
  • Warum ist Porno ohne Gummi eigentlich erst ein Thema in der Öffentlichkeit,
    seitdem es das zunehmend im schwulen Bereich gibt?

    Dass eine Mehrheit der Heten sich für Pornos mit Gummi ausspricht, finde ich
    irritierend. Denn während all der Jahre, als schwule Pornostars sinnvoller
    weise nur mit Gummi gevögelt haben, erklärte die Hetero-Pornoindustrie das
    als unnötig und unverkäuflich.

    Fazit: Es geht mal wieder nicht um Aufklärung, sondern um Moral!
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#2 wolfAnonym
  • 30.01.2008, 16:37h
  • offensichtlich sind pornokonsumenten so verblöded, dass sie nicht mehr in der lage sind ein kondom zu benutzen wenn sie einen barebackfilm gesehen haben.
    allein die diskussion ist schon so bescheuert wie unsere gesellschaft !
    na ja die sieht ja auch einen fernsehabend auf arte als anstrengende unterhaltung an !
    wie wäre es mal mit bildungsknast ?
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#3 ThommenAnonym
  • 30.01.2008, 17:03h
  • Jetzt ist es zu spät! Die Ignoranz in der Prävention hat gewirkt und die Dummen werden sich infizieren - genauso wie in Afrika auch.
    Wobei es Dumme gibt, die keinen Zugang zu informationen haben und Dumme, die nichts wissen wollen!

    Es ist wie beim Alkohol. Erst macht ihn die Wirtschaft billig - zum eigenen Profit, dann säuft der Plebs sich krank und später hat es zuwenig Geld für die Kassen...
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#4 TimelordAnonym
  • 30.01.2008, 18:05h
  • Ja, ja, alles verbieten. So weit waren wir schon mal. Wann kommt die Schlafzimmerpolizei, die aufpasst, dass es auch ja keiner mehr ohne Gummi treibt?
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#5 joshiProfil
  • 30.01.2008, 19:07hBerlin
  • @andre

    na warum wohl, jetzt hat man wieder was "negatives" gefunden was man den schwulen anhängen kann. und dann noch mit einem neuen wort : b a r e b a c k, das hört sich ja schon so komisch an....
    die meisten meiner heterofreunde treiben es mit ihren frauen ausschliesslich ohne kondom, würden dazu aber nie diesen begriff verwenden.......
    und wieder haben wir eine sau gefunden die wir durchs dorf treiben können um die antischwule hetze mit neuem elan zu befeuern....... na toll.

    is das nicht wieder was für herrn schäuble? ich sag nur bei der letzten bundestagswahl hing vor meinem haus ein npd-plakat "schwule ins lager"......
    und wenn das (noch) nicht geht, vielleicht dann wenigstens schlafzimmer-kameras und gps-ortung mit implantierten mikrochips? natürlich nur bei den sogenannten risikogruppen, wie schwulen, lesben, sinti, roma.... eben all die die man(n) vor 70 jahren nicht geschafft hat auszurotten.
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#6 JoeAnonym
  • 30.01.2008, 19:14h
  • Erschreckend finde ich die Barebackpornos schon obwohl ich zugebe das ich auch welche gesehen habe und gewisse Szenen durchaus geil sind.

    Die Problematik sehe ich in folgender Situation :
    Vor etwa 9 Jahren war ich mit meinem Partner in einer schwulen Bar und im Hintergrund lief ein recht billiger Ami Porno aus den siebzigern wo ohne Gummi gef.ckt wurde. Er regte sich dermaßen über diese vermeintliche Aufforderung zum Bareback auf das wir aus der Bar flogen.

    Letztes Jahr zur CSD Diskussion um die Teilnahme von XXX-Projekt am Kölner CSD wußte mein Gatte mir dann zu entgegnen so schlimm sei Bareback ja schließlich nicht die Jungs sind getestet und zudem wüßten ja heute mind. 90 % der Jungs in freier Wildbahn ihren HIV Status.

    Meinen kennt er da ich mich (aus anderen Gründen) regelmäßig mit testen lasse auf die Frage wie den seiner ist kam du bist doch gesund also bin ich es auch.
    Dann meinte er es sei nicht repräsentativ und fragte im Freundeskreis nach und siehe da von 14 Befragten konnten es genau nur 3 Leute definitiv sagen

    Ich sehe die Gefahr genau hierin so geil Praktiken ohne Gummi auch sein mögen solange sie in einer monogamen safen Beziehung ablaufen bleiben beide gesund und munter aber wenn nicht ist die Gefahr ziemlich hoch das doch etwas schief geht.
    Es nutzt dann auch nicht wirklich was wenn man weiß wie HIV übertragen wird und wie man sich schützt solange man der Meinung ist das der andere Bescheid weiß und sich schon meldet wenn etwas nicht stimmt und man doch ein Gummi brauche sollte.

    Da kann die Pharmaindustrie in der Homopresse noch so tolle Werbung machen wie verträglich die Medis doch heute sind und man nicht gleich jeden Tag kotzen muß positiv bleibt positiv und endet immer tödlich
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#7 redforceAnonym
  • 30.01.2008, 19:44h
  • Was für ein Schwachsinn! Lieber gesetzlich vorgeschriebene Schnelltests + Tests mit kurzem Diagnosefenster
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#8 OrnithologeAnonym
  • 30.01.2008, 20:15h
  • Also ich kann mich noch sehr gut an die Populären Streifen eines gewissen Sebastian Bleisch Mitte der 90ziger erinnern, in denen Junx aus Meckpom immer ihne Gummi poppten. Wenn es denn mal so nen neuen Film gab, dann wurden die teilweise als "Bückware" für bis zu 1000 DM verkauft.

    Später schwappte dann die SaferSex-Pornowelle aus den Staaten rüber, während HetenPornos auch weiterhin als BB-Filme produziert wurden.

    Selbst das reicht noch nicht, denn für die noch später(also in den letzten Jahren) wieder vermehrt aufkommenden, meistens in Osteuropa produzierten, inzwischen aber auch teilweise hochwertigen Streifen zunehmend auch aus den USA kommenden Labels, z.Bsp.: HotStuds, muss es ja einen Markt geben.

    Also ist davon auszugehen, das die jenigen, die nach Verboten brüllen(welche in Zeiten des WWW nicht zu kontrollieren sind), eigentlich die größten Heuchler sind, denn es ist davon auszugehen, das eben diese selbst derlei Streifen "geil" finden!

    Und selbst wenn sich ein derartiges Verbot durchsetzen sollte: Wie soll das kontrolliert werden? Was kommt als nächstes? So etwas wie Mitte der Achtziger von der CSU geforderte Internierungslager für HIV-Positive Schwule? Oder werden Schwule dann vergast?

    Im Endeffekt sollte man sich lieber mal darum kümmern, das in Deutschen JVA`s so wie in anderen Europäischen staaten längst üblich, Kondome und Gleitmittel auszugeben!
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#9 RobertAnonym
  • 30.01.2008, 20:53h
  • Also diese Umfrage finde ich ein wenig merkwürdig. Ich kenne eine amerikanische Pornodarstellerin schon viele Jahre persönlich. Sie ist keine Berühmtheit oder so, aber sie hat ein paar Streifen gedreht mit ihrem damaligen Freund, ansonsten nur mit Mädels. Deshalb habe ich sie mal ausgefragt wie das so mit Gummis und Pornos aussieht. Man ist ja neugierig. Meine gute Bekannte hat mir also erzählt, dass die großen Produktionsfirmen in der Branche manche Filme in zwei Versionen drehen. Eine Version mit Gummi für den amerikanischen Markt und eine Version ohne Gummi für den europäischen Markt. Angeblich seien in Europa Produktionen mit Gummi so gut wie gar nicht gefragt. Vor allem die Heten-Pornos mit Gummi seien die reinsten Ladenhüter. Die doppelte Produktion muss sich lohnen, weil man wohl auch doppelte Kosten hat.

    Für die amerikanischen Produktionsfirmen sind Pornos, die ohne Gummi gedreht werden, ein hohes Risiko, weil schon einige Darsteller und Darstellerinnen, die nach einem Dreh ohne Gummi positiv getestet wurden, auf Schmerzensgeld geklagt haben. Bei Produktionen für den europäischen Markt soll es deshalb richtige Knebelverträge für die Darsteller geben. Wie gesagt, ich weiß nicht, ob das stimmt, aber vorstellbar ist das, bei den Forderungen, die in Amerika vor Zivilgerichten möglich sind.

    Persönlich finde ich, dass jeder machen soll, was er will, solange er ehrlich ist. Wenn jemand positiv ist, seinem jeweiligen Partner das mitteilt und der trotzdem ohne Kondom vögeln will, dann ist das wohl sein Risiko. Bei Pornos bin ich da ein bisschen skeptischer. Da spielt eventuell finanzieller Druck eine Rolle und da ist Freiwilligkeit immer so eine Sache. Aber Reglementierung bis aufs i-Tüpfelchen kann einfach nicht immer die Lösung sein.
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#10 VetbaerAnonym
  • 31.01.2008, 07:48h
  • Ich sehe diese ganze Entwicklung mit Besorgnis; was auf einem Medium (Film, Fernsehen, Video, DVD, PC) zu sehen ist, lädt Viele zum Nachmachen ein; nicht jeder Konsument verfügt offensichtlich über so viel Verstand, die Gefahren von Bareback für sich zu verinnerlichen. Gerade das Portal "Xtube" ist voller Bareback-Filmchen, unfd auch "GayRoyal" hat den Kampf gegen Bareback wohl aufgegeben. Ganz egal, wie wir's drehen, den Medien kommt Beispielfunktion zu, und wenn ich sehe, wie's die geilen Pornohengste ohne Gummi treiben - och, das kann ich doch auch!

    Und so nimmt das Unheil seinen Lauf...das Argument mit den Schnelltest sticht insofern nicht, als dass den Betroffenen nicht vor dem verfrühten Tod retten wird, denn AIDS ist immer noch eine tödliche Krankheit! Mag ja sein, dass Euch die Darsteller egal sind - ich kann mir schon vorstellen, dass die für Bareback-Szenen besser gezahlt wird und das in der Porno-Szene Darsteller auch schon einmal gezwungen werden - aber selbst wenn: was "nützt" ein geiler Darsteller, wenn er aufgrund von HIV/AIDS an Attraktivität einbüßt?

    Machen wir uns nichts vor: Bareback ist großer Blödsinn, ein russisches Roulette. Einen guten Teil Prävention können Heten und Schwule dadurch leisten, ihr Geld nur in Safer-Sex-Pornos zu investieren.
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