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Tokio (queer.de) - Der oberste Gerichtshof von Japan hat gestern festgestellt, dass eine Kollektion erotischer Bilder des schwulen Künstlers Robert Mapplethorpe nicht gegen das Pornografieverbot verstößt. Damit kann ein Foto-Buch erstmals seit acht Jahren wieder verkauft werden. Richter Kohei Nasu erklärte, das Buch mit Schwarzweißbildern "enthält künstlerische Werke und ist als Ganzes nicht obszön", berichtet die Nachrichtenagentur AP. Damit hebt das Gericht eine Entscheidung der Vorinstanz aus dem Jahr 2003 auf.

Gegen das Verbot des Buches hatte der Verleger Takashi Asai geklagt. Er hatte zudem umgerechnet 14.000 Euro Entschädigung gefordert. Das wurde aber vom Gericht abgelehnt. Das Buch wurde 1999 beschlagnahmt und im Jahr darauf sprach die Polizei ein Verbot des Verkaufs aus.

Der amerikanische Fotograf Robert Mapplethorpe ist in den 80er Jahren vor allem durch Porträts von Stars wie Andy Warhol oder Arnold Schwarzenegger bekannt geworden. Umstritten waren stets seine radikalen Darstellungen von Nacktheit und sexuellen Handlungen. Insbesondere grafische Sadomaso-Fotos mit Männern führten dazu, dass es bei Ausstellungen Protestkundgebungen gab und Museumsdirektoren angezeigt wurden. Der exzessiv lebende Mapplethorpe starb 1989 im Alter von 43 Jahren an den Folgen seiner HIV-Infektion. (dk)