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Im Tierversuch erfolgreich, beim Menschen jedoch nicht: Mikrobizid Carraguard.

Von Carsten Weidemann

Carraguard, das erste Anti-HIV-Gel, kann eine Übertragung des HIV-Virus nicht verhindern. Zu diesem Ergebnis sind Forscher der University of Cape Town gekommen. Sie testeten die Wirkung des Präparats bei 6.202 Frauen in Südafrika. In Europa und den USA hatte man das Anti-HIV-Gel bereits als alternativen Schutz für kondommüde Schwule gesehen.

Eine Testgruppe setzte das aus Seealgen gewonnene und im vaginalen Bereich verwendete Mikrobizid Carraguard ein, die andere Gruppe erhielt ein Placebo-Gel. Auch Kondome wurden unter den Testpersonen verteilt. Während des Durchlaufs mit dem Gel stießen die Forscher auf 134 Neuinfektionen in der Carraguard-Gruppe und auf 151 Neuinfektionen in der Placebo-Gruppe.

"Das Gel zeigte keine Wirkung", sagt Alana de Kock, Wissenschaftlerin an der University of Cape Town. Insgesamt gibt es fünf Anti-HIV-Gels, die zum klinischen Zweck eingesetzt werden. Einige mussten aus dem Umlauf genommen werden, da sie entweder wirkungslos waren oder andere Formen von Infektionen hervorriefen. Obwohl sich die Wirkung von Carraguard im Labor und bei Tierversuchen als erfolgreich herausstellte, zeigte sich dieser Effekt beim Menschen nicht.

Die Forscher arbeiten trotz dieses Rückschlags an einem weiteren Präparat. Das Mittel MIV-150 enthält sowohl Carraguard als auch antiretrovirale Substanzen. Letztere dienen zur Behandlung einer Infektion mit HIV. Dieses Präparat zeigte sich zwar im oralen Gebrauch als wirkungslos, in Gelform könnte sich die Anti-HIV-Wirkung laut Angaben der Forscher aber bestätigen.

22. Februar 2008



#1 JustMeAnonym
  • 22.02.2008, 15:33h
  • ich finde es sehr gut das die Forscher immer weiter daran arbeiten deshalb hier ein großes Lob an euch
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#2 DavieAnonym
  • 22.02.2008, 17:03h
  • "...Während des Durchlaufs mit dem Gel stießen die Forscher auf 134 Neuinfektionen in der Carraguard-Gruppe und auf 151 Neuinfektionen in der Placebo-Gruppe. ..."

    Wer kann den so Tests mit seinem Gewissen vereinbaren? Bin ich der Einzige, der sich wundert?
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#3 BjörnAnonym
  • 22.02.2008, 19:25h
  • Wenn ich das richtig verstehe, gab es hier als kleinen "Kollateralschaden" 285 Neuinfektionen. Die wirkliche Nachricht dürfte daher eher, wieder einmal, sein: Kondome werden noch lange, lange Zeit ohne Alternative bleiben.
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#4 MeloAnonym
#5 BowenAnonym
  • 22.02.2008, 23:49h
  • ich habe mich auch gewundert, dass irgenwie die Neuinfektion mit HIV in Kauf genommen wurde. Selbst wenn man zusätzlich Kondome mit herausgegeben hat, so muss man doch damit gerechnet haben, dass diese nicht verwendet werden, denn sonst hätte dieses Präparat ja nicht getestet werden können.

    Das ganze sollte man ordentlich hinterfragen.
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#6 RationalistAnonym
  • 23.02.2008, 21:59h
  • Die ordnungsgemäß Empörten müßten aber bitte mal erklären, wie man denn die Wirksamkeit eines solchen Mittels (oder eines Impfstoffs, eines Medikaments etc.) testen soll. Alle möglichen chemische und biologische Verfahren wird man genutzt haben. Die vielgescholtenen Tierversuche haben stattgefunden, diesen zufolge hat das Mittel funktioniert. Und nun? Gleich in den Handel geben und damit die Käufer zu Versuchskaninchen machen?
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