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Vancouver (queer.de) - 40 Prozent der Menschen, die in der kanadischen Provinz British Columbia an den Folgen von Aids gestorben sind, haben nie eine Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten erhalten – obwohl diese kostenlos ist. Das ist das Ergebnis einer Studie des B.C. Centre for Excellence in HIV/Aids, das mehr als 1.400 Aids-Tode zwischen 1997 und 2005 untersucht hat.

"Wir haben ein ernstes Problem", erklärte Dr. Julio Montaner, Chef des Forschungsinstituts. "Die Behandlung ist leicht zu erhalten und kostenfrei, aber etwas läuft falsch, wenn Menschen, die Medikamente am meisten brauchen, diese nicht in Anspruch nehmen." Besonders betroffen seien HIV-Positive mit niedrigem Einkommen. "Auch Faktoren wie Obdachlosigkeit, Immobilität, Geisteskrankheit, illegale Aktivitäten und Sprachprobleme spielen eine Rolle", so Montaner. (dk)



#1 Peter2Anonym
  • 27.02.2008, 16:56h
  • Was soll diese Aussage? Lässt sie nicht auch den Umkehrschluss zu, daß 60% der mit Medikamenten behandelten Menschen gestorben sind? Sollte dies nicht eher umgekehrt sein, wenn doch die antivirale Therapie so viel besser ist, als keine (oder alternative Therapie).
    Diese Studie sagt nichts darüber aus, daß menschen mit antiviraler Therapie mengemäßig tatsächlich länger leben, als menschen ohne antiviraler therapie. Was vermutlich daran liegt, daß diese zahlenmäßig gar nicht erfasst werden (können).
    Für mich sieht das Bild eher so aus, daß nicht jeder der antiviralen therapie zugetan ist und das sollte ihm auch zugestanden werden, so lange 60% es auch mit antiviraler therapie nicht schaffen (Achtung: hier habe ich bewusst mit den zahlen jongliert).
    Die Frage sollte eigentlich nur lauten "wussten die Betroffenen nichts von der kostenlosen Therapie?"
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#2 AJAnonym
  • 27.02.2008, 18:18h
  • Eine antiretroviralen Therapie verzögert den Ausbruch von AIDS, mittlerweile meistens sogar so lange, dass der Patien an etwas anderem gestorben ist (denn noch immer ist die Sterblichkeitsrate bei Lebenden 100%).

    Wenn man es nicht genauer weiß (bspw. weil man die genannte Studie im Detail kennt) kann man nur davon ausgehen, dass die restlichen 60% irgendwann man eine entsprechende Therapie begonnen haben, diese aber aus welchen Gründen auch immer nicht fortgesetzt wurde.

    Aus der Meldung zu schließen, dass die 60% allesammt durchgehend behandelt wurden und sich therapietreu verhalten haben ist offensichtlich falsch und daraus die Unwirksamkeit einer antiretroviralen Therapie abzuleiten ist unredlich.
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#3 DragonWarriorAnonym
  • 27.02.2008, 19:07h
  • @ 1

    Untersuchung sagt folgendes aus:

    von der gesamtheit aller an AIDS verstorbenen menschen in einem defiierten zeitraum (hier 1.400 Aids-Tode zwischen 1997 und 2005) haben 40% (=560) niemals eine antiretrovirale therapie bekommen/genommen...

    mehr nicht...

    dein umkehrschluss ist nicht zulässig, weil falsch formuliert. der richtige umkehrschluss zu dieser studie wäre, dass 60% der gestorbenen medikamente erhalten haben.

    der von dir aufgestellte umkehrschluss müsste als grundgesamtheit die gesamtheit aller antiretroviral therapierten in einem zeitraum x erfassen, von denen dann nur noch 40% leben dürften...

    das richtige fazit der studie ist, dass darüber nachgedacht werden sollte, wie der zugang zu antiretroviralen therapien verbessert werden kann und wo unsinnige hürden den zugang verhindert haben.
    natürlich muss auch darüber nachgedacht werden, ob und wenn warum sich menschen dagegen entschieden haben, sich antiretroviral behandeln zu lassen...

    oder zum beispiel auch darüber, ob diese menschen wussten, dass sie infiziert sind (ich denk da an die sogenannten late-presenter, oft heteros vom platten land, die sichs bei ausflügen in die großstadt eingefangen haben, oder im bumsbomber... die sehen für sich oft null risiko einer HIV-infektion und verschweigen ihren behandelnden hausärzten natürlich auch ihre kontakte)
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#4 OrangeAnonym
  • 02.03.2008, 15:26h
  • Sorry, aber ich verstehe diese Studie nicht. Diese Zahlen sind für mich absolut sinnlos, solange man die Bezugsgrößen nicht kennt:

    1) Wie viele HIV-Positive machen gar keine Therapie?
    2) Wie viele HIV-Positive werden antiretroviral therapiert?
    3) Wie viele HIV-Positive werden alternativ therapiert?

    Wie sind die Mortalitätsraten in den Vergleichsgruppen 1, 2, 3?

    Erst dann kann man überhaupt eine Aussage treffen. Peter2 hat völlig recht wenn er andeutet, dass die Zahlen auch andere Rückschlüsse zulassen.
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#5 DragonwarriorAnonym
  • 02.03.2008, 16:18h
  • @ Orange

    die zahlen sind nicht sinnlos. sie beantworten nicht die frage der effektivität der therapien, die deine bezugsgrößen implizieren, sondern eine andere frage, die der zugänglichkeit der therapien.

    deine bezugsgrößen wären so auch noch nicht korrekt formuliert....

    1. wieviel HIV-positive gibt es in kanada insgesamt?
    (dürfte schwierig werden wegen der dunkelziffer)

    2. wieviel HIV-positive, die von ihrer infektion wissen und entsprechend festzulegender leitlinien eine therapieempfehlung haben lassen sich
    a) antiretroviral therapieren
    aa) mit hoher compliance
    ab) mit niedriger compliance
    b) alternativ therapieren
    ba) mit hoher compliance
    bb) mit niedriger compliance
    c) bewusst nicht therapieren

    wenn du die qualität von therapien bzw. die mortalität messen willst, dann kannst du nur mit der zweiten gruppe als grundgesamzheit arbeiten.

    darum schien es hier aber den wissenschaftlerInnen garnicht zu gehen...
    hier ging es anscheinend nur um die frage, wieviel % der an aids gestorbenen menschen überhaupt behandelt wurden... und um die frage ob es - gesellschaftspolitische faktoren (z.b. zugehörigkeit zu ethnischer minderheit, niedriges einkommen) gibt, die den zugang zu therapien oder ihre inanspruchnahme beeinflussen.
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#6 Peter2Anonym
  • 03.03.2008, 17:17h
  • @dragon....

    es ging mir hier absolut nicht darum, die antivirale therapie in abrede zu stellen, aber es muss erlaubt sein, die Studie mal etwas kritischer zu betrachten, denn sie macht genau da keine Aussage, wenn es um die eigentliche Kernaussage geht "weshalb wurde keine Therapie gemacht".

    Zudem finde ich es immer noch sehr anmaßend, daß die antivirale Therapie als alleiniges Mittel hingestellt wird. Das mag den Pharamkonzernen ja sehr schmecken, aber dadurch werden andere alternative Wege immer unterdrückt und nicht konsequent untersucht und weiterentwickelt (sie werden schlichtweg ignoriert).

    Ich als betroffener gehe einen steinigen Weg, da ich permanet von Ärzten gedrängt werde, endlich die antivirale therapie zu machen, dabei versuche ich Ihnen zu erklären, daß ich einen anderen Weg gehen möchte. Dies wird einfach nicht geachtet (und schon gar nicht bezahlt, wie die überteuerten HIV-Medikamente).

    So lange also die Situation einseitig zu Gunsten antiviralen therapie geht, werde ich solche "Studien" kritisch betrachten und auf Ihre Stimmungsmache untersuchen.
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