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Washington (queer.de) - Nach der gestrigen "Super-Wahldienstag" steht John McCain als Gewinner der Republikaner so gut wie fest, während sich Hillary Clinton bei den Demokraten leichte Vorteile gegenüber ihrem innerparteilichen Konkurrenten Barack Obama erarbeiten konnte. Der moderate McCain gewann bislang zwar nur neun der 21 Bundesstaaten, darunter aber auch die bevölkerungsstärksten Zentren Kalifornien und New York. Seine Widersacher konnten dagegen im Bibel-Gürtel und im bevölkerungsarmen Mittleren Westen punkten: Sein schärfster Konkurrent Mitt Romney gewann sieben Staaten, der homophobe Prediger Mike Huckabee brachte es auf fünf Staaten. Mit 487 Delegiertenstimmen führt McCain nun klar vor Mitt Romney (176 Stimmen).

Bei den Demokraten ist das Rennen noch knapper: Zwar gewann Barack Obama 13 Staaten, während Hillary Clinton nur acht Siege feiern konnte. Allerdings konnte Clinton Kalifornien und New York klar für sich entscheiden, Obama gewann dagegen provinziell orientierte Staaten mit niedrigerer Bevölkerung - und erhielt dadurch weniger Delegiertenstimmen. Clinton führt hier laut Hochrechnungen mit 631 zu 525 Stimmen.

Clinton unter Homos vorn

Umfragen zufolge unterstützen die meisten Schwulen und Lesben Clinton. In Kalifornien stimmten nach Angaben von CNN 60 Prozent der Homosexuellen für Clinton, 25 Prozent für Obama (Heteros: 52 Prozent für Clinton, 40 Prozent für Obama). Schwule und Lesben machten darin vier Prozent aller demokratischen Wähler aus, so der TV-Sender. Im Staat New York, in dem Homos sieben Prozent der Wähler stellten, war der Abstand zwischen den beiden Kontrahenten geringer - allerdings bevorzugten Schwule und Lesben auch hier eher Clinton.

Große Unterschiede gibt im Wählerverhalten gibt es beim Geschlecht und ethnischen Gruppen. So bevorzugen Frauen Clinton, während Männer eher Obama wählen. Eine überwältigende Mehrheit der Latinos spricht sich für Clinton aus, was zu ihrem Sieg in Kalifornien wesentlich beitrug. Dagegen entscheiden sich Schwarze hauptsächlich für Obama, was zu klaren Siegen in Staaten des Bibelgürtels geführt hat. Clinton spricht zudem eher Katholiken und Ältere an, während Obama insbesonders bei Protestanten und Unter-50-Jährigen punktet.

Wie Obama spricht sich Clinton für Eingetragene Partnerschaften, umfassende Antidiskriminierungsgesetze und ein Ende des Verbots für homosexuelle Soldaten aus. Unter den Republikanern finden diese Vorschläge kein Gehör, allerdings gilt Favorit McCain als moderat und arbeitete als Senator in der Vergangenheit oft mit den Demokraten zusammen. (dk)



Kalifornien ist nicht Utah

Homorechte sind niemals sicher. Das ist die Erkenntnis des politischen Erdbebens in Kalifornien, das bis gestern noch als liberal galt.
Kalifornien: Erstmals Homo-Ehe wieder abgeschafft

In den vergangenen Monaten haben rund 20.000 Homo-Paare in Kalifornien geheiratet - damit ist jetzt dank Volkes Wille Schluss.
Sieg für Obama - Niederlage für Homo-Ehe

Um 5:00 Uhr deutscher Zeit verkündete CNN, dass Barack Obama neuer US-Präsident ist. Auch Schwule und Lesben setzen große Hoffnungen auf den Demokraten. Dagegen gab es bei vier Homo-Referenden vier Niederlagen - die schmerzhafteste in Kalifornien: Dort wurde (mit großer Wahrscheinlichkeit) die Homo-Ehe abgeschafft.

16 Kommentare

#1 gerdAnonym
  • 06.02.2008, 09:19h
  • Sehr treffend und gut analysiert dieser Artikel, dem ich voll zustimme. Die Demokraten müssen diesmal gewinnen: ob Clinton oder Obama ist letztlich egal, denn beide bringen Fortschritte in LGBT-Rechten in den USA.

    Bei einem weiteren republikanischen Präsidenten wird sich hingegen nichts ändern, sondern sich sogar verschlimmern, wenn es Mike Huckabee schaffen sollte...der geht nämlich gar nicht und würde das Klima in den USA noch mehr "vergiften". Da ist dann wirklich McCain noch der "harmloseste" Kandidat unter den republikanischen Favoriten...aber insgesamt wäre ein Wahlsieg der Demokraten bei den Präsidentschaftswahlen dringend im Herbst herbeizuwünschen.
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#2 RabaukeAnonym
  • 06.02.2008, 09:28h
  • @Gerd

    genau!!!!! Schöner und treffender hätte ich das hier auch nicht schreiben können. Ich schließe mich 100% Deiner ausfertigung an.
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#3 remixbebAnonym
  • 06.02.2008, 11:31h
  • Nichts für Ungut, aber die Rechte für Schwule und Lesben sind bei Weitem nicht das größte Problem bei einem neuen US-Präsidenten. Ich denke, diesbezüglich stehen Obama und Clinton recht ähnlich.
    Politisch gesehen würde ich mich allerdings klar für Obama entscheiden. Ich denke schon, dass sich unter ihm grundlegende Dinge ändern könnten, angefangen von der Außenpolitik. (Stichwort Irak) Im Endeffekt sind wir aber doch nur Beobachter. Trotz meiner Obama-Präferenz ist das wichtigste für mich, dass es ein Demokratischer Präsident wird. Laut Umfragen (die ich im Moment leider nicht belegen kann, da nur im TV gehört) würde in einem Duell McCain gegen Clinton Mr. McCain gewinnen, wohingegen Obama in einem solchen Duell mehr Chancen gegeben werden.
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#4 Fred/IsraelAnonym
#5 remixbebAnonym
  • 06.02.2008, 12:24h
  • Nachtrag:

    "Obama könnte gegen McCain besser aussehen

    In einem möglichen Duell mit dem Republikaner John McCain könnte der schwarze Senator Obama einer Umfrage der Zeitung "Washington Post" zufolge besser abschneiden als Clinton. Hillary hätte demnach gegen den 71-jährigen Vietnamkriegsveteranen McCain geringere Chancen auf den Einzug ins Oval Office: Sie würde nach der aktuellen Umfrage die Präsidentschaftswahl gegen McCain knapp mit 46 zu 49 Prozentpunkten verlieren - Obama jedoch mit 49 zu 46 gewinnen."

    www.zeit.de/news/artikel/2008/02/06/2471097.xml
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#6 remixbebAnonym
#7 stussy78Anonym
  • 06.02.2008, 12:48h
  • Das es ein Demokrat werden "muss" ist ja letztendlich für jeden Schwulen Wunschdenken.

    Gegen Mrs. Clinton ist auch nicht wirklich etwas einzuwenden, bis auf die Tatsache, dass nur Obama wirklich die Chance hat verkrustete Strukturen in den USA aufzubrechen.
    Bei allen Beteuerungen von Hillary wird es dennoch darauf hinauslaufen, dass die gleichen Netzwerke wie bei Ihrem Mann gestärkt und genutzt werden.
    Obama dagegen könnte wirklich ein neues politisches Netzwerk aufbauen.

    Sehr passend eine Aussage einer Amerikanerin:
    Ich bin 38 und durfte bisher 5 Präsidenten wählen. Immer standen Bushs oder Clintons auf dem Wahlzettel....
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#8 FreiheitAnonym
#9 JanXAnonym
  • 06.02.2008, 22:15h
  • Der Link ist schon sehr unterhaltsam. Danke dafür. Bei mir kam
    mit 69% Clinton und als zweitplatzierter mit 68% Obama raus.
    Interessant fand ich noch: Bei mir war Huckabee (50%) deutlich
    vor McCain (40%).
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#10 SaschaAnonym
  • 06.02.2008, 23:06h
  • @remixb:

    MIt solchen Umfragen zur Präsidentschaftswahl selbst sollte man im Moment extrem vorsichtig umgehen. Da bislang keine direkte Debatte zwischen den betreffenden, potenziellen Kandidaten stattgefunden hat, ist die Aussagekraft eigentlich gleich Null. Was mich stutzig macht, ist die Tatsache, dass auch der überwiegend rechtsorientierte Mainstream der US-Medien momentan recht eifrig bemüht ist, Barack Obama hochzujubeln. Ich sehe das als Anzeichen dafür, dass die Republikaner sich gegen ihn angesichts seiner gerade einmal knapp vier Jahre Erfahrung in einem höheren politischen Amt gerade in punkto "nationaler Sicherheit" bessere Chancen ausrechnen, noch dazu mit einem Kandidaten wie John McCain, der natürlich ganz besonders auf seine Erfahrung pochen wird.

    Realistischerweise bin ich inzwischen auch der Meinung, dass Hillary Clinton diese Punkte wahrscheinlich besser "neutralisieren" könnte, um dann einen Rundumschlag gegen die verheerende Programmatik übrigens ALLER republikanischen Kandidaten zu führen.

    Wahlen kann man eben nicht allein mit Stimmungen und mit einer Rhetorik der Veränderung gewinnen, sondern gegen die rechte und ultrarechte Propagandamaschine muss man auch inhaltlich und gerade in punkto Erfahrung hinreichend gewappnet und sein. Und hier sehe ich leider eine der Schwächen von Barack Obama.

    Aber wer auch am Ende der demokratische Kandidat sein mag:

    Man kann nur hoffen, dass die Mehrheit der Amerikaner dieses Mal zumindest einen Hauch intelligenter ist als ein gewisser Jemand in diesem Thread, der - wie er es formuliert - allen Ernstes mit John McCain als Präsidenten "leben" könnte bzw. zufrieden wäre. Immerhin ist McCain einer der eifrigsten Befürworter des verbrecherischen Irak-Krieges und möchte per Wahlprogramm am besten noch 100 Jahre im Irak bleiben. Überhaupt wissen wir ja, dass die Republikaner eine extrem militaristische und kriminelle Außenpolitik propagieren, während sowohl Hillary Clinton als auch Barack Obama deutlich machen, dass damit der Sicherheit der USA ebenso wenig gedient ist wie der Sicherheit im Rest der Welt. Von innenpolitischen Fragen, bei denen auch Herr McCain die asoziale Steuer- und Sozialpolitik von Bush weitgehend fortsetzen und über 15 Millionen US-Amerikaner weiterhin ohne jede Krankenversicherung dastehen lassen würde, einschließlich null Fortschritt in Sachen Homo-Rechten, einmal ganz zu schweigen.
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