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Die Regeln, wann ein Hotel oder Reiseanbieter als "gayfriendly" gilt, gehen weit auseinander

Von Dennis Klein

Egal ob in Key West oder Amsterdam, in San Francisco oder Köln: Tourismus-Unternehmen sind am schwulen Euro interessiert. In den typischen Vierteln prangt daher an den meisten Hotels ein Regenbogenfahnen-Aufkleber. "Gayfriendly" ist das Zauberwort – doch was macht einen homofreundlichen Betrieb aus?

"Gayfriendly" bedeutet zunächst nur, dass Homosexuelle genauso willkommen sind wie Heterosexuelle. Im Falle eines Hotels also: Es gibt keine schiefen Blicke, wenn man mit seinem Partner ein Zimmer mit Doppelbett bezieht oder das romantische Candlelight-Dinner bucht. Aber selbst im homofreundlichsten Hotel kann es zu Irritationen kommen – zum Beispiel wenn sich ein anderer "gay-unfriendly" Gast über einen kurzen Homo-Kuss in der Hotel-Lobby aufregt.

Es gibt mehrere Zertifizierungen für "gayfriendly" Anbieter, die meisten davon – wie könnte es anders sein – in den Vereinigten Staaten. So umfasst das Verzeichnis von "Purple Roofs" 3.500 Einträge. Chef Mark Guzman verlangt dafür, dass die gelistete Gesellschaft einen "Vertrag" unterschreibt, in dem sie bestätigt, dass sie nicht gegen schwule und lesbische Gäste und Angestellte diskriminiert. Sonst könnte es Klagen hageln. "Wir kriegen viele Anfragen von Ketten, aber 90 Prozent rufen nicht mehr zurück, wenn wir diese einfache Anforderung stellen. Wir akzeptieren auch keine Standard-Sätze wie ‚wir diskriminieren niemanden’. Das ist viel zu schwammig."

Die schwul-lesbische Reiseorganisation IGLTA nennt als Bedingungen für das Zertifikat "gayfriendly" schriftliche Nichtdiskriminierungs- Richtlinien, Lehrgänge für Angestellte im Umgang mit Schwulen und Lesben sowie das Sponsoring von Szene-Events. Außerdem muss das Personal Gästen auf Anfrage erklären können, wo die nächste Schwulenbar zu finden ist.

Auch in Deutschland gibt es ähnliche Listen, allen voran natürlich der "Spartacus"-Guide. Ein Hotel-Qualitätslabel wurde zudem auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin vorgestellt: "Attitude Hotels.com" will Hotels in verschiedenen Luxusklassen auszeichnen. Dabei soll zwischen der Eignung für Zielgruppen unterschieden werden, also "gay", "lesbian", "gay and lesbian" – und als Schmankerl für offene Heteros gibt es noch die Kategorie "straight-friendly". Bislang stehen 25 Hotels in der Liste, es sollen aber noch mehr werden. Diese können dann direkt über die Website gebucht werden.

Wer mehr im privaten Umfeld "gayfriendly" übernachten will, ist bei "enjoy bed and breakfast" gut aufgehoben. Hier bieten Privatpersonen Extrazimmer in der Privatwohnung günstig "für Schwule, Lesben und Freunde" an. Hier steht der Kontakt im Vordergrund: Anders als beim Großhotel könnte hier der Gastgeber mit dem Gast in der empfohlenen Szene-Bar einen saufen gehen. Und das ist wirklich "gayfriendly".

22. März 2008



15 Kommentare

#1 madridEUAnonym
  • 24.03.2008, 10:58h
  • Mindestens 12mal im Jahr übernachte ich europaweit in Hotels und Pensionen. Rein gefühlsmässig zögere ich in osteuropäischen Staaten mit Fragen nach der schwulen Szene und scheue mich, mit dem Partner offen ein Ehebett zu verlangen, wobei man aber im verklemmten Blick des Personals schon die Toleranz in Erwartung unseres Euros erkennen kann. In Deutschland, Spanien, England, Schweiz und Frankreich,Be-Ne-Lux und Skandinavien, ja selbst in Italien und Österreich darf man sich ruhig emanzipiert geben, weil kein Hahn mehr danach kräht, ob man mit dem gleichen Geschlecht im Doppelbett pennt oder nach einschlägigen Homo-Bars oder -Cafeterías fragt. Normalität wird dank Aufklärung automatisch auch in den neuen EU-Mitgliedsstaaten einkehren, was ich für einen Grund mehr halte, sie nicht andauernd auszugrenzen.
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#2 stromboliProfil
  • 24.03.2008, 13:48hberlin
  • ja, madridEu, da hast du sicher die zeichen der zeit und die vorteile des kapitalistischen systems (sicher , es gibt genügende nachteile ^^) erkannt: "wenn erst der rubel rollt, ist die tunte auch gewollt" .

    Aber man sollte auch als zahlender (!) seine "macht " nutzen! Je öffter das bedürfniss nach "szene" geäussert, desto schneller wird er auch in den "handelsverkehr an der portiersloge" zugang finden. Sexuelle bedürfnisse , offen geäussert finden dann nützliche nebenprodukte: beim nachfragen in moskau wurde mir versprochen, bis zum folgenden nachmittag eine liste zu erstellen mit den angesagten (sicheren) treffs; für den zimmerservice bot man mir in ersatzt für hetenpornos frische homoware aus russischer produktion an! Mit der bemerkung: was die americaner bieten, können wir besser; unsere männer sind einfach erotischer....!
    Ich muß sagen: hier war preis - leistungsverhältnis optimal!
    Mach das mal in unserer heteroservicewüste im kempinski. Derek Jarman zog während der filmfestspiele extra dort aus, weil man sich weigerte, ihm entsprechende informationen zu geben ^^ ..., zog dann ins neueröffnete toms; na ,das ist ja jetzt auch schon ewig her. ;-))
    frohe ostern , dicke eier hier an alle die mich mögen; die nicht, sollen sich einen suchen, der ihnen was wünscht!
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#3 seb1983
  • 24.03.2008, 14:30h
  • Lehrgänge für Angestellte im Umgang mit Schwulen und Lesben sowie das Sponsoring von Szene-Events. Außerdem muss das Personal Gästen auf Anfrage erklären können, wo die nächste Schwulenbar zu finden ist.

    Ist ja amüsant dass das Personal extra für mich geschult wird, was die da wohl so lernen...... :-)))
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#4 madridEUAnonym
  • 24.03.2008, 15:01h
  • @stromboli: Im Moskauer "Ucrania" sass auf jeder Etage in früheren Zeiten eine Matrone, die jede Bewegung beobachtete, so dass es aussichtslos war,
    jemanden anzuschleppen. Steigenberger überschreitet mein Budget heute bei weitem, da ich mit Frühbuchungs- und Firmenrabatt allerhöchstens 75 Euro ausgebe. Wie dem auch sei, heute ist Arbeitstag in der Provinz Madrid, die dicken Ostereier sind alle wieder weg und die Manolas legen ihre Kämme mit Mantillas zur Wäsche, wo sie am nächsten Gründonnerstag wieder zur Prozession in die Frisur kommen. Übrigens gilt unter Schwulen in Spanien die durch alle Parteien und Weltanschauungen verbindende Neigung zu eben dieser Mantilla, die von Transvestiten nur zu gern imitiert wird.
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#5 hwAnonym
#6 stromboliProfil
  • 24.03.2008, 18:10hberlin
  • lach... , madridEU.
    Die mantilia meiner träume: Frisch geklöppelt und topaktuell: Brüsseler Spitzen von knabenhänden gewirkt, nicht von darben altweibergichtfingern. Und erotische muster eingewebt; nur so würd ich sie um meine morschen schultern werfen. Dabei heftig mit der fliegenklatsche (fächer) wedelnd... von besseren zeiten träumen ^^

    mit grippalen grüßen ...
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#7 madridEUAnonym
  • 24.03.2008, 18:11h
  • @hw: Epoche: Wandspiegel aus den Gemächern des Sonnenkönigs. Dessen schwuler bayrischer Namensvetter hat ihn als Plagiat in den Linderhof gehängt, wofür uns jeder Münchner Concierge zwinkernd die beste Busverbindung raussucht.
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#8 madridEUAnonym
  • 24.03.2008, 18:24h
  • @stromboli: Hab´ich´s mir doch gedacht, dass Ihr Italiani Euch die Mantilla über Kopf und Schulter schlagt. In Spanien wird sie über den hohen Kamm gesteckt , fällt bis über die Schulter und sie ist mehr noch als die Nationalflagge die Reliquie, die alle Schwulen verbindet.
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#9 stromboliProfil
  • 24.03.2008, 18:27hberlin
  • ach, bei meinem haarlosen haupte läss sich ein kamm schwer anbringen... ;-)
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#10 hwAnonym