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Peking (queer.de) - Einem chinesischen Aids-Aktivisten zufolge versucht die kommunistische Führung Chinas wegen der anstehenden Olympischen Spiele, Homo-Anlaufstellen zu säubern. Mehr als 100 Menschen sollen in den vergangenen Wochen verhaftet worden sein, erklärte Wan Yanhai von der Aidshilfe-Organisation Aizhixing. "Es gab Razzien in allen bekannten schwulen Cruising-Gebieten", so Wan. "Eine Sauna ist immer noch geschlossen und manche Leute sind immer noch in Haft – vielleicht zehn, aber wir wissen das nicht genau." Zudem sollen Polizisten Callboys aufgespürt und verhaftet haben, die ihre Dienste über das Internet anbieten.

Homo-Aktivist Tatchell in London verhaftet

Wegen seines Protests gegen die chinesische Politik ist am Sonntag der bekannte Homo-Aktivist Peter Tatchell in London festgenommen worden. Er beteiligte sich an einer Kundgebung beim olympischen Fackellauf, bei dem es in London und Paris zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizisten kam. Anlass war die gewaltsame Niederschlagung von Protesten im nach Unabhängigkeit strebenden Tibet. Tatchell ist inzwischen wieder freigelassen worden. (dk)



27 Kommentare

#1 wolfAnonym
  • 08.04.2008, 16:24h
  • damit war zu rechnen, das problem mit tibet wird eher noch zu härteren massnahmen der regierung führen.
    allerdings stellt sich die frage, wie kann überhaupt eine olympiabewerbung eines absolut undemokratischen landes angenommen werden ?
    die nummer mit "der jugend der welt" zieht doch schon lange nicht mehr.
    es bleiben wie immer, nur wirtschaftliche interessen übrig, die ausschlaggebend sein müssen. drum sind die herren der komitees auch gegen einen boykott, zumal es auch um den persönlichen geldbeutel geht !
    letztlich leiden die ernsthaften sportler unter diesen umständen, aber die verantwortlichen für diesen trouble verdienen noch daran, klappt doch prima !
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#2 LukeAnonym
  • 08.04.2008, 17:20h
  • Na bitte, wer sagt es denn? Fast zeitgleich wurde bekannt gegeben, dass alle an Olympia teilnehmenden Länder geschlossen nach Peking reisen werden. Tibet hin, Homo Verhaftungen her.

    Leute macht die Augen auf. Wer von euch glaubt tatsächlich, dass man den Wirtschaftsmarkt der Zukunft durch irgendwelche Protestaktionen auch nur ansatzweise zu einer anderen Einstellung bringen kann? Hier geht es doch nicht um Menschen, ging es in China doch nie. Hier geht es nur um Kohle. Dopingweltmeister China wird uns die drogenlastigsten Spiele aller Zeiten bieten. Darüber hinaus wird den Sportlern jetzt schon mit ein Maulkorb verpasst, denn wenn sie sich politisch äußern werden sie aus dem Olympischen Dorf geschmissen. Die Fernsehrechte bringen China Milliarden, die sonst wo landen.

    NA DANN AUF ENTSPANNTE, FAIRE UND VOR ALLEM FREIE OLYMPISCHE SPIELE! MICH SEHT IHR NICHT IN PEKING UND ICH SEH ES MIR AUCH NICHT AN!!!!
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#3 hwAnonym
#4 Georg FalkenhagenAnonym
  • 08.04.2008, 17:46h
  • Ja, Luke, ich stimme dir zu. Götzenanbetung 8.8.2008 ebent. Wäre schön, wenn das jetzt mal langsam mehr "echte" Sportlerinnen und Sportler begriffen. Ein anständiger Mensch macht da nicht mit!
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#5 hwAnonym
  • 08.04.2008, 17:55h
  • @ luke

    da ist was dran.
    der bekannte kolumnist der "new york times", thomas friedman, hat diese stimmungen und zustände in der gesellschaft hellhörig aufgenommen und zum ausdruck gebracht. in seinem beitrag "iraq through china's lens" schreibt er, dass er während seiner china-reise darüber nachgedacht habe, "wie schön es sein muss, eine großmacht zu sein und hierbei sich völlig auf die lösung der eigenen inneren probleme zu konzentrieren". daraus zieht der einflussreiche autor den schluss: "mit amerika ist heute etwas nicht in ordnung. china hat die letzten sechs jahre für die vorbereitung auf die olympischen spielen genutzt, wir dagegen verloren die zeit, indem wir unsere schulden anhäuften und gegen al-qaida kämpften... wir verlieren gedankenlos unsere hellen köpfe, unsere menschen und unsere zukunft. china handelt anders."
    zur zeit spürt man, dass die "new york times" aufmerksame leser hat.
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#6 SebiAnonym
  • 08.04.2008, 18:05h
  • Was mich am meisten ankotzt: Unsere westlichen Länder lassen sich mittlerweile von jedem Erpressen, egal wie lächerlich die vermeintlichen "Druckmittel" auch sind.

    Nachdem beim letzten Dalai Lama- Besuch so gut wie die gesamte SPD-Fraktion China nicht verärgern wollte, kneift jetzt auch die Union im entscheidenden Moment. Es gibt diesmal kein Treffen zwischen Dalai Lama und Angela Merkel.

    Ehrlich: Was sollen die Chinesen (Regierung) schon tun, wenn wir denen auch mal sagen, was uns stört? Glaubt einer ernsthaft, die Chinesen würden sich dauerhaft aus dem Welthandel zurückziehen? Hält jemand die Chinesen für so blöd? Und könnte vielleicht mal jemand unseren Politikern die Grundlagen der Spieltheorie erklären? So als Einstiegshilfe ins rationale Denken.

    Von den Islamisten lassen wir uns ja auch ständig erpressen. Jetzt ist wieder jeder bemüht sich von dem korankritischen Film von Geert Wilders zu distanzieren, ohne ihn überhaupt gesehen zu haben. Ich hab den Film auch nicht gesehen, distanziere mich aber auch nicht im vorauseilenden Gehorsam. Der Streifen wurde ja schon ausgebuht, bevor er überhaupt gedreht wurde.

    Als die Mohammet-Karikaturen rauskamen, wurden dänische Produkte kurzzeitig in der "islamischen Welt" boykottiert. Regierungen haben sich distanziert. Papst hat sich entschuldigt. Ich war auch schon mental ganz beim Schwanzeinziehen. So weit so lächerlich. Der Knüller war aber: Nestle schickte sich dann an, dort damit zu werben, dass sie auf dänische Vorprodukte verzichten können (Ob sie damit ein Umsatzplus gemacht haben, wag ich zu bezweifeln. In Dänemark wohl eher net).

    Früher waren wir bereit, entführte Flugzeuge voller Menschen notfalls zu opfern, damit der Staat nicht erpressbar wird. Heute lassen wir uns durch ALLES erpressen. Ein Lockruf für eine wachsende Zahl an Schurken, die uns unter Druck setzen wollen.
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#7 hwAnonym
  • 08.04.2008, 18:16h
  • ...die im dunkeln sieht man doch....

    Unruhen in China

    "Auf welchem Stand sind die Kämpfe der drei «gefährlichen Klassen», der städtischen ArbeiterInnen, WanderarbeiterInnen und Bauern? Die immensen sozialen Umwälzungen seit Anfang der Reformen Ende der siebziger Jahre haben die alte Klassenzusammensetzung aufgemischt."

    www.wildcat-www.de/wildcat/80/beilage/w80_china_unruhen.htm

    "Ob lokal oder zentral, das Regime steckt genaue Zonen von Indifferenz, Toleranz und Inakzeptanz ab. Während Petitionen oder kurze Streiks in einem Betrieb geduldet werden, treffen betriebsübergreifende Formen des Protestes auf harte Reaktionen des autoritären Staates....
    Das Regime versucht, durch gesetzliche Regelungen und materielle Interventionen in soziale Auseinandersetzungen, diese Legitimation zurückzuerlangen, ohne die Profitabilität zu gefährden. Vor allem braucht es die Unterstützung der sogenannten Mittelklasse. Diese setzt sich weitgehend aus Abkömmlingen der alten Eliten des KP-Regimes und des Militärs und der gebildeten, städtischen Verwaltungsschicht zusammen, die alle den Umbau genutzt haben, um sich einen Teil des neuen (und des alten) Reichtums zu sichern....
    Wenn aus den Kämpfen der mingong, der gefährlichsten aller Klassen, eine Bewegung werden sollte, wäre das eine ganz andere Bedrohung für die KP-Herrschaft als die Tian'anmen-Bewegung oder die Verteidigungskämpfe der StaatsarbeiterInnen in den Rostgürteln...."
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#8 antosAnonym
  • 08.04.2008, 18:33h
  • Satz des Tages [auf SpOn]:

    "Nach den Vorkommnissen beim Olympischen Fackellauf in Paris forderte das IOC, "das Recht der Fackel" zu respektieren, "friedlich herumgereicht zu werden"."
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#9 LukeAnonym
  • 08.04.2008, 18:34h
  • @ Sebi

    Wer redet denn hier von Weltmarkt? Die Chinesen schließen allein in Deutschland jährlich Verträge ab, bei denen es um Milliarden geht. Dabei werden hier z. B. Maschinen zu Textilverabeitung gefertigt und nach China verbracht, die in Deutschland tausende Jobs auf Jahre sichern. Das ist nicht nur in der Textilbranche sondern auch auf andere Industriebereiche ausdehnbar. Auch Papier- und Metallwirtschaft verkaufen Know How und Maschinen nach China. Es geht hierbei längst nicht mehr um Peanuts. Es geht mittlerweile um mehrere tausend Jobs, die auf den Absatzmarkt China angewiesen sind.

    In meiner Heimatstadt gibt es eine sehr vielfältige Textilindustrie. Anfang März sind knapp 100 Mitarbeiter einer Firma nach China gereist, um Maschinen, die hier gefertigt wurden, dort aufzubauen und die chinesischen Kollegen in der Handhabung zu unterweisen. Das war ein Millionenauftrag im 8-stelligen Bereich. Von diesem Geld soll der Betrieb hier vor Ort ausgebaut werden und das soll 250 neue Arbeitsplätze schaffen. Nur um mal eine Dimension zu zeigen, von der wir reden. Glaubst du wirklich, dass sich da die Wirtschaft oder der verlängerte Arm, die Politik, da gegen das chinesische Regime stellt? Im Leben nicht.
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#10 SebiAnonym
  • 08.04.2008, 18:36h
  • Bei China wundert mich gar nichts mehr.

    Als damals die olympischen Spiele vergeben wurden, dürfte wohl jedem klar gewesen sein, dass China gegen alles verstößt, was der olympische Gedanke repräsentiert.

    Bei der Vergabe ging es offenbar nur um Geld und Geschäftemacherei!! Olympia ist gefallen!

    Und jetzt bestätigen sich alle Befürchtungen, die man immer schon gehabt hat und werden sogar noch übertroffen. Und anstatt China zu ächten, stützen die olympischen Spiele noch das Regime...
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