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Hamburg (queer.de) - Der neue Katholiken-Chef in Deutschland halt eine Abkehr vom Zölibat für möglich. Robert Zollitsch, der vor wenigen Tagen zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt wurde, erklärte im "Spiegel"-Interview, das Ehe- und Sexverbot für Priester sei "theologisch nicht notwendig". Eine Abschaffung käme aber einer "Revolution" gleich, bei der "ein Teil der Kirche nicht mitginge". Er sieht im Zölibat einen Hauptgrund für die Nachwuchssorgen der katholischen Kirche.

Gleichzeitig kritisierte der Erzbischof von Freiburg, dass in der CDU neoliberale Werte eine größere Rolle spielten und sie sich deshalb von der katholischen Kirche entferne. Gleichzeitig attestierte der 69-Jährige der SPD und den Grünen, dass sie "Dinge, die uns wichtig sind" in erhöhtem Maße aufgreifen würden. Wie sein Vorgänger Karl Lehmann gilt Zollitsch als eher moderat.

Volker Beck hofft auf weitere Öffnung

Volker Beck, Parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen, begrüßte die Äußerungen von Zollitsch: "Sie eröffnen Chancen für Versöhnung und Annäherung. Ich hoffe, dass diese Öffnung der Kirche auch die Sexuallehre der Kirche umfassen wird", so Beck. "Die Themen Kondomgebrauch zur HIV-Prävention, Homosexualität und wiederverheiratete Geschiedene bedürfen dringend einer Neubewertung im Lichte christlicher Barmherzigkeit." (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

12 Kommentare

#1 wolfAnonym
  • 17.02.2008, 16:14h
  • klingt sehr positiv und ist von einem 69 jahre alten bischof, der seine kirche kennt überzeugend und mutig !
    wenigstens mal einer, der hoffnung macht !
    obwohl ich alle alles religionsfusel ablehne, ist diese haltung in puncto menschlichkeit begrüssendswert !
    seit johannes XXIII. mitte der 60ziger ist in dieser richtung ja nichts mehr passiert.
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#2 LukeAnonym
  • 17.02.2008, 17:25h
  • Ja, ja, gut gebrüllt Zollitsch. Das kennen wir auch schon von Lehmann, der immer den Liberalen gegeben hat, aber wenn es wirklich um die Wurst ging, sind sie dann doch eingeknickt. Jetzt hat er sich also ins Gespräch gebracht und das war es dann wahrscheinlich für die nächsten Jahre. Vielleicht ist es endlich der erhoffte Schritt in Richtung Neuanfang innerhalb der deutschen katholischen Kirche, wahrlich der Glaube fehlt mir. Es tut mir leid, ich kenne diese Brüder zu gut, als das ich einen echten Ruck sehe. Die katholische Kirche beharrt auf ihrem Standpunkt. Jeder Schritt abseits des Weges würde Machtverlust bedeuten, den sich die Kirche nicht leisten kann. Deshalb wird es wahrscheinlich bei diesen Lippenbekenntnissen ohne echte Taten bleiben, so sehr wir uns das auch anders wünschen.
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#3 FloAnonym
  • 17.02.2008, 17:29h
  • 1. Ich glaube, das wird von uns keiner mehr erleben... Selbst wenn einzelne das fordern, ist das nicht Position der katholischen Kirche.

    2. Selbst wenn das kommt, wird das wohl nur dem fehlenden Nachwuchs geschuldet sein. Wenn eine Organisation untergeht, muss man halt evtl. die Gründe dafür ändern, um das zu stoppen. Das ist dann aber nur notgedrungen und nicht aus Überzeugung und heißt auch nicht, dass andere Positionen auch geändert werden.

    3. Selbst wenn das Zölibat aufgehoben wird, wird sich an der mittelalterlichen Sexualmoral nichts ändern. Homosexualität, Selbstbefriedigung, Verhütung, etc. werden deshalb nicht plötzlich anders beurteilt werden.
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#4 hwAnonym
#5 gerdAnonym
  • 18.02.2008, 05:45h
  • Die Wahl von Zollitsch ist für die Deutsche Bischofskonferenz gut: ich hätte "gekotzt", wenn Meissner aus Köln, Sterzinsky aus Berlin oder Müller aus Regensburg den Vorsitz dort erhalten hätten.

    Der Priestermangel in der Katholischen Kirche in Deutschland, in der Schweiz oder in Österreich wird immer dramatischer, wofür es mehrere Ursachen gibt. Einer der Hauptgründe ist der Zölibat. Ich halte es für richtig, wenn sich die Katholische Kirche von diesem mittelalterlichen Zopf trennt. Und dies dürften auch wohl über 90 Prozent der katholischen Gläubigen so sehen. Selbst bei "Hardcore-Katholiken", die nicht viel mit dem Thema "Homo-Ehe" anfangen können, hat sich im Bewusstseindurchgesetzt, dass das Zölibat in der Katholischen Kirche falsch ist.

    Aber eines dürfte klar sein, auch wenn das Zölibat fallen sollte, es erfasst nur heterosexuelle Priester, die dann heiraten dürfen. Am Thema "Homosexuelle Paare" wird sich Rom noch lange nicht wagen; eher werden Frauen als katholische Priesterin zugelassen, was auch "fast illosorisch" im Vatikan scheint, als das homosexuelle Priester mit Partner offen im katholischen Pfarrhaus leben. An dieses Thema wird sich der Vatikan nicht ranwagen, da selbst viel zu viele Klemmschwestern im Vatikan "mitmischen"; die ihre eigene sexuelle Orientierung tabusieren bzw. nicht offen und frei mit umgehen können.
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#6 manni2 Anonym
#7 NobbiAnonym
  • 18.02.2008, 12:45h
  • Der Bischof äußert sich im Spiegel zur Homo-Ehe: "Das ist für mich keine Frage der Liberalität. Für mich ist das eine Frage der gesellschaftlichen Realität. Ich habe als Christ und als Katholik natürlich das Ideal von Ehe und Familie. Aber wenn es Menschen mit dieser Veranlagung gibt, kann der Staat entsprechende Regelungen für sie treffen."

    Auf die Frage, ob er also nicht gegen die Homo-Ehe kämpfen würde, sagt er: "Ich halte den Begriff Homo-Ehe für falsch, weil damit suggeriert wird, dass da etwas mit der Ehe zwischen Mann und Frau gleichgestellt wird."
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#8 gerdAnonym
  • 19.02.2008, 12:32h
  • Habe mir auch die neue Ausgabe des Spiegel gekauft und das Interview ist sehr lesenswert, was das Thema Homosexualität betrifft.

    Zum einem äußert Zollitsch ganz klar, dass es sich um eine Veranlagung handelt und distanziert sich damit von Extremmeinungen, die eine psychische Störung annehmen oder eine Heilung propagieren. Zollitsch nimmt den wissenschaftlichen Stand zur Kenntnis und akzeptiert dies innerlich.

    Zum zweiten erklärt er, dass es sich nicht um eine Frage der Liberalität handelt, sondern das dies halt gesellschaftliche Realität ist. Damit wendet er sich gegen eine Tabuisierung der Homosexualität und nimmt klar zur Kenntnis, dass es homosexuelle Menschen und deren Beziehungen gibt.

    Drittens und das ist das interessanteste: er erklärt, dass Staaten entsprechende Regelungen für diese homosexuellen Beziehungen treffen können. Damit akzeptiert er die Einführung von Lebenspartnerschaften, wie sie beispielsweise in Deutschland besteht. Das ist ein gewaltiger, positiver Schritt für die Deutsche Bischofskonferenz und dessen Vorsitzenden.

    Wo er aber sich klar gegen äußert, ist eine Gleichstellung zur Ehe. So lehnt er eine Öffnung der Ehe, wie sie in Belgien, Niederlande oder Spanien erfolgt ist, ab. Dies ist zwar bedauerlich, gleichwohl sind seine Äußerungen aus katholischer Sicht ein gewaltiger Schritt nach vorne. Es wäre gut, wenn der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz seine Ansichten allen deutschen, katholischen Bischöfen vermitteln könnte.

    Dieser Mann ist daher eine gute Wahl für homosexuelle Menschen, was sich für Ratzinger oder Meissner bisher in keinster Weise gleichermaßen behaupten läßt.
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#9 PoldiAnonym
  • 19.02.2008, 14:19h
  • bruder gerd
    der herr zollitsch streicht mit einem stückchen brot den schmalztopf aus. schmeckt ja ganz lecker.
    aber, die butter für´s tägliche überleben wird in rom geschlagen, verteilt und aufs brot gestrichen.
    der herr zollitsch wird früher oder später sagen, was der ratzinger denkt.
    auf dieser grundlage funktioniert das system petri - felsenfest.
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#10 martinAnonym
  • 19.02.2008, 14:32h
  • glaubt ernsthaft jemand, die katholische kirche interessiere sich dafür, was so ein bischof aus deutschland im zeitungsinterview sagt? Der großteil der katholiken weltweit würde da doch nie mitmachen. Der tamtam um katholikentag und „wir sind papst“ hat ganz gut darüber hinweggetäuscht, dass die hier von jahr zu jahr immer mehr rumkrebsen. Keine neuen pfarrer, keine mönche/nonnen, pfarreien müssen aus arbeitskräftemangel zusammengelegt werden, klöster werden verkauft….Wieso sollte man sich im vatikan um die meinung in einem land gedanken machen, dass zur mehrheit von protestanten und ungetauften bewohnt wird? nur weil bene und sein „ich kenne die liebe“ wg-häschen in deutschland geboren wurden?
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