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Nobelpreisträger David Baltimore setzt auf Gentechnik im Kampf gegen Aids: "Mangel an Erfolg ist nicht akzeptabel"

Von Carsten Weidemann

Die Wissenschaft ist der Entwicklung eines Impfstoffes gegen HIV heute nicht näher als vor 20 Jahren. Nobelpreisträger David Baltimore glaubt, dass dieser Kampf zu wichtig ist um einfach aufzugeben, auch wenn manche sagen, dass nie ein Impfstoff gefunden werden wird. Der Präsident der American Association for the Advancement of Science, dass es eine große Herausforderung für die Wissenschaft ist, sich auf den Kampf gegen die Natur einzulassen. Vor allen auch etwas zu erreichen, dass der Evolution selbst nicht gelungen ist. "Unser Mangel an Erfolg mag verständlich sein, aber er ist nicht akzeptabel."

Auf dem Jahrestreffen der AAAS erklärte der Biologe laut BBC, HIV habe einen Weg gefunden sich vor dem menschlichen Immunsystem zu schützen. "Ich glaube, dass HIV Möglichkeiten gefunden hat, das Immunsystem total in die Irre zu führen. Also müssen wir besser sein als die Natur." Versuche, das Virus mit Antikörpern oder einer Verbesserung des Immunsystems zu bekämpfen, sind gescheitert. Das habe die Wissenschaftler frustriert, weil sie keinen Erfolg versprechenden Ansatz erkennen können. Derzeit setzt die Forschung auf neue Verfahren wie die Gentechnik oder die Behandlung mit Stammzellen.

Laut Baltimore besteht nur die Möglichkeit, die Gene in den Stammzellen zu verändern. "Daher versuchen wir Vektoren zu entwickeln, die Gene mit einem therapeutischen Nutzen transportieren können." Baltimore gewann den Nobelpreis für Medizin 1975 für die Entdeckung der Retrotranskriptase. Später wurde erkannt, dass dieses Enzym vom Virus für die Vermehrung in den Zellen eingesetzt wird. Derzeit leitet der Wissenschaftler das Baltimore Laboratory an der Caltech. Mit Unterstützung der Gates Foundation wird nach Möglichkeiten gesucht, das Immunsystem gentechnisch im Kampf gegen Infektionen wie HIV zu unterstützen.

15. Februar 2008



#1 RabaukeAnonym
  • 15.02.2008, 14:19h
  • Wow. Ich bewundere diesen Wissenschaftler. Es ist ein schier aussichtsloser Kampf, denken doch Viele. Er hat aber mit seiner Aussage völlig Recht. Man darf sich niemals von Mißerfolgen absondern. Vielleicht liegt gerade in Diesen, ein Schlüssel, ein Detail, welches man vielleicht nie beobachtet hat? Sich mit der Natur "anzulegen" ist bestimmt "Wahnsinn". Dennoch hoffe und Glaube ich daran, daß in 10 Jahren die Genforschung "erwachsener" geworden ist. Meine Solidarität gilt allen Menschen, welche vorallem unter dieser schrecklichen Erkrankung leiden. Ein sehr guter Beitrag, dieserArtikel!!!!!

    Dem Queerteam, den Userinnen und Usern von queer.de ein erholsames Wochenende

    Euer Rabauke
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#2 ZWEIFELAnonym
  • 15.02.2008, 23:12h
  • Ich bewundere diese Wissenschaftler auch. Wieso die nach so langer Zeit vollendeter Fehlschläge noch immer nicht bereit sind, an sich selbst zu zweifeln, entzieht sich meinem Vorstellungsvermögen.

    Aber ich bin ja auch kein Wissenschaftler, ich muss das nicht verstehen...
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#3 Peter2Anonym
  • 19.02.2008, 15:23h
  • Interessant: daß ist ein Retrovirus intelligenter ist als der Mensch und das Immunsystem "verwirrt". Kann es nicht einfach sein, daß dieser Wissenschaftler vom Virus verwirrt wurde und sein Kampf gegen die Natur ihn blind hat werden lassen. Wenn ich doch die Mechanismen des HI-Virus bisher nicht verstanden habe (sonst würde man nicht von verwirrung sprechen), dann erscheint mir die gentechnikmanipulation als blanker Wissenschaftswahnsinn. Hier wird mit allen Mitteln versucht die Gentechnik hochzuputschen und die Menschen dafür gefügiger zu machen. Es entspricht nicht der Wahrheit, daß es nichts gibt, was das Immunsystem wieder gestärkt habe......denn eine erhöhte Antikörperproduktion widerspricht dem voll und ganz.....so lange aber nicht anerkannt wird, daß das Immunsystem nicht einseitig mit Antikörpern reagiert, wird man ewig gegen etwas kämpfen, was in dieser Form aussichtslos ist. Statt sich der biologischen Ausgleichstherapie verstärkt zu widmen (sprich, wir fangen an, den Körper in seiner Komplexizität wieder zu sehen), wird weiterhin an techniken und Mitteln gearbeitet, die eben sehr viel mehr Profit und Anerkennung bringen. Hier sind deutliche Parallelen zur Krebsmedizin zu sehen.

    Übrigens: Retrotranskriptase ist kein alleiniger Mechanismus des HI-Virus oder anderer Retroviren. Reverse Transkriptase kommt in fast jeder Zelle vor und ist ein natürlicher Reparaturmechanismus, wie er auch bei Zellstress, Autoimmunprozessen usw.. vorkommt. Der damalige Nachweis des Retrotranskriptase-Enzyms in Blutproben von herrn Gallo veranlasste ihn damals zu sagen, daß er wahrscheinlich die Ursache von AIDS gefunden habe.
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