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  • 12. Februar 2008, noch kein Kommentar

Auf ihrem neuen Werk würdigt die Sängerin Lyambiko die unvergessene Jazz-Legende Nina Simone.

Von Jan Gebauer (blu NRW)

Nina Simone, auch "die Hohepriesterin des Souls" genannt, gehörte zu den großen unterbewerteten Sängerinnen des Genres. Ihre Vielseitigkeit, neben Soul und R&B wurde sie auch dem Jazz- und Blues-Genre zugeordnet, machten sie weltweit berühmt, obwohl viele ihrer Platten bei Erscheinungsdatum kein Erfolg waren. Trotzdem rechnen Kritiker heute Alben wie "Little Girl Blue" (1958), "Wild Is The Wind" (1966) und "Silk & Soul" (1967) zu den Klassikern der Black Music. Simone selbst konnte mit den Genre-Klassifizierungen nicht viel anfangen. Sie nannte ihre Musik schlicht "schwarze, klassische Musik" – "Nuff Said" möchte man da ergänzen, ebenfalls ein Albumtitel der Sängerin.

Lyambiko, gebürtige Thüringerin mit tansanischen Wurzeln und Shooting-Star der deutschen Jazz-Szene, hat sich den vielen Facetten von Simone auf ihrem neuen Album "Saffronia" angenommen. Unter den elf ausgewählten Songs, die Lyambiko mit ihren langjährigen Partnern Marque Lowenthal (Klavier), Robin Draganic (Bass) und Heinrich Köbberling (Drums) eingespielt hat, finden sich berühmte Simone-Originale wie "Don’t Let Me Be Misunderstood", ihr einziger US-Top-40-Hit ("I Loves You Porgy"), aber auch die zahlreichen Titel, die schon Simone von anderen Künstlerin adaptierte ("Ne me quitte pas", "I Put a Spell On You").

Doch nicht allein Nina Simones vokale Urwüchsigkeit, sondern auch ihr politisches Engagement fasziniert Lyambiko seit jeher. So hat sie mit "Four Women" genauso Simones bekannte Anti-Rassismus-Hymne aufgenommen, wie Lyambiko sich in "Mawe Mawe / I Sing Just To Know That I’m Alive" zu ihren afrikanischen Wurzeln bekennt. An zwei große Klassiker, die u.a. auch in der Version von Simone berühmt wurden, "Strange Fruit" und "To Be Young, Gifted & Black", hat sich Lyambiko vielleicht aufgrund des fehlenden sozialen Backgrounds allerdings nicht getraut. Insgesamt ist "Saffronia" ein gutes, hörenswertes Tribut an eine große Künstlerin des letzten Jahrhunderts.

Lyambiko im Vorprogramm von Curtis Stigers:

25.03.08 Berlin, Philharmonie
26.03.08 Hamburg, Laeiszhalle
27.03.08 Düsseldorf, Tonhalle
29.03.08 Baden-Baden, Festspielhaus
30.03.08 München, Prinzregententheater
01.04.08 Dortmund, Konzerthaus
03.04.08 Frankfurt, Alte Oper

Eine Solotour von Lyambiko ist für Herbst 2008 in Planung.

12. Februar 2008