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Berlin (queer.de) - Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) hat angekündigt, dass das Mahnmal für von den Nazis verfolgte Homosexuelle schon im Frühling in Berlin eingeweiht werden soll. "Über einen Text konnte mit dem Verband der Schwulen und Lesben Einigung erzielt werden", erklärte Neumann gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Die vom Bund getragenen Kosten bezifferte er auf 600.000 Euro. Das Mahnmal ist bereits fertig gestellt, befindet sich aber noch unter einer Holzkiste.

Des Weiteren soll in der Nähe auch ein Mahnmal für die ermordeten Sinti und Roma erstellt werden, für das der Bund bis zu zwei Millionen Euro zur Verfügung stellt. Hier hatte ein Streit zwischen den Opferverbänden die Errichtung verzögert. Man war sich nicht einig, ob auf einer Erklärungstafel nahe dem Mahnmal "Sinti und Roma" oder "Zigeuner" stehen solle. Jetzt wird keiner der Bezeichnungen verwendet. Der Bau soll hier in Kürze beginnen.

Auch beim Homo-Mahnmal gab es die beiden vergangenen Jahre Streit. Hier sollte zunächst durch ein kleines Fenster ein Endlos-Film mit zwei küssenden Männern gezeigt werden (queer.de berichtete). Ein gutes halbes Jahr, nachdem das Konzept des Mahnmals in einer öffentlichen Ausschreibung beschlossen worden war, startete die Frauenzeitschrift "Emma" eine Kampagne gegen das Mahnmal, weil es zu lesbische Opfer des Nationalsozialismus nicht berücksichtige (queer.de berichtete). Als Kompromiss sollen nun alle zwei Jahre schwule und lesbische Küsse im Wechsel gezeigt werden (queer.de berichtete). (dk)



Berlin: Kranzniederlegung für homosexuelle Nazi-Opfer

Der LSVD und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas laden am 27. Januar zu einer Gedenkfeier am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Berlin-Tiergarten ein.
#1 JRAnonym
  • 31.01.2008, 17:40h
  • Ich finde es sehr gut, dass es ein solches Mahnmal gibt.
    Schließlich darf sich das, was in Deutschland vor über 60 Jahren passiert ist nicht wiederholen!
    Und deshalb muss man die Öffentlichkeit immer wieder auf diese grausamen Taten aufmerksam machen.

    Ich selbst habe schon zwei KZs besucht.
    Es ist einfach unvorstellbar, wie grausam dort Menschen ermordet wurden.

    Es ist aber nicht nur wichtig, dass wir daran erinnern, sondern auch, dass wir es nie wieder dazu kommen lassen!
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#2 OrnithologeAnonym
#3 linker hesseAnonym
  • 01.02.2008, 12:48h
  • Ja, das ist wiklich beschämend für unser land, dass das holocaustmahnmal schon brökelt!
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#4 PoldiAnonym
  • 01.02.2008, 20:38h
  • vielleicht ist der bröckelnde beton beim holocaust-mahnmal symbol der bröckelnden erinnerung.
    die ironie eines denkmals über eine der grössten katastrophen der menschheit.
    wie seicht wirkt da ein vorprogrammierter filmriss im homo-mahnmal.
    ich wünschte mir einen einfachen unverwüstbaren rosafarbenen kegel aus beton; beton, wie ihn politische betonköpfe aller colleur für persönliche schutzbunker verwenden.
    es geht nicht um die rührung der feinen gefühle der menschen sondern um die mahnung gegen grobe verrohungen.
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#5 QaswaProfil
  • 01.02.2008, 22:11hBerlin
  • Solange das BVG-Urteil vom Mai 1957, das den von den Nazis 1935 verschärften § 175 ausdrücklich für rechtens erklärte, nicht von Amts wegen aufgehoben, sondern theoretisch bis heute weiterhin geltende (nur nicht mehr umgesetzte) Rechtsprechung ist, ist jedes Mahnmal für die von den Nazis verfolgten Homos der verlogene Versuch des Rechtsnachfolgers BRD, von den über 50.000 zwischen 1949 und 1969 in der BRD verurteilten Männern abzulenken: mehr als in der Nazi-Zeit. Und Herr Naumann und der LSVD machen diesen Betrug lustig mit...

    de.wikipedia.org/wiki/Homosexualit%C3%A4t_in_Deutschland,
    Punkt 1.5
    Wer baut wohl wann ein Mahnmal für diese schwulen Männer - ohne "Emma" und küssende Frauen dabei?!!
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#6 QaswaProfil
  • 02.02.2008, 04:34hBerlin
  • Ich würde es außerordentlich begrüßen, wenn noch in diesem Jahrhundert auch ein Mahnmal für die über 50.000 schwulen Männer errichtet würde, die in der frühen BRD (bis 1969), mit ausdrücklicher Zustimmung des Bundesverfassungsgerichts zur Weitergeltung der verschärften Nazi-Fassung des § 175, aufgrund dieses Paragraphen verurteilt wurden. Dies waren mehr Männer als in der Nazi-Zeit, unzählige Existenzen wurden dadurch vernichtet, viele Männer brachten sich deshalb um. Dass das betr. BVG-Urteil vom Mai 1957 nominell immer noch geltende Rechtsprechung ist, da die politischen Entscheidungsträger sich auch heute noch kategorisch weigern, es von Amts wegen aufzuheben, sagt mehr über die heutige BRD-Wirklichkeit aus als ein Homosexuellen-Mahnmal mit küssenden Frauen - die niemals in einer schwulen Männern auch nur entfernt ähnelnden Weise vom deutschen Staat verfolgt wurden.
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#7 stromboliProfil
#8 SaschaAnonym
  • 03.02.2008, 23:16h
  • Danke, @ThoR, für diese überaus wichtigen und zutreffenden Einwände von deiner Seite.

    Die Umsetzung des Mahnmals ist für mich ein schlechter Witz, denn das Ganze ist eher ein Plädoyer für das weitere Verstecken und Ausgrenzen schwuler (!) Identität, umso mehr nachdem die so genannte Feministinnen-Lobby sich erlaubt hat, schwule (und in dieser Form NUR schwule!) Opfer des Holocaust für ihre ureigenen Zwecke zu instrumentalisieren und zu missbrauchen. Die politischen Entscheidungsträger hat es sicherlich gefreut, denn so dürfen sie wenigstens für zwei Jahre das zeigen, was die heterosexistische Gesellschaft schon immer nicht nur akzeptiert, sondern sogar total "geil" findet: die Pose zweier sich küssender Frauen.

    Da hat man die küssenden Männer schon in ein dunkles Loch gepackt (das passt ja wunderbar zu den Kzs) und somit jeder Sichtbarkeit im eigentlichen Sinne beraubt, und trotzdem war es immer noch nicht genug!

    Ehrlich gesagt empfinde ich dieses Mahnmal als eine Beleidigung und einen Skandal, denn es hätte um deutliche Sichtbarkeit schwuler Identität gerade auch mit Blick auf die junge Generation gehen müssen, und dafür ist dieser hässliche Versteck-Block gänzlich ungeeignet. Er setzt die deutsche Tradition des Wegsperrens homosexueller Männer und die auch heute in allen gesellschaftlichen Bereichen weiterhin dominierende Doktrin, Liebe und Zärtlichkeit zwischen Männern sei etwas, das ausschließlich im Verborgenen stattzufinden habe, nahtlos fort und signalisiert damit das genaue Gegenteil von dem, was die verlogenen Heuchler, die hier Verantwortung tragen, angeblich erreichen wollten.
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#9 wolfAnonym
  • 04.02.2008, 07:58h
  • das mahnmal an sich war längst überfällig, ist aber schon vor der eröffnung glattgebügelt worden, dank "emma", denn mit verfolgten lesben hat diese mahnung nun mal absolut nichts zu tun !!! die mädels durften sich auch schon vor und bei den nazis ungestraft küssen !
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