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Stuttgart (queer.de) - Die Evangelische Allianz kritisiert das Motto des Christopher-Street-Days Stuttgart scharf. Im Juli soll der schwäbische CSD unter der Überschrift "Ich glaube" abgehalten werden. Der Chef der Stuttgarter Evangelischen Allianz, Gerhard Lieb, rief im Gespräch mit der christlichen Nachrichtenagentur idea zu Wachsamkeit auf. Seiner Ansicht nach sollten es Christen nicht der "Schwulenlobby" überlassen, was Glauben ist. Denn dieses Wort beziehe sich der christlichen Überzeugung nach ausschließlich auf Gott und die Anerkennung dessen Werteordnung, die die Grundlage für das Zusammenleben bilde.

Idea zitiert zudem Christian Tsalos, den Sprecher der württembergischen Landeskirche. Er sagte, die Kirche lassen sich durch das Motto "nicht provozieren". Eher müssten sich die CSD-Veranstalter von den klaren Aussagen der Kirche zum dreieinigen Gott provoziert fühlen, weil deren Glaubensbegriff zu vage sei, so Tsalos.

Schon vergangene Mottos des CSD Stuttgart eckten wie "Familie heute" (2005) und "Bist du auch normal?" (2006) eckten in einigen kirchlichen Kreisen sowie in konservativen Bevölkerungsschichten an. Der baden-württembergische Landespolitiker Andreas Renner (CDU) musste als Sozialminister zurücktreten, weil er im Jahre 2005 die CSD-Schirmherrschaft übernommen hatte und es dann zum Streit mit der katholischen Kirche kam (queer.de berichtete).

"Provokation gehört beim CSD zum Geschäft", erklärte dazu CSD-Vorstand Christoph Michl. "Nur wenn man Dinge klar und deutlich auf den Punkt bringt und manchmal auch ein bisschen überspritzt darstellt, wird man in der heutigen Zeit wahrgenommen. Und meist entsteht daraus ein fruchtbarer Dialog", so Michl weiter. Mit aktuellen Motto wollen die Versanstalter den Begriff "Glauben" wieder für sich gewinnen, weil dieser von den Kirche vereinnahmt werde: "Jeder Mensch, auch der homosexuelle, glaubt – und zwar an ganz unterschiedliche Dinge: beispielsweise an die freie Meinungsäußerung, an sich selbst, an Gott, an eine tolerante Gesellschaft, an die Verbindung von Politik und Party, an den Zusammenhalt der schwul-lesbischen Community oder Menschheit, an eine faire Gesetzgebung, an ein weltoffenes Stuttgart, an freie Sexualität, an Emanzipation und, und, und. Die Liste lässt sich beliebig vorsetzen", so der CSD-Vorstand in einer Erklärung.

Die Evangelischen Allianz ist ein evangelikal ausgerichtetes Netzwerk von Kirchen und christlichen Organisationen. Ihr gehören nach eigenen Angaben weltweit 420 Millionen Christen an. In Deutschland sollen es 1,3 Millionen Mitglieder sein. (dk)



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29 Kommentare

#1 wolfAnonym
  • 21.02.2008, 11:57h
  • interessant, das sich evanglikale durch das motto : "ich glaube" ! provozieren lassen !!!
    schon wieder so eine bande krimineller christen, die glaubt einen alleinvertretungsanspruch zu haben !
    einfach widerlich diese fundamentalisten und wenn man den mitgliederzahlen glauben darf, höchst gefährlich !
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#2 TimmAnonym
  • 21.02.2008, 12:03h
  • Jetzt wollen die uns sogar schon das Recht auf Glauben absprechen...

    Wir dürfen ja wohl glauben, was wir wollen... Die sollen ruhig weiterhin ihre menschenverachtenden Ideologien glauben, aber wir haben unseren Glauben, ob es denen passt oder nicht...
    --------------------------------------------------
    Die da viel lieben, die schweigen selig.
    Die nicht lieben, sind stets Aufpasser der Liebe.

    „Das fließende Licht der Gottheit“ [6,25]
    Mechthild von Magdeburg
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#3 DragonWarriorAnonym
  • 21.02.2008, 12:12h
  • soso, die evangelische allianz kritisiert...

    soll sie...

    was kümmerts mich?

    das mein ich völlig ernst...

    ich spreche ihr - genau wie dem papst, der katholischen kirche, den evangelischen kirchen und sonstigen selbsternannten oder von anderen auf den thron gehobenen propheten, sogenannten oberhäuptern oder wasauchimmer (auch muslimischen und jüdischen!) - die definitionshoheit über den begriff GLAUBEN ab...

    genauso wie ich ihnen die definitionshoheit über den begriff SPIRITUALITÄT abspreche...

    letzten endes sind insbesondere die konservativen evangelikalen und katholischen christen nichts anderes als die pharisäer, die jesus vermutlich fluchend aus dem tempel gejagt hätte...

    all diese strömungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie religion - bzw. ihre menschliche auslegung derselben - benutzen um sich über andere zu erheben... "ich lebe richtig - du lebst in sünde - ergo bin ich ein besserer mensch"... nun denn, wer's so braucht, der mag es sich so geben...

    ich kann darüber wirklich nur mitleidig lächeln und dem entschlossen entgegentreten.

    es ist schon kurios, wie da einerseits immer wieder behauptet wird (etwa in katastrophenfällen) das gottes wege unergründlich seien, andererseits sich dann aber offensichtlich jemand wieder für sich in anspruch nimmt genau erkannt zu haben, was zu gottes plan gehört und was nicht... schon komisch und wenig demütig, wenn mensch sich erdreistet, gottes plan verstanden haben zu wollen...

    sie haben für mich sämtliche autorität verspielt, weil ihr glaube sich darin erschöpft, worthülsen aus der bibel oder anderen "heiligen büchern" dazu zu benutzen, andere zu verdammen oder zu erniedrigen...

    sie sind nichts anderes als der kaiser in hans christian andersens märchen von "des kaisers neuen kleidern" sie haben in wahrheit nichts an...

    sollen sie schimpfen, sollen sie versuchen, das wort GLAUBE als schutzmarke eintragen zu lassen...

    das patentamt wird sie genauso verlachen wie der rest der gesellschaft...

    nichtsdestotrotz ist widerstand da ganz klar angesagt.
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#4 TimmAnonym
  • 21.02.2008, 12:25h
  • "Der baden-württembergische Sozialminister Andreas Renner (CDU) musste als Sozialminister zurücktreten, weil er im Jahre 2005 die CSD-Schirmherrschaft übernommen hatte und es dann zum Streit mit der katholischen Kirche kam (queer.de berichtete)."

    Dass tatsächlich die katholische Kirche die Macht hat, Minister zum Fall zu bringen, nur weil sie die Schirmherrschaft über einen CSD annehmen, zeigt, dass die Kirche definitiv zu viel Macht hat und dass es in Deutschland mit der angeblichen Trennung von Staat und Kirche (die für eine Demokratie unerlässlich ist) nicht weit her ist....

    Das muss endlich geändert werden!!!!

    Da helfen nur zwei Dinge:

    1. aus der Kirche austreten, denn je weniger Menschen diese Organisation finanziell und moralisch unterstützen, desto schneller werden sie verstummen.

    2. Dafür sorgen, dass die Union bei Wahlen (und zwar auf allen Ebenen: Kommunen, Länder, Bund und Europa) nicht stark genug wird, um an Regierungsverantwortung zu kommen.

    Denn die CDU/CSU ist der politische Arm der Kirchen und macht diese Unterhöhlung der Demokratie und das Aussetzen demokratischer Grundrechte erst möglich...
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#5 Bob AachenAnonym
  • 21.02.2008, 12:26h
  • Wieso steht da "Christen kritisieren ..."? Das ist mindestens so unspezifisch wie der beschriebene Standpunkt dieses Vereins.

    Wieso glauben diese Sekten eigentlich, ihr Gott sei mein Gott? Schließlich haben die ihr monotheistisches Weltbild auch nur geklaut und abgewandelt, bis es ihrem bigotten Anspruch genügte.
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#6 Steht auf, wenn Ihr Christen seid!Anonym
#7 EvangelikalenlobbyismusAnonym
#8 ReinerAnonym
  • 21.02.2008, 14:39h
  • @ Timm
    Daß die CDU/CSU der politische Arm der Kirchen ist, stimmt nicht.
    Die protestantische Geistlichkeit ist mehrheitlich eher sozialdemokratisch eingestellt mit kleinen grünen Tupfern. Einen evangelischen Pfarrer oder Bischof, der der CDU oder CSU nahesteht, findet man kaum noch, von Bischöfinnen wie Jepsen oder Käsmann, die engagierte Feministinnen sind, mal ganz zu schweigen.
    Die katholische Kirche vertritt in manchen Bereichen wie z. B. Bioethik oder Ausländerpolitik eher "linke" oder grüne Positionen und ist keineswegs unionsnah, während sie im Bereich von Lebensformenpolitik oder Abtreibung deutlich rechts von den Unionsparteien steht. Letzteres gilt aber auch nur für die höheren Repräsentanten wie Bischöfe und Kardinale.
    Selbst hier ist eine Lockerung zu erkennen, wie die jüngsten Äußerungen des neuen Vorsitzenden der katholischen Bischofskonferenz erkennen lassen.
    Im übrigen mußte der Sozialminister Renner nicht zurücktreten, weil er die Schirmherrschaft für den CSD übernommen hatte. Auch Ministerpräsident Oettinger und Stuttgarts Oberbürgermeister Schuster, die ebenfalls der CDU angehören, haben für den gleichen CSD Grußworte übermittelt und mußten nicht zurücktreten.
    Vielmehr mußte der Minister zurücktreten, weil er sich dem Bischof von Rottenburg-Stuttgart gegenüber, der die Schirmherrschaft kritisiert hatte, im Ton vergriffen hatte.
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#9 Dr. BAnonym
  • 21.02.2008, 16:11h
  • Das Motto ist klasse und regt zur Diskussion und zum Nachdenken an....und soll nicht die Menschen auseinander bringen.....
    großen Respekt vor der Vorstandschaft des CSD Stuttgart, dieses Thema zum Motto zu erküren, auch auf die Gefahr hin das es Ärger gibt...

    Offensichtlich hat die Evangelische Allianz Angst vor uns Schwulen....sonst würde sie nicht so aufgebracht und abwertend reagieren...schließlich sind wir auch zum Teil Christen...schwul oder nicht...und haben dieselben Rechte auch Gott und Glauben.......
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#10 hwAnonym
  • 21.02.2008, 16:49h
  • Wer oder was ist "Spektrum"?

    Diese Zeitschrift wird vom Informationsdienst der Evangelischen Allianz (idea) unter Leitung von Helmut Matthies in Wetzlar herausgegeben. Idea hat die Rechtsform eines eingetragenen Vereins, dem verschiedene Persönlichkeiten sowohl aus den Landeskirchen der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) als auch aus evangelikalen Freikirchen angehören, und versteht sich in seinen vielfältigen Medienaktivitäten als "evangelische Nachrichtenagentur", steht also in Konkurrenz zu dem in Frankfurt ansässigen Evangelischen Pressedienst (epd). Allerdings steht idea nicht nur in Konkurrenz zum epd, sondern ist gleichzeitig mit ihm verschwistert, werden doch beide Pressedienste aus dem EKD-Haushalt finanziell bezuschusst.

    www.heise.de/tp/r4/html/result.xhtml?url=/tp/r4/artikel/27/2
    7238/1.html&words=EKD&T=ekd


    ...und wohl wichtigste Themenkreis ist für "Spektrum" natürlich der richtige Zugang zu Gott, Bibel, Glaube und Frömmigkeit. Als Feindbilder dienen demgegenüber Aufklärung, Rationalismus und Sexualität, die als zu fortschrittlich empfundene Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) und natürlich der Islam.
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