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Beim Fest zu Ehren des Heiligen Sidi Ali Ben Hamdouch baten sie um Segen für ihre Partnerschaften

Von Carsten Weidemann

Das Fest zu Ehren des Heiligen Sidi Ali Ben Hamdouch im marokkanischen Maghrassiyine endete in diesem Jahr mit einer Massenfestnahme von schwulen Männern. Wie die "taz" berichtete, stürmten Polizisten am Wochenende das Dorf in der Nähe von Meknes. Insgesamt 21 Fest-Teilnehmer wurden von den Sicherheitskräften abgeführt.

Das Sidi-Ali-Ben-Hamdouch-Fest ist eine Art schwules Event in Marokko. Traditionell erbitten homosexuelle Paare dabei von dem Heiligen den Segen für ihre Beziehung. In der Vergangenheit war dies von Behörden und Polizei geduldet worden.

Den Festgenommenen wird vorgeworfen, gegen den Paragrafen 489 des marokkanischen Strafgesetzbuches verstoßen zu haben, der "strafbare und unnatürliche Handlungen zwischen Individuen gleichen Geschlechts" ahndet. Den Betroffenen drohen Haftstrafen von sechs Monaten bis zu drei Jahren sowie eine Geldstrafe.

Bereits im vergangenen Jahr sorgte eine Massenfestnahme von schwulen Männern in Marokko für Schlagzeilen (queer.de berichtete). Im November 2007 waren Videos von einer Party aufgetaucht waren, die angeblich eine Homo-Hochzeit zeigten. Obwohl es keine Beweise gab, dass es dort zu sexuellen Handlungen kam, wurden sechs Teilnehmer der Feier zu Haftstrafen verurteilt. Zuvor hatten Hunderte Anwohner das Lokal gestürmt, in dem das Fest stattgefunden hatte, und dessen Einrichtung zertrümmert.

Im Jahr 2004 sorgte der Fall eines Briten für internationale Proteste, der wegen einvernehmlichen Geschlechtsverkehrs mit einem Einheimischen zu einem Jahr Haft verurteilt worden war (queer.de berichtete). (cw)



15 Kommentare

#1 Bob AachenAnonym
#2 hwAnonym
#3 LukeAnonym
  • 26.03.2008, 17:15h
  • Auch wenn es wahrscheinlich wieder die Falschen trifft, aber wie viele Schwule fahren jedes Jahr nach Marokko, das eigentlich schon seit Anfang des 20 Jh. ein Paradies für europäische und amerikanische Homos war? Einfach mal ein Jahr lang komplett als Urlaubsland ignorieren, den Geldhahn abdrehen, durchblicken lassen, dass diese Praxis halt international Konsequenzen mit sich bringt. Ich wette, wenn das ein Jahr gelaufen ist, wird man das Vorgehen schnell wieder überdenken.
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#4 FloAnonym
  • 26.03.2008, 18:10h
  • @Luke:

    Da kann ich Dir nur zustimmen. Es gibt Leute und Länder, da helfen Fakten und Argumente gar nichts!! Die einzige Sprache, die die verstehen ist Geld!!

    Deswegen kann man nur etwas ändern, wenn man auf der Ebene arbeitet: also Boykott aller Waren und Dienstleistungen (also auch keinen Urlaub dort, gibt genug andere tolle Länder).

    Und wenn auch das nichts ändert, sollte man das Land erst recht meiden.

    Ähnliches gilt übrigens auch für manche Unternehmen!!

    Wir könnten so viel mehr ändern (und viel schneller), wenn wir alle an einem Strang ziehen würden!!
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#5 chrisProfil
  • 26.03.2008, 20:16hDortmund
  • @Flo

    Das mit dem "an einem Strang ziehen" wäre klasse - bekommst du heute aber nicht mehr hin.

    Seien wir doch mal ehrlich:

    Die Zeiten in denen wir uns gewehrt haben sind doch schon lange vorbei. Wir haben Gayromeo, Parkplätze, Saunen, Parties und die Politik lässt uns zumindest am leben. Wir haben doch alles was wir brauchen oder nicht? Die zwei Wochen Marokko, Ägypten oder Tunesien. Passiert doch nichts! Die Probleme haben doch die, nicht wir! Oder?
    Ein zweites Stonewall wirst du heute so schnell jedenfalls nicht mehr erleben, obwohl es schon mehr als nur einmal von Nöten gewesen wäre. Alleine bekommen die Jungs und Mädels das in diesen Ländern denke ich nicht hin. Da wir uns aber nicht kümmern bleibt alles beim Alten!
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#6 Tim-ChrisAnonym
  • 26.03.2008, 21:34h
  • @Flo: "Wir könnten so viel mehr ändern (und viel schneller), wenn wir alle an einem Strang ziehen würden!"
    Und genau das wird nicht passieren, so lange es Homosexuelle in den aufgeklärten Ländern gibt, die sich noch immer unter dem Deckmäntelchen der drei Affen verstecken, nicht mal den Mumm haben beim CSD ihr Fähnchen der Solidarität zu schwenken aber sich dann darüber aufregen, dass man auf dem CSD überwiegend Drag Queens/Kings, Transen, Leder- und S/Mler sieht und Homos aus genau diesem Grund von den Heten noch immer in die Klischeeschublade geschoben werden. Schwule, die den Arsch zusammenkneifen, aber sich hinter vorgehaltener Hand darüber beschweren, dass sich so wenig ändert.

    Verdammt, es gibt doch genug von uns und wenn diese verklemmten Heterostyleschwuppen und Girlylesben, die sich hinter Scheinheiligkeiten verstecken und das Maul aufreißen, aber auf der Straße beim Thema schwul/lesbisch den Schwanz einziehen, endlich mal zu sich und ihrer Community stehen würden dann könnten wir auch endlich mal was verändern.

    1969 hat es ein kleines Grüppchen Leute in New York vorgemacht. Sie haben ihren Arsch riskiert für die Freiheit und Gleichberechtigung der Schwulen, Lesben und Transen. Und was tun wir? Wir machen Urlaub in homophoben Ländern, unterstützen homophobe Religionen, wählen homophobe Politiker, ziehen den Schwanz ein und hoffen, dass vielleicht wieder irgendwann irgendwer seinen Arsch für uns riskiert. Aber genau das wird nicht passieren. Denn nun sind wir dran und nur wenn wir endlich mal zusammenhalten und ALLE zu dem stehen, was wir sind, haben wir auch die Macht den armen Schweinen in anderen Ländern zu helfen, damit auch sie endlich frei leben können. Denn nur gemeinsam sind wir stark und können auch was bewegen...

    Aber wer will das schon? Geil aussehen, die coolsten Klamotten tragen und sich wild durch die Szene f***** macht ja auch viel mehr Spaß und man riskiert dabei nicht, ein blaues Auge zu bekommen, es sei denn, man steht auf so was.
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#8 seb1983
  • 26.03.2008, 23:05h
  • @Tim-Chris

    Nun sind Schwule aber keine homogene (haha.....) Gruppe sondern extrem verschieden.
    Die "eine Community" ist da eine Beschwörung wie es mit der einen Menscheit, der einen Christenheit oder dem einen deutschen Volke versucht wurde. Klingt nett, klappt aber nicht.
    Jeder ist anders und hat andere Interessen und Prioritäten.

    Mein Eindruck von der Szene ist: Es geht nur ums ficken, unglaublich oberflächlich, oft tuckig und tuntig.
    Da kann man den meisten Schwulen, die damit nichts zu tun haben wollen, keinen Vorwurf machen.
    Ich sehe das auch nur als Ergänzug meines Freizeitprogrammes an, aber für das normale "Hetero Programm" kein Ersatz, da ich keine 50 bin fang ich mit dem Rosenberg, Abba, Madonna Programm nicht viel an, und jedes mal ist es das gleiche.
    Kein Wunder dass überteuerte Szenelokale immer weniger besucht werden. Typen zum ficken findet man online heute nämlich billiger und schneller online.
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#9 Tim-ChrisAnonym
  • 27.03.2008, 08:48h
  • @seb1983:
    Natürlich ist es unglaublich oberflächlich und geht es nur ums F***** und genau hier liegen die Prioritäten und einzigen Interessen.

    Uns geht es doch sensationell gut. Wir haben unsere Lokale, unsere Datingplattformen, Parkplätze und Cruisingarreale und können Spaß haben ohne Angst haben zu müssen, von der Justiz dafür verurteilt zu werden.
    Wir kreischen nur auf, wenn uns irgendwer unsere Rechte streitig machen oder auch nur kritisieren will. Was kümmert uns denn da der Rest der Welt? Afrika, Asien und alle anderen homophoben Länder und Kontinente sind ja weit weg. Was kümmern uns also die Schwulen und ihre Probleme dort? Wir bedauern sie zwar, zeigen unser Mitgefühl, indem wir ein paar kritisierende Zeilen hier und dort hinterlassen und damit hat sichs. Kehren wir zum Alltag zurück und der heißt: wo ist die nächste geile Schwuchtel, der nächste geile A**** zum f*****?

    Warum es mit "eine Menschheit", "eine Christenheit" und "ein deutsches Volk" nicht klappen konnte liegt daran, dass es dabei um Bekehrung und Macht ging, um Glauben an etwas, das nicht existiert oder für das es zumindest keine Beweise gibt und was das wichtigste ist: um Unterordnung und Beschneidung von Rechten. Das konnte und wird niemals klappen.

    Was die Community allerdings betrifft, so will hier niemand bekehren oder Macht über andere ausüben. Keiner irgendwen unterordnen oder die Rechte anderer beschneiden. Im Gegenteil. Eine Community, in der alle an einem Strang ziehen bedeutet für das zu kämpfen, was uns zusteht. Nämlich für unsere Menschenrechte, die Anerkennung dessen was wir sind einzustehen und zu kämpfen. Dafür zu kämpfen, dass wir genauso in Würde und Freiheit leben dürfen wie jede verdammte Hete. Denn Homosexualität ist genauso natürlich wie Heterosexualität. Und genau dafür sollten wir endlich mal kämpfen für die, die es alleine nicht schaffen. Wenn wir alle endlich den Arsch hochkriegen würden, könnten wir auch was bewegen.

    Nur wollen wir das ja nicht, weil wir uns ja auf dem, was bisher für uns erreicht wurde ausruhen und den Spaß genießen können. Ist ja auch so schön bequem.

    Übrigens: was der Musikgeschmack mit der Szene oder dem Alter zu tun hat verstehe ich nicht ganz. Man muss keine 50 sein um Schlager oder Abba zu mögen und keine 20 mehr, um auf Hip Hop, Rap oder Elektro zu stehen.
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#10 LukeAnonym
  • 27.03.2008, 08:50h
  • @ seb + tim-chris

    Irgendwo habt ihr beide Recht, leider. Die Schwulen und Lesben, die wirklich was bewegen könnten, kochen ihr Süppchen im Verborgenen. So was kenne ich aus dem Bekanntenkreis zur Genüge. Da gibt es zum Beispiel die Lesbe, die seit Jahren mit einer Frau zusammenlebt und trotzdem gesteigerten Wert darauf legt, das das nicht nach außen dringt. Sie arbeitet auf einer Bank und ist sehr darauf bedacht, dass sie für Männer attraktiv erscheint. Oder der Kerl, der seit 20 Jahren verheiratet ist, vier Kinder hat und sich auf seinen "Geschäftsreisen" schon mal in die Szeneclubs 'verirrt', mit den dazu gehörigen Folgen, versteht sich. Bevor ich die kannte, habe ich immer gedacht, das kann es doch nicht geben. Ich wurde eines besseren belehrt und bin heute sogar davon überzeugt, dass die oben beschriebenen Homos die 'schweigende Mehrheit' bilden.

    Niemand hat gesagt, dass es leicht ist, offen zu leben. Aber was ist schon leicht? Was uns fehlt ist nicht der Zusammenhalt, sondern die Ehrlichkeit und der Mut, zu sich zu stehen. Aber mal Hand aufs Herz, wenn wir alle offen leben würden wäre der CSD wahrscheinlich überflüssig und wer will das?
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