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Ralf König neuer Comic "Stutenkerle" widmet sich wieder dem Tuckenalltag

Von Anne Richter

Nachdem in Ralf Königs letztem Comic "Hempels Sofa" eine Hetera im Mittelpunkt der Geschichte stand, spielen in "Stutenkerle" wieder die Schwulen die Hauptrolle. In den kurzen Bildergeschichten nimmt König gewohnt pointiert Bezug auf die großen und kleinen Sorgen und Probleme des Lebens.

Durchaus kritisch und mit dem nötigen Sarkasmus bezieht er etwa Stellung zur immer noch vorherrschenden Intoleranz vieler Religionen gegenüber der Homosexualität. Am Beispiel des CSD in Jerusalem zeigt König, dass Christentum, Islam und Judentum sich einig sein können – in ihrer Ablehnung der Schwulen und Lesben. Kommentiert werden die Comics zum Teil in einem Reimstil, der irgendwo zwischen Wilhelm Busch und Büttenrede anzusiedeln ist: Manchmal vielleicht etwas zu belehrend und überzogen, in Zusammenwirkung mit den Zeichnungen aber sehr treffend und auch unterhaltsam bringt König seine religionskritische Haltung zu Papier.

Sehr gelungen sind wieder die etwas leichteren Themen, bei denen König die Höhen und Tiefen schwulen Alltagslebens schildert: Die große Enttäuschung darüber, dass die neue Chatbekanntschaft mit dem Riesendödel nur passiv ist; der vermeintliche Bär, der sich zum Rendevouz die Brust rasiert hat, oder auch die Angst des 19-jährigen Jungschwulen vor dem Alter.

Ironisch und witzig gelingt es dem Zeichner, die Dinge auf den Punkt zu bringen, so dass gerade der darüber lachen kann, dem ähnliches schon einmal selbst passiert ist.

Ralf König: Stutenkerle, 64 Seiten, Männerschwarm Verlag, Hamburg 2008, 12 €

22. März 2008



#1 jochenAnonym
  • 22.03.2008, 13:50h
  • ich freu mich immer über neue geschichten von Ralf König.
    er ist einer der wenigen, bei dem die comics oft wirklich komisch und zum lachen sind.
    auserdem oft gnadenlos ehrlich (bis es manchmal wehtun könnte... aber tut dann doch nicht weh,.......weil er die geschichten so menschlich und mit humor zeigt )

    ich schätze auch an ihm die kritische betrachtung der szene.
    die aufdeckung und benennung ihrer zwänge und normen , die in den letzten jahren entstanden sind.
    (z. b. die geschichte "coming out 2001")

    Ralf König hat seinen erfolg , find ich , sehr verdient.
    ich wünsch ihm weiterhin viel erfolg.

    (ich weiss, das war jetzt echt ne lobhudelei... aber sie war ehrlcih gemeint......
    - mir fiel auch nix schlechtes ein zu ihm)
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#2 SaschaAnonym
  • 22.03.2008, 22:48h
  • Was versteht ihr unter einer einer "Tucke" und warum verwendet ihr diesen Begriff hier?

    Ich halte es für unangebracht, als Antonym zur Hetero-Thematik des letzten Buches hier den Begriff "Tucke" zu verwenden. Es geht in dem Buch um schwulen Alltag, und der ist zunächst einmal nicht mehr oder weniger "tuckig" als der heterosexuelle.

    Wir sollten im Umgang mit Begriffen, die insbesondere in der Wahrnehmung junger Menschen weiterhin ganz massiv zur Stigmatisierung von homosexuellen Männern beitragen, etwas vorsichtiger sein!
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#3 PeterAnonym
  • 23.03.2008, 17:16h
  • @Sascha:
    Zitat: "Wir sollten im Umgang mit Begriffen, die insbesondere in der Wahrnehmung junger Menschen weiterhin ganz massiv zur Stigmatisierung von homosexuellen Männern beitragen, etwas vorsichtiger sein!"

    Du meinst so etwas wie "schwuler Alltag"?
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#4 SaschaAnonym
  • 23.03.2008, 20:37h
  • Nein, lieber @Peter, ich meine, dass die heterosexuelle Thematik des letzten Buches ganz einfach neutral als solche bezeichnet wird (es ging um "eine Hetera"), während die homosexuelle Thematik des aktuellen Buches durch einen mit negativer Konnotation behafteten Begriff beschrieben wird.

    Wenn sogar die Betroffenen selbst Homosexuelle mit Tucken gleichsetzen, brauchen wir uns nicht zu wundern, dass andere dies - im Kontext der üblichen Stigmatisierung und Verunglimpfung - ebenfalls tun.
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