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Der R.E.M.-Sänger spricht erstmals über sein Schwulsein: "Ich dachte, es wäre ziemlich offensichtlich"

Von Carsten Weidemann

In einem Interview mit dem US-Magazin "Spin" hat R.E.M.-Sänger Michael Stipe erstmals über seine Homosexualität gesprochen. "Es war superkompliziert für mich in den Achtzigern. Ich war total offen mit der Band, meiner Familie, meinen Freunden und sicherlich mit den Leuten, mit denen ich geschlafen habe", sagte er. Damals habe er nicht gesehen, dass ein Outing anderen helfen könnte. "Aber jetzt sehe ich natürlich ein, dass das der Fall ist."

Stipe könne sich allerdings nicht erklären, weshalb seine sexuelle Orientierung nicht schon früher ein Thema war. "Ich dachte, es wäre ziemlich offensichtlich."

Eine große Enthüllung war das Bekenntnis denn auch nicht wirklich. Bereits im Mai 2001 bezeichnete sich Stipe im "Time Magazine" als "Queer Artist". Auch Queer.de hat den R.E.M.-Sänger in früheren Berichten stets "offen schwul" genannt. Entsprechend trocken vielen einige Pressekommentare aus: "Nachdem die großen Erfolge der Band R.E.M. schon etwas zurückliegen, muss sich Frontmann Michael Stipe offenbar wieder ins Gespräch bringen und outet sich als homosexuell", kommentierte die Schweizer Tageszeitung "20 Minuten".

Michael Stipe ist Gründungsmitglied, Sänger und kreativer Kopf der US-amerikanischen Alternative-Rock-Band R.E.M. Innerhalb weniger Jahre brachte es die Formation zu Ruhm in der Independent-Szene und war eine der ersten Bands, die ebenfalls großen Erfolg im Mainstream hatte. Neben seiner musikalischen Karriere engagiert sich Michael Stipe auch sozial und politisch und betätigt sich künstlerisch. Er ist Mitinhaber der Filmproduktionsfirma Single Cell Pictures, die unter anderem die Kinofilme "Velvet Goldmine", "Being John Malkovich" und "American Movie" produzierte.

19. März 2008



#1 SaschaAnonym
  • 19.03.2008, 11:22h
  • Tja, so alt muss manch ein schwuler Mann auch heute noch werden, um offiziell "out" zu sein...

    Es stellt sich die Frage, wie man als öffentliche Person seine Identität über so lange Zeit so erfolgreich "nicht offiziell" werden lassen kann. Ohne ein sehr penibles - und aus meiner Sicht: krankes -Versteckspiel ist das kaum denkbar.

    Denn für Hetero-Promis scheint es ganz selbstverständlich zu sein, sich auch schon in sehr jungen Jahren mit ihren jeweiligen, häufig monatlich wechselnden Partnerinnen und weiblichen (!) "Dates" in der Öffentlichkeit zu zeigen, ohne dass sie selbst (oder irgend jemand sonst) dies als übertriebene Zurschaustellung ihrer sexuellen Identität diskreditieren würden..

    Erst wenn sich an diesem kollektiven Syndrom "falscher Zurückhaltung", oder besser: pathologischer Selbstverleugung, gerade in der Öffentlichkeit, bei Homo-Männern selbst etwas ändert, kann wirkliche Gleichberechtigung überhaupt in greifbare Nähe rücken.
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#2 MarkHBAnonym
  • 19.03.2008, 14:00h
  • *lach*

    Mir war beim lesen des ersten Absatzes schon fast klar, dass darunter ein entsprechender Kommentar von 'Sascha' zu finden sein würde.

    Du nölst mal wieder an einer Stelle rum, an der es nichts zu nölen gibt. Da lebt jemand seit Jahren offen schwul - und Du weinst trotzdem rum. In diesem Fall, weil er keine Pressekonferenz einberufen hat in der er ganz explizit darauf hinweist schwul zu sein? Ich habe mich auch nie richtig geoutet. Trotzdem weiß es jeder und jeder lädt mich mit meinem Kerlchen ein. Um ein besserer Schwuler zu werden sollte ich mich vielleicht in Zukunft überall als schwul vorstellen? Oder sollte man sich freuen ganz normal leben zu können?

    Lächerlich!

    Trümmertanten wie Du sind es, die jeden Schritt nach vorne zu einem halben werden lassen.
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#3 stfAnonym
  • 19.03.2008, 22:50h
  • Michael Stipe spricht also jetzt "erstmals" über seine Homosexualität. Was waren dann bitte die Interviews in Attitude und Butt-Magazine?
    Ist das jetzt einfach nur schlechte Recherche oder gilt's erst wenn es nicht nur in dezidiert schwulen Printmedien steht.

    Micheal Stipe muß sich ins Gespräch bringen, weil die großen Erfolge von R.E.M. schon zu weit zurückliegen? Schön abstruser Einfall liebe schweizer TAZ. Man denke nur an all die anderen Publictiy Stunts die sich Micheal Stipe geleistet hat. Moment mal, gab ja nie welche. Hm, vielleicht aber nur vielleicht gibt man im Vorfeld einer Veröffentlichung ja vermehrt Interviews und vielleicht werden da auch Fragen gestellt.

    @sascha
    Themenverfehlung. 6 .Setzten.
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#4 stromboliProfil
  • 24.03.2008, 15:16hberlin
  • na mal langsam mit den gäulen, #3. stf & #2.MarkHB!
    Sicher, es gibt immer einen einseitige betroffenheit was unter anderem daran liegt , das entwicklungsmässig themen bei dem einen mehr im fordergrund stehen als bei dem anderen.
    Für mich ist das thema coming out ein , nicht mich betreffendes thema! Im zusammenhang mit emanzipativem denken, aber eines der wichtigsten!
    Ich will nicht, das die nach mir kommenden, es genauso schwer, wenn nicht noch schwerer haben! Das ist die verantwortung der älteren gegenüber den jüngeren!
    Und das einer, der sein coming out gerade erst beendet hat, verschärft seinen blick auf das ihm umgebende wirft. Das schärft auch seine ungeduld!
    Da teile ich auch seine sicht, und lass mir keine noten vergeben! Das solltest du (wenn schon nötig; notenvergeben ist wie ein überflüssiger kropf, verwendet von leuten/lehrern die inhaltlich nichts zusammenhängendes zu sagen haben..) leuten mit mehr einblick nachdenklicher einfühlung in die materie überlassen!

    Schauen wir doch mal in die popgeschichte: m.jackson, e.john,g.michael,f.mercury bei den englichsprachigen; rex gildo, rio reiser ,marianne rosenberg bei den deutschen:
    Allesamt schuldig, erst im späteren teil ihrer musikerbiographie ihre schwule identität preisgegeben zu haben! Aber warum? Was hätte mercury oder elton oder...,groß passieren können in einer zeit, in dem androgynität/multi/bisexualität als cool und anstrebenswert galt!? Die szene wusste mehr oder weniger bescheid; die texte wahren in diesem sinne für uns: "unsere texte, unsere liebeserklärungen" ! Wieviel aber an wirkung hätte/hatte es, wenn dies "öffentlich " wird, aus dem getto der szene an die hetero öffentlichkeit tritt?!
    Das sagt uns sascha mit seiner wut und entäuschung; da haben ihn schwule eigennützig alleingelassen!
    Insofern ist stipe's erkennen ,auch eingeständnis einer unterlassung an hilfe und solidarität: "Es war superkompliziert für mich in den Achtzigern. Ich war total offen mit der Band, meiner Familie, meinen Freunden und sicherlich mit den Leuten, mit denen ich geschlafen habe", sagte er. Damals habe er nicht gesehen, dass ein Outing anderen helfen könnte. "Aber jetzt sehe ich natürlich ein, dass das der Fall ist."
    Ja, da haben wir es: nicht sehen was der allgemeinheit dient!
    Dabei hat er doch selbst von dem spruch: "raus aus der anonymität der klappen, rein in die strassen" , profitiert! Wie also konnte man/er sich so täuschen?

    Es ist halt nicht genügend, in der eigenen szene (wie groß die dann auch sein mag) platzhirsch zu spielen , nach aussen hin und zwar in presse, funk,fernsehen, aber eine neutrale rolle zu spielen, in der hoffnung die medien halten still! Fragt mal den wowereit, ja selbst die schwesterwelle !
    Peinlich wirds doch dann, wenn die betreffenden hinter der nebelwand weiblicher begleiterinnen verschwinden. Was mich bei den herren e.john ,g.michael, f.mercury, r.gildo (gildo, spielt lieber mit dem dildo, wie die szene diese auftritte karikatierte) heute noch ärgert. Schwule ikonen stell ich mir da anders vor.
    Und mit rio ... ich liebe seine texte, seine lieder; bei seinem politischen bewusstsein ärgert mich sein schweigen besonders maßlos!
    Entsprechend fern ist er auch mittlerweile in der schulen erinnerung!

    Nicht jede entscheidung , sich vor der welt zu verbergen ist "krankhaft" !! Die folgen daraus für andere allerdings schon!
    Wie einer , mit witz , erkannte: "wäre michelangelo hetero, wäre die sixtinsiche kapelle weiß gerollt worden" ...wie wahr doch, wie wahr!
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#5 MarkHBAnonym
  • 25.03.2008, 15:24h
  • Er hat lediglich seit Jahren offen schwul gelebt und nie ein großes Thema daraus gemacht. Es war trotzdem immer bekannt. Ebenso übrigens bei dem von Dir (mal wieder) als Beispiel genommenen Guido Westerwelle und Klaus Wowereit... Westerwelle hat sich sogar immer wieder darüber gewundert, dass die Presse nie darüber geschrieben hat.

    Es ist absolut lächerlich jemanden zu beschimpfen weil er sich angeblich versteckte - aber sein Leben lang offen schwul gelebt hat, vor allem: Selbstverständlich offen schwul gelebt hat!

    Es muss halt nicht immer ein riesen Thema daraus gemacht werden. Man kann selbstverständlich ganz normal schwul leben - ohne sich zu outen, auch öffentlich mit seinem Freund zusammen. Ist das vielleicht auch ein Outing? Ja! Da muss man dann nicht noch das offensichtliche kommentieren "ach übrigens - ich bin schwul...". Hat ein Freund von mir gemacht - und das wurde mit einem ironischen "ach was..." kommentiert. Ich jedenfalls stelle es so fest, und wie gesagt, werde auch mit meinem Freund gemeinsam eingeladen. Auch zu Veranstaltungen die öffentlich stattfinden. Klar ist mir auch, dass es anders sein kann.

    Vielleicht kann man sich einfach mal freuen sich nicht unbedingt outen zu outen zu müssen, sondern diese Selbstverständlichkeit genießen! Damit ist vielen ganz sicher mehr geholfen - wenn sie nämlich feststellen, dass man normal damit umgeht. Es ist ja schließlich auch nichts anderes.

    Schulnoten vergeben finde ich übrigens auch mehr als überflüssig... ;-)
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#6 TufirAnonym
  • 10.04.2008, 14:40h
  • Darf man nicht mehr prominent und schwul sein, ohne sich gleich vor den Tuckenkarren spannen zu lassen? Es ist sicherlich noch eine andere Sache, wenn ein schwuler Senator sich nicht outet und gleichzeitig konservative Werte vertritt. Aber Leuten vorzuwerfen, dass sie ihr Privatleben nicht an die große Glocke hängen, während sie gleichzeitig durchaus für Toleranz eingetreten (wie Michael Stipe) sind bzw. sie einfach eingefordert haben (wie Mercury mit seiner komplett glammigen Bühnenpräsenz in den 70ern) ist nun wirklich eine überflüssige Suche nach Feindbildern.
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