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Berlin (queer.de) - Die Bundesregierung geht auf Distanz zu christlichen Bestrebungen, Homosexualität zu "therapieren". Damit antwortet sie auf eine Kleine Anfrage der grünen Bundestagsfraktion, die anlässlich eines Homoheiler-Seminars beim Bremer Jugendkongress Christival gestellt wurde (queer.de berichtete). Das Seminar ist nach Protesten bereits abgesagt worden.

Die Regierung zitiert in ihrer Antwort Wissenschaftler, die eine "Heilung" von Homosexuellen als nicht möglich ansehen. Derartige "Therapien" würden vielmehr negative Effekte bis hin zum Selbstmord auslösen. "Die Bundesregierung vertritt weder die Auffassung, dass Homosexualität einer Therapie bedarf, noch dass Homosexualität einer Therapie zugänglich ist", so die Antwort.

Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) sei die Existenz des Seminars "im Detail" nicht bekannt gewesen, als sie die Schirmherrschaft des evangelischen Kongresses übernahm. Danach habe sich das Ministerium mit anderen Gruppen dafür eingesetzt, das Seminar aus dem Programm zu nehmen.

Gleichzeitig stellt die Regierung fest, dass es sich bei "Christival" nicht um ein "antihomosexuelle Veranstaltung" handele. Der Ende April bis Anfang Mai abgehaltene Kongress befähige junge Menschen zur "Selbstbestimmung" und rege "zur gesellschaftlichen Mitverantwortung sowie zum sozialen Engagement" an. (dk)



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22 Kommentare

#1 Kleine Anfrage/AntwortAnonym
#2 holgerAnonym
  • 13.02.2008, 12:48h
  • ... und ich behaupte als pfarrer, dass diese veranstaltungen evangelikaler kreise tendentiell immer anti-homosexuell sind.

    lauscht den predigten und lest die schriften!
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#3 jochenAnonym
  • 13.02.2008, 12:48h
  • schön , dass es auch gute nachrichten gibt .

    es tut gut wenn über das thema homosexualität auch mal sachlich diskutiert wird.

    auserdem zeigt sich,dass es doch was bringt , wenn man sich wehrt (siehe kleine anfrage im bundestag)
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#4 handwerker/LQAnonym
#5 TimmAnonym
  • 13.02.2008, 16:22h
  • "Die Regierung zitiert in ihrer Antwort Wissenschaftler, die eine "Heilung" von Homosexuellen als nicht möglich ansehen. Derartige "Therapien" würden vielmehr negative Effekte bis hin zum Selbstmord auslösen. "Die Bundesregierung vertritt weder die Auffassung, dass Homosexualität einer Therapie bedarf, noch dass Homosexualität einer Therapie zugänglich ist", so die Antwort."

    Im Prinzip richtig. Ich wünschte nur, sie würden auch nach dieser Erkenntnis handeln.

    Zu Homohass bekennt sich keine Partei, aber was sie in der Praxis tun und damit zu verantworten haben ist etwas anderes...

    "Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) sei die Existenz des Seminars "im Detail" nicht bekannt gewesen, als sie die Schirmherrschaft des evangelischen Kongresses übernahm."

    Dann muss ich mich aber fragen, wieso Frau von der Leyen einfach eine Schirmherrschaft für etwas annimmt, ohne zu wissen, worum es da exakt geht. Und trotz ihres riesigen Mitarbeiterstabs war es ihr nicht möglich, das in Erfahrung zu bringen.
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#6 wolfAnonym
  • 13.02.2008, 17:03h
  • wenn die ziele so wichtig und allgemeingültig für jugendliche sind, wie behauptet wird, bedarf es keines "christivals"!
    was muss hier religion mit einbezogen werden ?
    mit der ökumene klappt es ja aus bekannten gründen auch nicht, schon deshalb sollten solche veranstaltungen religionsfrei sein !
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#7 LukeAnonym
  • 13.02.2008, 17:43h
  • ""Die Bundesregierung vertritt weder die Auffassung, dass Homosexualität einer Therapie bedarf, noch dass Homosexualität einer Therapie zugänglich ist", so die Antwort."

    Nun meine lieben Brüder und Schwestern, da Therapien nur von Menschen in Anspruch genommen werden können, die entweder unter einem psychischen oder physischen Gebrechen leiden, Homosexualität per Definition weder dem einen noch dem anderen zu zurechnen ist, ist allein die Verwendung des Begriffs schon faktisch falsch. Die Absage an diese verdrehten Christ-Terroristen ist daher logische Konsequenz.
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#8 gerdAnonym
  • 13.02.2008, 18:31h
  • Sehr lobenswert von den Grünen, das sie diese Kleine Anfrage im Bundestag gestartet haben.

    Zwar ist dieses Thema eigentlich schon seit 30 Jahren "vom Tisch" und in der psychologischen Fachwelt ist ganz klar die Meinung, dass Homosexualität weder einer Therapie bedarf noch das Homosexualität einer Therapie zugänglich ist.

    Wie der Stellungnahme der Bundesregierung zu entnehmen wurde Homosexualität bereits im Jahre 1974 von der amerikanischen Psychiatervereinigung (APA) aus ihrem Diagnoseklassifikationssystem (DSM) gestrichen und ebenso wurde dies 1992 aus dem Diagnosekatalog der Weltgesundheitsorganisation (ICD) gestrichen.

    Vor sogenannten Konversions-/Reparativen Therapien, die auf eine Änderung von gleichgeschlechtlichen Sexualverhalten abzielen, wird heute in der Fachwelt weitestgehend gewarnt.

    Daher ist es gut, dass das Seminar in Breman von Christival abgesagt wurde.

    Interessant ist aber in der Anfrage zu lesen, wie eng die Verbindungen zwischen Christival mit Roland Werner und der "Offensive junger Christen" (OJC) ist, die das so genannte "Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft" betreiben. Selbst mir waren da einige Querverbindungen von Personen nicht bekannt und daher freut mich diese Anfrage der Grünen sehr.

    Da diese Personen weiterhin "aktiv" sind in Deutschland und von Ihren ideologisch motivierten Positionen nicht abrücken werden, ist es auch weiterhin erforderlich, dass immer wieder auf dies Personengruppe geschaut wird, um zu erkennen, was sie "planen". Dies bleibt eine Aufgabe, die immer langfristig zu wiederholen ist im Laufe der Jahrzehnte, da ansonsten gerade bei der jüngeren Generation diese Erkenntnisse der Wissenschaft nicht ausreichend präsent sind.
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#9 antosAnonym
  • 13.02.2008, 20:44h
  • @ holger

    Im Kleinen und von einer anderen Perspektive aus kann ich das nur bestätigen. Ich habe in den letzten Jahren seltsamerweise immer wieder Leute aus diesem Milieu kennen gelernt - ausnahmslos alle waren anti-homosexuell gestimmt. Und obendrein immer darum bemüht, als homosexuell Erkannte sogleich von ihrem 'falschen Weg zu führen'. Die Einstellung, die einem da entgegen schlägt, ist eine Mischung aus Abscheu [vor der Homosexualität als solcher] und diesem wohlbekannten herablassenden 'Mitgefühl', bei dem die himmlischen Vergünstigungen schon durchschimmern, die Gläubige sich davon erwarten, eben dieses 'Mitgefühl' zu zeigen. Falschheit und Vernageltheit durch und durch!

    Gerade vor zwei Wochen erst hatte ich in diesem Zusammenhang ein interessantes Erlebnis. Eine russland-deutsche Aushilfskraft unseres Unternehmens [in herzlicher Offenheit: niedrigstes Bildungsniveau, zerrüttete Verhältnisse, Mann hat sich woanders hin gefickt, Sohn säuft, prügelt und bricht eine Lehre nach der anderen ab], die ich ab und zu morgens in der S-Bahn treffe, wo ich mich mit ihr distanziert-freundlich über Wetter und Co. unterhalte - diese Dame also ist schon nach kurzem Aufenthalt in Deutschland in die Fänge einer Bonner evangelikalen Gruppe geraten. Fänge, denn ich weiß von - vor allem iranischen - Freunden, dass diese Evangelikalen sich mit Vorliebe auf Migranten stürzen, die sie erst mit Willkommensgeschenken beglücken, bevor sie sich an sie kletten.

    Diese spezielle russland-deutsche Aushilfskollegin jedenfalls hattte neulich morgens nichts besseres zu tun, als mir, ihrem höflichen fast Unbekannten, der in der Unternehmenshierarchie zwei Stufen über ihrem Vorgesetzten steht, mit verschwörerisch-wohlmeinendem Gesichtsausdruck und Tatscher auf den Arm zu eröffnen, dass sie da etwas gerade für Sie, Herr a., höchstinteressantes, wissens-, lesens- und beherzigenswertes gefunden habe und mir ein vergilbtes, in den 80ern veröffentlichtes Buch mit Cover im Zeugen-Jehovas-Stil eines amerikanischen "Predigers und Therapeuten" in die Hand zu drücken. Ihr Lesezeichen steckte zwischen zwei von ihr mit zahlreichen energischen Unterstreichungen und Ausrufezeichen versehenen Seiten, auf denen der Autor knapp den Weltuntergang durch die homosexuelle Perversion umreißt [Menschheit weg, Teufel da], sein Schreckensszenario jedoch mit zwei Lichtstrahlen versieht. Strahl a: Homosexualität sei nur falsches Aufbegehren gegen die Autorität eines gehassten Vaters, Strahl b [etwas heller noch]: Darum sei sie qua Therapie mit spitzen Vaterfiguren heilbar. Danach wechselt er sein Thema zur Fress-Kotz-Sucht.

    Eins muss man ihnen lassen: Diese evangelikalen Gruppen scheinen ihren Leuten ein ganz besonderes Selbst- und Sendungsbewußtsein zu vermitteln.
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#10 SaschaAnonym
  • 13.02.2008, 21:44h
  • Danke, @antos, für diese sehr zutreffenden Ausführungen!

    Eben deshalb wäre es wichtig gewesen, das Ganze nicht nur sinngemäß als "Blödsinn" zu deklarieren, sondern vielmehr die Gefährlichkeit solcher Gruppierungen hervorzuheben und konkrete Maßnahmen gegen diese Menschen verachtende Propaganda zu ergreifen.

    Verunglimpfung und Volksverhetzung einfach nur zu ignorieren und allenfalls auf Anfrage der Grünen zu kommentieren kann nicht allen Ernstes die einzige Antwort sein, die dem zuständigen Ministerium - mit seiner bislang ebenfalls zur Farce verkommenen Antidiskriminierungsstelle des Bundes - in dieser Sache einfällt.
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