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Dortmund (queer.de) - Der FDP-Bundestagsabgeordnete Michael Kauch forderte in einem Schreiben den Dortmunder Club Live-Station auf, ein für den 19. Mai geplantes Konzert des jamaikanischen Sängers Sizzla abzusagen. Zudem hat er die Deutsche Bahn als Eigentümerin der Räume gebeten, entsprechend auf die Veranstalter einzuwirken. "Wir dürfen in Dortmund keine Toleranz gegenüber der Intoleranz zeigen", so Kauch.

Das Konzert von Sizzla, der wiederholt zu Hass und Gewalt gegen Schwule aufgerufen hat, sorgt derzeit für Entrüstung nicht nur in der Dortmunder schwul-lesbischen Community. Michael Kauch zeigte sich empört über den Sänger: "Vermutlich kennen die Betreiber der Live-Station nicht den schwulenfeindlichen und gewaltbereiten Hintergrund von Sizzla. Es kann aber nicht sein, dass jemandem, der zum Hass gegen eine bestimmte Bevölkerungsgruppe aufruft, in Dortmund eine Plattform gegeben wird".

Fall das Konzert nicht abgesagt wird, hat das Dortmunder Lesben- und Schwulenzentrum KCR bereits zu einer Protestaktion vor der Live-Station aufgerufen: "Die lesbisch-schwule Szene in Dortmund wird sich formieren und notfalls am Tag des Konzertes vor dem Lokal demonstrieren", so ein Sprecher des KCR.

Sizzla ist wiederholt durch Liedtexte und Äußerungen mit Gewaltaufrufen gegen Schwule aufgefallen. In einem populären Lied fordert er unter anderem: "Verbrennt die Männer, die Sex mit Männern haben". Im Juni 2007 hat sich Sizzla allerdings zusammen mit seinen Kollegen Beenie Man und Capleton schriftlich verpflichtet, nicht mehr zur Gewalt gegen Schwule aufzurufen.

Außer in Dortmund sind auch Auftritte in Stuttgart und München geplant. (cw)



45 Kommentare

#1 Blaze it UpAnonym
  • 27.03.2008, 16:59h
  • Fall das Konzert nicht abgesagt wird, hat das Dortmunder Lesben- und
    Schwulenzentrum KCR bereits zu einer Protestaktion vor der Live-Station
    aufgerufen: "Die lesbisch-schwule Szene in Dortmund wird sich formieren
    und notfalls am Tag des Konzertes vor dem Lokal demonstrieren", so KCR-
    Vorstand Björn Issinghoff.
    Sizzla ist wiederholt durch Liedtexte und Äußerungen mit Gewaltaufrufen
    gegen Schwule aufgefallen. In einem populären Lied fordert er unter
    anderem: "Verbrennt die Männer, die Sex mit Männern haben".

    Im Juni 2007 hat sich Sizzla allerdings zusammen mit seinen Kollegen
    Beenie Man und Capleton schriftlich verpflichtet, nicht mehr zur Gewalt
    gegen Schwule aufzurufen.

    !!!!!!!!!!!!!

    Mekrt ihr selbst oder ?
    Aber man kann ja dennoch mal hinfahren und demonstrieren ... man echt
    leute bitte ... das nutzt doch nichts ! Ich habe Sizzla mehrere Male live
    gesehen und nie hat er hier in deutschland auch nicht in Holland gegen euch
    gehätzt. Mit keiner Silbe.

    HIER IST DIE GEFORDERTE DISTANZIERUNG EINGETRETEN DIE ALLE
    VON BOUNTY GEFORDERT HABEN; DENNOCH SOLL SEIN KONZERT
    AUSFALLEN UND FALLS NICHT GIBTS NE DEMO ??? IM ERNST; MACHT
    EURE DEMO ICH WERDE DANN AN EUCH VORBEI GEHEN SCHMUNZELN UND DANN AUFS KONZERT GEHEN.

    peace !
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#2 MajaAnonym
  • 27.03.2008, 17:00h
  • Ich hab hier die ganze Zeit mitgelesen und mich zurück gehalten was zu schreiben , aber irgendwann reicht es auch mal.
    Fire pon Babylon!
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#3 DragonWarriorAnonym
  • 27.03.2008, 17:39h
  • @ Blaze It Up

    jaja, distanzieren... und weitermachen...

    In einer Pressekonferenz nach dem Summerjam Festival 2007 in Köln sagte er wörtlich: "Gründest du eine Familie, erweist du deiner Mutter Respekt. Gehst du zu anderen Männern, ziehst du ihr Ansehen in den Schmutz." Und weiter: "Ein Mann muss sich entscheiden, ob er ein Stück Dreck sein will oder ein stolzer Mann - so einfach ist das."

    mann: macht doch mal endlich eure ohren auf und hört auf mit dieser pseudotoleranten nebelkerzenwerferei:

    okay... dann bin ich jetzt mal stolzer schwuler mann und zeig dem sizzla seine grenzen...

    schluß mit nur lustig, adrett und attraktiv...
    tough haben wir auch im programm
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#4 WolfgangAnonym
  • 27.03.2008, 18:06h
  • @ Blazte it up:

    Du hast recht, wenn Du sagst das Sizzla noch eine ganz andere Kategorie ist als Bounty Killer. Es geht hier aber um wesentlich mehr als diese beiden Künstler, es geht um etwas Grundsätzliches.

    Meiner Meinung nach darf kein Künstler der zu Gewalt aufgerufen hat und sich nicht glaubhaft(!!!) davon distanziert hat nicht in Deutschland auftreten und damit Geld verdienen.

    Er hat zwar hier darauf verzichtet, hat aber direkt nach dem Summerjam in Köln wieder gezeigt was er von Schwulen hält ("Ein Stück Dreck"), Trotz der unterschriebenen Erklärung! Das ist Scheinheiligkeit! Außerdem verdient er noch immer Geld mit diesen Songs und ist mitverantwortlich für die Situatilon von vielen (vermeintlichen) Schwulen in Jamaika, die dort drangsaliert, gefoltert und getötet werden.

    Das die "schwul-lesbische Community" davon nicht begeistert ist, dass so ein "Künstler" hier auftreten darf, dürfte allen klar sein.

    Sag doch mal ehrlich Deine Meinung:

    Sollte man Nazibands tolerieren nur weil sie nicht mehr zum töten von Juden aufrufen. Nur weil die Musik sonst so schön ist?

    Hier messen viele Leute mit zweierlei Maß! Ich dulde weder die einen noch die anderen! Eine verlange von einem Künstler einen wirklichen Sinneswandel, dann werde ich dagegen auch nicht demonstrieren, solange dies aber nicht passiert ist werden wir alles unternehmen was in unserer Macht steht. Ich bin mir ganz sicher:

    Das Konzert in Dortmund wird nicht stattfinden. Gegen folgende Nazi- oder Hasssänger/-bands werden wir genauso vorgehen.
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#5 DortmunderAnonym
#6 SaschaAnonym
  • 27.03.2008, 19:26h
  • @queer.de:

    Die FDP macht dies, die FDP macht das - wir haben es doch alle schon lange gemerkt: In der Reaktion gibt es offenbar euphorische Anhänger der Neoliberalen!

    Aber muss deswegen jedes Mal ein eigener Artikel für die FDP gezimmert werden, wenn ein Abgeordneter von denen aus purem Populismus einen auf "fortschrittlich" macht?!

    Bei der Protestaktion rund um den Essener Auftritt von "Bounty Killer" waren es jedenfalls überwiegend Politiker der Grünen, die diesen angestoßen haben, ohne dass deswegen gleich überall bei queer.de getitelt wurde: "GRÜNEN-Protest gegen Bounty Killer."

    Vielleicht sollte die Redaktion ihre parteipolitischen Präferenzen - die vor allem angesichts der realen Politik der FDP, dort wo sie Verantwortung (mit der CDU) trägt und wenn es wirklich darauf ankommt (z.B. beim AGG) sowie mit Blick auf ihre insgesamt im wahrsten Sinne des Wortes asoziale Programmatik ohnehin nicht nachvollziehbar sind - etwas weniger stark in den Mittelpunkt der Berichterstattung stellen!
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#7 wolfAnonym
  • 27.03.2008, 21:47h
  • das erschreckende auf die abwehrreaktion der schwulen : "ist doch alles garnicht so gemeint, ist doch schon 10 jahre her mit den texten " ! wir wollen doch nur 2 stunden abtanzen und spass haben ! man muss das doch tolerieren wegen der meinungsfreiheit !

    zeitgleich werden immer noch (seit 10jahren) menschen auf diesem eiland ermordet ! ist doch schön auf leichen zu tanzen und hinterher so zu tun, als hätte man nichts gewusst !
    diese strickmuster hat übrigens auch immer funktioniert !
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#8 ManuelAnonym
  • 27.03.2008, 23:52h
  • @ Sascha

    Ist Dir mal aufgefallen, dass es neben dem Bericht über den Protest des FDP-Mannes Michael Kauch auch einen fetten Artikel über die Aktivitäten von Volker Beck (Bündnis 90/Grüne) gibt???
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#9 InsiderAnonym
  • 28.03.2008, 10:49h
  • @ Sascha

    Du musst es schon ertragen, dass es auch ein nicht rot-grün höriges Medium in der schwulen Szene gibt. Objektive Berichterstattung steht hier hoch im Kurs. Kommst Du mit solcher Fainess nicht klar, dann ruf diese Seite doch einfach nicht mehr auf.
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#10 ManuelAnonym
  • 28.03.2008, 12:13h
  • Das Lesben- und Schwulenzentrum KCR Dortmund hat jetzt einen offenen Brief an den Dortmunder Oberbürgermeister und den Stadtrat veröffentlicht:

    Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
    sehr geehrte Damen und Herren des Stadtrates!

    Die schwul-lesbische Szene in Dortmund hat vor wenigen Tagen mit Entsetzen zur Kenntnis genommen, dass unsere Stadt Austragungsort für ein Konzert eines der berüchtigten jamaikanischen Hass-Sängers wird. Dabei handelt es sich um den Reggae-Musiker „Sizzla“, der am 19. Mai in der Live-Station am Hauptbahnhof auftreten soll.
    Sizzla ist für seine homophoben und gewaltverherrlichenden Lieder bekannt. In vielen Spielstätten auf der ganzen Welt ist er deshalb verpönt. Er ruft in seinen Songs zur Ermordung von Homosexuellen auf und beschimpft diese Bevölkerungsgruppe auf übelste Weise.

    Wir sind empört darüber, dass ein Hass-Musiker ausgerechnet in unserer Stadt eine Bühne finden soll und rufen deshalb seit dem Wochenende öffentlich zum Protest gegen das Konzert auf. Zwischenzeitlich findet unsere Empörung entsprechendes Gehör, und auch die großen Tageszeitungen im Ruhrgebiet haben über die Hass-Konzerte in Dortmund und in Essen berichtet. Dort sollte ein weiterer berüchtigter Reggae-Musiker namens „Bounty Killer“ ein Konzert geben, das jedoch von der Stadt Essen untersagt wurde. Zwischenzeitlich liegt für „Bounty Killer“ auch ein Einreiseverbot für die Bundesrepublik vor, das der Bundestagsabgeordnete Volker Beck erwirkt hat.

    Wir finden es unerträglich, dass sich die Dortmunder Live-Station als Veranstaltungsort noch immer nicht von diesem Vorhaben distanziert und den Konzerttermin abgesagt hat. Stattdessen laviert die Geschäftsführung des Lokals seit Tagen mit fadenscheinigen Argumenten und will den „Künstler“ durch Selbstverpflichtung dazu bringen, beim Konzert in Dortmund auf seine homophoben Lieder zu verzichten. Eine solche Erklärung ist im letzten Jahr schon bei einem Festival in Köln kläglich gescheitert. Zwar hat der Sänger bei seinem Konzert auf homophobe Songs verzichtet, aber in einer Pressekonferenz nach seinem Auftritt erklärt, dass sich ein Mann entscheiden müsse, „ob er ein Stück Dreck sein will oder ein stolzer Mann“.

    Wir bitten Sie nun um Ihre Unterstützung! Bitte sorgen Sie dafür, dass die Ordnungsbehörde der Stadt Dortmund einschreitet und im Rahmen der Möglichkeiten, die das Gaststättengesetz bietet, interveniert. Ein Sänger, der in seinen Konzerten zum Mord aufruft und in unsagbarer Weise Schwulenhatz betreibt, gefährdet die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Es entspricht nicht den Grundwerten unserer Demokratie, zum Hass und zu Gewalt gegen Minderheiten aufzurufen. Vielmehr stellen die von Sizzla in der Vergangenheit getätigten Aussagen klare Verstöße gegen geltendes Recht der Bundesrepublik Deutschland dar. Der Lesben- und Schwulenverband Deutschlands hat deshalb gerade bei der Staatsanwaltschaft München II gegen Sizzla Anzeige wegen der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten (§ 111 StGB) und wegen Volksverhetzung (§ 130 StGB) erstattet.

    Wir sind der Auffassung, dass mit Hass und Gewalt in Dortmund kein Cent verdient werden darf. Unsere Stadt darf Hass-Sängern wie Sizzla keine Bühne bieten!

    Das KCR ist im Jahr 2005 am „Tag des Freiwilligen“ mit einem Preis der Stadt Dortmund geehrt worden. Mit dieser Auszeichnung wurde gerade auch unser Engagement für die Förderung von Toleranz und gegenseitigem Respekt gewürdigt.
    Bitte lassen Sie es nicht zu, dass diese Bemühungen um ein friedliches Miteinander, um ein tolerantes und weltoffenes Dortmund durch Hass-Konzerte in unserer Stadt zunichte gemacht werden.

    Wir hoffen auf Ihre Unterstützung!

    Mit freundlichen Grüßen
    KCR Dortmund e.V.

    Björn Issinghoff
    Vorsitzender
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