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  • 11. März 2008, noch kein Kommentar

Gleich drei CDs enthält "Chris Rea Presents The Return Of The Fabulous Hofner Bluenotes". Der Clou: Die Band ist fiktiv.

Von Jan Gebauer (blu NRW)

Seine schwere, mittlerweile überstandene Krebserkrankung hat den britischen Ausnahmemusiker Chris Rea gezeichnet, ihn aber schon vor sechs Jahren zu seiner heimlichen Liebe zurückkehren lassen: dem Blues! "Bevor es zu spät ist", muss er sich gedacht haben als er mit "Blue Guitars" (2005) im Box-Format gleich elf CDs und eine DVD präsentierte. Ein enormes Wagnis in Zeiten, in denen die Menschen lieber Musik aus dem Netz runterladen, statt sich CDs im Geschäft zu kaufen. Die Kritiker applaudierten, hatte sich Rea doch relativ kompromisslos von seiner Pop-Vergangenheit verabschiedet, um sein ambitioniertestes Werk anzugehen. 150.000 seiner Fans dankten es ihm und kauften die kostspielige Box. 2008 meldet sich Rea nun mit einer "nur" drei CDs, zwei LPs und einem Bildband beinhaltenden Veröffentlichung zurück – neumodisch auch "Earbook" genannt. Das Besondere daran: "Chris Rea Presents The Hofner Bluenotes" enthält die Aufnahmen einer fiktiven Band.

"Das EarBook ist der Versuch, zu schauen, welche Musik dabei herauskommen würde, wenn ich ins Jahr 1959 reiste. (…) Vielleicht hätte ich ja wirklich solche Musik gemacht, wenn ich zehn Jahre früher geboren worden wäre. Dass ich dergleichen heute - nach langer überstandener Krankheit - machen kann, ist eine extrem glückliche Fügung für mich. Ich habe das Gefühl, am Ende des Tunnels angekommen zu sein", erklärte Chris Rea kürzlich in einem Interview mit der Berliner Morgenpost. Die Musik des Buches, die wahlweise eben auf Vinyl oder den CDs angehört werden kann, ist eine Hommage an den amerikanischen Blues der Arbeiterklasse und erzählt die Geschichte der Ende der 50er Jahre entstandenen Gitarrenband The Delmonts, die in den 60er Jahren dann zu der Bluesband The Fabulous Hofner Bluenotes wird.

Die teils rein instrumentalen 50s-meets-60s-Kompositionen wurden im für jene Zeit typischen Retro-Soundgewand arrangiert. Gleichzeitig wird dem deutschen Gitarren-und Bass-Hersteller Höfner Tribut gezollt, der mit seinen Instrumenten in den Anfangstagen der Rock-und Beat-Musik international sehr präsent war: Zahlreiche berühmte Musiker spielten Höfner-Instrumente, darunter Paul McCartney mit seinem mittlerweile legendären Linkshänder-Bass. Zahlreiche, stimmungsvoll geschossene Schwarzweiß-Fotos aus längst vergangenen Tagen illustrieren das Earbook und die darin geschilderte Geschichte.

11. März 2008