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Auf den "12. Münchner AIDS-Tagen", die diesmal in Berlin stattfanden, diskutierten die Experten auch über diese Frage.

Von Carsten Weidemann

In kaum einem anderen medizinischen Fachgebiet wächst das Wissen so schnell wie bei HIV und AIDS. Deshalb treffen sich alljährlich Mediziner, Wissenschaftler und andere Experten zum Erfahrungsaustausch bei den Münchner AIDS-Tagen. Neue Erkenntnisse bei Therapien für HIV-Positive waren ein Themenschwerpunkt am vergangenen Wochenende in Berlin. Es ging aber auch um Menschenrechte, Migranten und um den "älteren HIV-Patienten". Die Medikamente machen es inzwischen möglich, trotz Infektion ins Rentenalter zu gelangen. Heftig diskutiert wurde über die Frage: Ist Sex ohne Kondom mit HIV-Infizierten unter bestimmten Umständen ohne Risiko?

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) in Berlin nutzte die Gelegenheit des Kongresses, der diesmal zu Gast in der Hauptstadt war, um einen Punkt zu benennen, der sich trotz aller Fortschritte keineswegs geändert hat: Vorbeugung durch "Safer Sex" bleibe die tragende Säule innerhalb der gesamten Aidspräventionsstrategie. Die bessere Behandelbarkeit durch die derzeit verfügbaren Medikamente dürfe nicht als Entwarnung für die Prävention missverstanden werden, so die Einrichtung des Bundes.

Auch die kürzlich von der Schweizer Eidgenössischen Kommission für Aidsfragen (EKAF) veröffentlichte Studienanalyse zur Infektiosität HIV-infizierter Menschen, die unter einer wirksamen antiretroviralen Therapie stehen, wird zur Zeit international wissenschaftlich kontrovers diskutiert. Der Schweizer Professor Dr. Pietro Vernazza, Infektiologe und Präsident der EKAF präsentierte seine Ergebnisse in Berlin vor und stellte sich der Kritik. Seine These: HIV-Positive, die sich einer wirksamen Kombitherapie unterziehen, sind de facto kaum noch infektiös. Dieses geringe Risiko ließe deshalb unter Umständen den Verzicht auf das Kondom zu. Ein Problem: Bislang liegen international keine weiteren wissenschaftlich abgesicherten Empfehlungen vor. Unter anderen warnte deshalb auch die BzgA: "Es ist zu befürchten, dass diese Veröffentlichung fälschlich als Entwarnung missverstanden wird und dadurch Menschen sich oder ihren Partner dem Risiko einer HIV-Infektion aussetzen."

17.03.2008



#1 Ulli_2mecsProfil
  • 17.03.2008, 18:31hHamburg
  • also ... ich habe alle tage an dem kongreß teilgenommen, und habe nicht feststellen können, dass die vernazza-daten 'wissenschaftlich umstritten' seien.
    im gegenteil - selbst die kritiker gestehen vernazza zu, dass seine daten korrekt und unter den von ihm beschriebenen bedingungen (vl unter nachweisgrenze, keine stds) das übertragungsrisiko unter 1 zu 100.000 liegt.

    die debatte dreht sich nicht um die wissenschaftliche bewertung, sondern um die politische!
    es geht darum, welche konsequenzen daraus zu ziehen sind, welche botschaften - dass ist eine politische debatte (nicht eine wissenschaftliche, die ist m.e. weitgehend geführt)
    zur debatte u.a.
    www.ondamaris.de/?p=1344

    gut, das immerhin die aidshilfe dabei ist, eine haltung zu finden ...

    www.ondamaris.de/?p=1360
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#2 ThomasAnonym
  • 24.03.2008, 18:30h
  • Es geht doch nicht nur um die Verhinderung einer HIV Übertragung sondern auch um die Verhinderung anderer sexuell übertragbaren Krankheiten wie Syphillis, Tripper, Kondilome etc.
    Wir Schwulen nehmen es nun mal mit der Treue nicht sonderlich ernst. Das ist eine Tatsache!
    Auch in Beziehungen - mit oder ohne - "eingetragener Partnerschaften" wird fremdgepoppt. Das ist eine Tatsache!!!
    Deswegen macht es keinen Sinn und ist sogar gefährliche Augenwischerei, HIV Positven "unter günstigen Umständen" zu ungeschütztem Verkehr zu ermutigen. Das Immunsystem ist geschädigt, die T-Zellen nicht mehr so leistungsfähig wie bei HIV Negativen (auch bei hoher T-Zellzahl)
    Benutzt bitte Kondome!!!! Zu Eurem und Anderer Leute Schutz!
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#3 matthias36Ehemaliges Profil
  • 02.04.2008, 18:19h
  • Da muss ich dem Thomas sehr recht geben. Es geht nicht nur um HIV Infektionen, sondern auch um andere Geschlechtskrankheiten.
    Ich hatte einen sehr lieben und auch guten Freund, der
    HIV pos. war und wir lebten doch fast zweieinhalb Jahre zusammen, haben aber immer sehr aufgepasst, daß halt der "Pariser" immer dabei war und man einfach nicht nur mit dem Samen, sondern auch mit Blutübertragungen aufpassen musste.
    Ich bin da schon der Meinung, wenn man kein Medikament gegen AIDS hat, sollte man den "safer" Sex immer auch so übernehmen und auch einhalten.
    Viele Grüße aus dem bayrischen Allgäu
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