Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?8540

Berlin (queer.de) - Vor drei Jahren hat sich Udo Walz noch gegen die Homo-Ehe ausgesprochen, jetzt tritt der 63-Jährige selbst vors Standesamt. Der Berliner Starfriseur ließ über das Boulevardblatt "B.Z." verlauten, dass er seinen 26 Jahre jüngeren Lebenspartner Carsten Thamm heiraten werde.

Die Gründe für den Gesinnungswandel sind recht unromantisch: "Ich werde auf jeden Fall früher gehen als Carsten, das ist klar. Und deshalb möchte ich vorsorgen, damit er nicht so viel Erbschaftssteuer zahlen muss", sagte Walz der "B.Z.". Darüber hinaus gehe es ihm um das Auskunftsrecht im Krankheitsfall.

Eheringe werde das Paar nicht tragen, stellte der Starfriseur klar: "Wirkt an meinem Finger einfach nicht. Aber dafür lade ich Carsten zum Flittern nach Paris ein."

Udo Walz gehören acht Friseursalons u.a. in Berlin, auf Mallorca sowie auf einem Kreuzfahrtschiff. Zu seiner Kundenliste gehören oder gehörten Marlene Dietrich, Maria Callas, Sabine Christiansen, Désirée Nick, Sarah Connor, Claudia Schiffer, Heidi Klum, Julia Roberts, Naomi Campbell, Gerhard Schröder und Angela Merkel. Seit Juli 2005 ist Walz Mitglied der CDU.

Im Oktober 2004 sagte Walz noch in einer TV-Sendung: "Auch wenn ich mir jetzt Feinde schaffe: Ich finde, zwei Männer können nicht heiraten. Heiraten hat ja auch mit Kindern und mit Fortpflanzung zu tun." (cw)



53 Kommentare

#1 madridEUAnonym
  • 04.04.2008, 20:13h
  • Es ist immer dasselbe. Viele unserer konservativen schwulen (Mit)-brüder und CDU-Tanten blockieren die Gleichstellung , wo sie nur können. Wenn ihnen jedoch nützt, wofür andere kämpfen und gekämpft haben, werfen sie ihre rückständigen Überzeugungen über Bord. Bleibt als positives Zeichen, dass am Ende auch ein Herr Walz mit 63 menschlich nachvollziehbar noch einmal in einen jungen Mann verliebt sein muss, der es ihm gut besorgt und der natürlich als Nutzniesser des Vermögens auch in Frage kommen sollte.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 jochenAnonym
  • 04.04.2008, 21:10h
  • an MadridEu:
    danke , für deinen kommentar, .. ich hätts nicht besser sagen können.

    vielleicht noch soviel:
    diese kleingeistige und auch sehr egoistische einstellung von herrn walz (der jetzt noch unsympathischer auf mich wirkt ,wie ehschon vorher) zeigt auch , dass "solche leute" ( damit meine ich so "promis" aus welchem fach auch immer), oft halt ziemlich überschätzt werden in der allgemeinen medienwahrnehmung.

    viele denken, weil einer (egal ob friseur, sportler, doktor, professor, schauspieler...usw..) auf seinem gebiet eine gute leistung gebracht hat, muss er automatisch auch sonst was auf dem kasten haben...

    das ist leider ein oft und weitverbreiteter irrtum.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 SaschaAnonym
  • 04.04.2008, 21:11h
  • @madridEU:

    Du sprichst mir aus der Seele!

    Aber erzähl' das mal Chefredakteuren von Homo-Magazinen, die einen Szenepreis an eine bestimmte tägliche Fernsehserie vergeben, und es dann nicht einmal für nötig halten, ihre Leser über eine im Kern zutiefst homofeindliche Kehrtwende in deren Handlungsverlauf aufzuklären (nach dem Motto: Jetzt hab ich mal über ein paar Monate mein inneres und äußeres Coming Out als Schwuler, verliebe mich in einen Mann, bis mich DIE Richtige schnurstracks wieder von meinen Irrwegen befreit und "mindestens" zum Bisexuellen "bekehrt"), sondern lieber weiter mit ihren Freunden bei dem betreffenden Sender eine gemütliche Runde schieben und es sich mit denen auf gar keinen Fall "verscherzen" wollen...

    Wenn noch nicht einmal WIR als Betroffene wahrnehmen, wie ungleich, und ergo: diskriminierend, homo- und heterosexuelle Männer, deren Identität und Beziehungen auch heute noch gerade in den Massenmedien behandelt werden, und wenn wir uns nicht in aller Deutlichkeit dagegen wehren, dann brauchen wir uns wirklich nicht über den gesellschaftspolitischen Stillstand in dieser Gesellschaft zu wundern - und der dramatische "Rollback" wird ebenfalls nicht lange auf sich warten lassen.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 madridEUAnonym
  • 04.04.2008, 22:04h
  • @sascha & @jochen: Das ist leider auch im "befreiten" Spanien nicht anders. Ich habe den Kontakt zu einigen Betschwestern abgebrochen, die sich trauen lassen haben, sich in der Gleichstellung sonnen und die Sozialisten verachten. Eine(r) von ihnen behauptete allen Ernstes zu unserer allgemeinen Verblüffung, dass sich ihre konservative Partei, die mit den Pfaffen klüngelt, immer schon viel mehr für den gesellschaftlichen Fortschritt eingesetzt habe.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 IQAnonym
  • 05.04.2008, 00:29h
  • ...warum sollte er sich als Mann nicht fortpflanzen können? Hat doch in den USA auch prima geklappt;-)

    Um wieviel kann man darauf wetten, dass er schlussendlich doch mit einem fetten Klunker am Finger gesichtet wird?
  • Antworten » | Direktlink »
#6 joergAnonym
  • 05.04.2008, 15:53h
  • Der gesellschaftliche Mainstream belohnt Opportunismus. Hätte zb. Ole von Beust sein Schwulsein schon immer ganz selbstverständlich - und nicht seit dem Erpressungsversuch von Schill - gelebt, wäre er niemals Regierender Bürgermeisterkandidat der CDU geworden und Westerwelle niemals FDP-Vorsitzender. Das lange "Schweigen" dieser Angsthasen war der Preis, karrieremäßig voranzukommen. Udo Walz ist genauso ein Typ, der immer zur Spitze der "Mächtigen" drängte.

    Das ist zum Teil verständlich, denn wer sein Schwulsein ganz offen und selbstverständlich lebt, hat seine besten Karrieremöglichkeiten in Deutschland nach wie vor im Bereich Unterhaltung und Commedy. Und das zeigt eigentlich die Rolle auf, die Schwulen hier billigend und vorrangig zugesprochen wird: Dirk Bach, Thomas Herrmanns als Teil der ganzen öden Blödel- und Unterhaltungstruppe. Wer möchte da schon mitmachen?
  • Antworten » | Direktlink »
#7 SaschaAnonym
  • 05.04.2008, 19:11h
  • @joerg:

    EIn sehr guter und wichtiger Hinweis!

    Denn genau das sind die Rollen, auf die insbesondere homosexuelle Männer in den kommerziellen Massenmedien nach wie vor weitgehend beschränkt werden:

    Als klischeehafte Clowns der Heteros, als bloße Fußnoten und Lachnummern eines Hetero-Plots und damit als etwas, wovon gerade junge Männer meinen, sich abgrenzen zu müssen, um Anerkennung in der Gruppe zu finden. Der Einfluss der kommerziellen Medien auf das Bewusstsein junger Menschen war noch nie so groß wie heute. Und die Ergebnisse dieses Einflusses sind bei jungen Männern dementsprechend negativ: Sie sehen nach jüngsten Studien heute weniger Freiheit, sexuelle Erfahrungen mit anderen Jungs und Männern zu sammeln als noch vor 15, 20 oder 30 Jahren.

    Soviel zu den angeblichen "Fortschritten" und der "großen Freiheit" in dieser Gesellschaft, die von großen Teilen der Community zumeist an der "Eingetragenen Lebenspartnerschaft" festgemacht werden, mit der Schwule ja mutmaßlich in der "Mitte der Gesellschaft angekommen" sind. Die Realität gerade junger Männer in den Schulhöfen und vor den Flimmerkisten dieses Landes, wo sie ihre kommerziell geprägten "Vorbilder" beziehen, sieht leider ganz anders aus. Und man kann sich selbst ausrechnen, wohin sich der angebliche "Fortschritt" der letzten Jahre sich in den nächsten zehn oder 15 Jahren entwickelt, wenn wir uns als Betroffene - und zwar möglichst mit breitem Engagement von der Basis aus - diesem fundamental wichtigen Thema nicht endlich stellen!
  • Antworten » | Direktlink »
#8 alfAnonym
  • 06.04.2008, 12:14h
  • Warum sollen Homos sich anders verhalten als Heten? Vielleicht wird Merkel dann Trauzeugin :))
    Um noch eins drauf zu setzen, das zitierte Blatt berichtet auch von einem bevorstehenden Besuch beim Papst! Kann Walz den Benedikt umstimmen?
    Live Satire kann so schön sein. Heisst es nicht: seelig sind die Behämmerten....

    P.S. ich lese weder dieses noch das große Blatt!!

    aber: www.bildblog.de
  • Antworten » | Direktlink »
#9 WiedergutmachungAnonym
#10 seb1983
  • 06.04.2008, 16:34h
  • Interessiert das jemanden?? Bekommt das überhaupt jemand mit außer eingien "das Goldene Blatt" Leserinnen?? Nöööö

    Bei solchen Leuten, die dann auch noch meinen für alle Schwule sprechen (aber ok, sol es in diesem Forum ja auch geben....), ist es ja fast schon peinlich selbst schwul zu sein.
    Aber ok, die Heteros sind mit Bohlen und Co auch gestraft genug, nur macht der wenigstens klar dass er nur für sich spricht.
  • Antworten » | Direktlink »