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London (queer.de) - Der schwule Iraner Mehdi Kazemi wird bis auf weiteres nicht in sein Heimatland abgeschoben. Die britische Regierung erklärte am Donnerstag, von einer Abschiebung bis auf weiteres abzusehen und den Fall zu prüfen. Zuvor hatte das Europäische Parlament eine Resolution zu seinen Gunsten verabschiedet.

In der Resolution werden die betroffenen Staaten aufgefordert, Kazemi nicht abzuschieben, da ihm die Todesstrafe drohe. Daher sei eine Abschiebung nicht rechtmäßig, zumal eine Eu-Direktive zur Aufnahme von Flüchtlingen die Verfolugng aufgrund der sexuellen Orientierung durchaus vorsehe. Die Resolution, die mit 46 Ja-Stimmen von Sozialdemokraten, Grünen und Liberalen, 2 Nein-Stimmen und 12 Enthaltungen der Konservativen verabschiedet wurde, ging über den Fall hinaus und forderte generell mehr Schutz für Flüchtlinge vor Verfolgung aufgrund sexueller Orientierung.

Erst Mitte der Woche hatten die Niederlande einen Asylantrags Kazemis abgelehnt, womit eine Abschiebung nach Großbritannien drohte. Dort studiert der 19-Jährige seit 2004 Englisch. Bis gestern erklärte die britische Regierung, einer Abschiebung des jungen Schwulen in sein Heimatland stünde nichts im Wege. Ein erster Asylantrag Kazemis, den er nach der Hinrichtung eines Freundes gestellt hatte, war von der britischen Regierung abgelehnt worden, weswegen er in die Niederlande geflüchtet war. (nb)



21 Kommentare

#1 TomAnonym
  • 15.03.2008, 11:45h
  • Hallo,

    also das die queer sich bei diesem Beitrag so unsensibel zeigt, ist schon sehr erschreckend.

    Gerade wir in Deutschland sollten mit diesem Begriff sehr vorsichtig umgehen, denn schliesslich war es Deutschland mit den Verbrechen des Nationalsozialismus die diesen Begriff so negativ geprägt hat.

    Bei einer Abschiebung - die sicherlich alles andere als korrekt und menschlich ist - von einer Deportation zu sprechen, zeigt m.M.n. das Unvermögen der Redaktion sachlich an das Thema heranzugehen und noch deutlich unter Bild-Stil zu gehen.

    Tom
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#2 Queer.de-RedaktionAnonym
  • 15.03.2008, 11:52h
  • Hi Tom

    Danke für den Hinweis. Wir haben den Flüchtigkeits-Übersetzungsfehler im ersten Satz sofort beseitigt - im Englischen bedeutet "deportation" Abschiebung.
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#3 BjörnAnonym
  • 15.03.2008, 14:31h
  • Schön, daß die Sprach- (und mutmaßlich auch Gedanken-) Polizei auch am Wochenende arbeitet - NACH ALLEM WAS GESCHEHEN IST. Und nicht vergessen, das freiheitlich-demokratische Konzentrationslager zu Guantanamo niemals als solches zu bezeichnen! Und: Folter heißt heute "harsche Verhörmethoden"!

    Was mich viel mehr interessiert hätte: Ich komme beim Zusammenrechnen bloß auf 56 Stimmen. Waren nur (mal wieder) so wenige Abgeordnete anwesend oder ist das eher das Votum irgendeines Ausschusses o.ä. gewesen?
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#4 hwAnonym
  • 15.03.2008, 16:29h
  • Hallo,

    also das die queer sich bei diesem beitrag so sensibel zeigt, ist schon sehr beruhigend.
    ich empfinde das eingehen auf diese kundenwünsche gerade noch zeitgemäß.

    de.wikipedia.org/wiki/Deportation

    Gerade wir in Deutschland sollten mit diesem Begriff sehr offensiv umgehen, deportation nennen was deportation ist, folter nennen, was folter ist, propaganda nennen, was propaganda ist, lügen als das bezeichnen was lügen sind.

    bürger- und menschenrechtsorganisation in aller welt sind wir damit nahe, gerade auch denen in israel.

    zope.gush-shalom.org/home/en/channels/avnery

    man sollte sich dan an dem jüdischen witzen zum sprachgbrauch ausrichten:

    eine alte geschichte über eine jüdische mutter erinnert daran , wie sie sich von ihrem sohn verabschiedet, der zum militärdienst in die zarenarmee gegen die türken einberufen wurde.
    „streng dich nicht zu sehr an“, ermahnte sie ihn, „töte einen türken und ruh dich aus. töte noch einen türken und ruh dich wieder aus….“
    „aber mutter,“ fragte er, „und wenn der türke mich tötet?“
    „dich töten?“ rief sie aus „warum? was hast du ihm denn getan?“

    holga
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#5 DamienAnonym
  • 15.03.2008, 17:26h
  • Der Begriff "Deportation" ist doch völlig angemessen. Schließlich reden wir von einer Abschiebung in den sicheren Tod. Deswegen gibt es doch die ganze Kampagne für Mehdi. Warum wir das als Deutsche nicht sagen dürfen, verstehe ich nicht. Zumal es die geistigen Ziehsöhne der Nationalsozialisten sind, die heute im Iran offen erklären, den Holocaust diesmal erfolgreich durchführen zu wollen. Und dafür Israel von der Landkarte radieren wollen. Wenn mal da als Deutscher eine besondere Verantwortung hat, dann doch wohl die, dafür zu sorgen, dass der nächste Versuch rechtzeitiger gestoppt wird.
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#6 hwAnonym
  • 15.03.2008, 17:53h
  • @ damien

    ausnahmsweise stimme ich dir zu.
    wobei ich das mit den geistigen ziehvätern,
    für an den falschen haaren herbeigezogen halte.
    die gründe zu ziehen sind nachvollziehbar, durch- ,
    aber eben auch kurzsichtig.
    in ihren nebenwirkungen so kontraproduktiv,
    daß es lohnt zu differenzieren. nicht wegen feingeistigen moralisierenden diskussionen,
    sondern wegen vielleicht aussichtsreichen
    gegenstrategien, wenn das zurückdrängen
    autistischer wahrnehmungen, nach den wahlen in den usa, zu neuen vorgaben führt. wie man so schön sagt.

    einen großmäuligen gangster mit z.t. blutrünstiger
    gefolgschaft zu hitler hochzujazzen, wird dem von manchen "shoah" (katastrophe) genannten ereignissen des letzten jahrhunderts nicht gerecht.
    hitler war kein betriebsunfall und keine naturkatastrophe. diese sicht hat etwas von shit happens.

    das geplänkel um das, mild formuliert unbedachte,
    shoah-gefasel des stellvertretenden israelischen
    verteidigungsministers ersparen wir uns ?
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#7 DamienAnonym
  • 15.03.2008, 21:32h
  • hw, was willst du der gemeinde damit sagen? so sind sie die juden: meister von deportation, propaganda, folter und lügen? verzeihung, du formulierst es ja stets anders. israel: meister von... - aber vor allem: was hat das alles mit dem vorläufigen erfolg in der kampagne zur rettung von mehdi kazemi zu tun, der im iran vermutlich gehängt würde? sind daran auch die juden schuld, weil sie immer die anderen zuerst töten wollen?
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#8 antosAnonym
  • 15.03.2008, 23:27h
  • Damien schreibt: "Zumal es die geistigen Ziehsöhne der Nationalsozialisten sind, die heute im Iran offen erklären, den Holocaust diesmal erfolgreich durchführen zu wollen."

    Das ist unfassbarer Unsinn und ich wundere mich, dass so ein Scheiß hier stehen bleibt!
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#9 damienAnonym
  • 16.03.2008, 12:33h
  • @ hw: Das "Gefasel" des israelischen Verteidigungsministers wurde mutwillig falsch interpretiert. Er sprach von "einer" großen Katastrophe, nicht von "der" großen Katastrophe. Das, was wir mit "Shoa" bezeichnen, gilt in Israel als "die" große Katastrophe.
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#10 FloAnonym
  • 16.03.2008, 14:08h
  • Hier hat wohl die öffentliche Beachtung durch die Medien zumindest einen Aufschub bewirkt (und ich hoffe, dass es nicht nur bei dem Aufschub bleibt).

    Aber ich möchte nicht wissen, in wievielen Fällen, wo die Medien nicht berichten, Menschen in den sicheren Tod abgeschoben werden...

    Ist ja leider immer so: erst wenn die Medien berichten, tut sich was zum positiven. Ist zwar schlimm, dass das nicht ohne Medien funktioniert, zeigt aber auch, wie wichtig Medienvielfalt und unabhängige Medien sind!!
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