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Wien (queer.de) - Nach internationalen Protesten hat der katholische Kardinal Christph Schönborn ein Bild des Künstlers Alfred Hrdlicka aus einer Ausstellung im kircheneigenen Dommuseum entfernen lassen, weil es Jesus und die Apostel in homoerotischem Zusammenhang zeige. Die Ausstellung "Religion, Fleisch und Macht – das Religiöse im Werk von Alfred Hrdlicka" findet anlässlich des 80. Geburtstags des Künstlers in Wien statt und war zuvor von der Kirche genehmigt worden.

Bereits am Gründonnerstag verbannte der Kardinal laut Nachrichtenagentur APA "nach massiven Beschwerden von Besuchern" die Radierung "Leonardos Abendmahl, restauriert von Pier Paolo Pasolini" aus der Ausstellung. Das Werk aus dem Jahre 1984 zeigt das biblische Abendmahl als Orgie, außerdem ist eine Kreuzigung zu sehen.

Hrdlicka hatte bei einer Pressekonferenz im März das Bild verteidigt: "Es gab ja keine Frauen. Schon Leonardo war der Meinung, dass die Apostelrunde von Homoerotik zusammengehalten wurde."

Dommuseums-Direktor Bernard Böhler kritisierte die "massiven Anfeindungen" gegen die Ausstellung. Sie gingen von fundamentalistischen Christen aus den USA aus. So bezeichnete die US-Gruppe "The American Society for the Defense of Tradition, Family and Property" das Werk als "unvorstellbare Gotteslästerung". Die amerikanische Kritik sei laut Böhler schließlich nach Deutschland hinübergeschwappt. Auch in Italien gab es Kritik in der vom konservativen Spitzenpolitiker Silvio Berlusconi kontrollierten Presse. In Österreich gebe es laut Böhler dagegen einen "langen Dialog zwischen Kunst und Kirche".

Der 80-jährige Bildhauer, Maler, Zeichner, Grafiker und Schriftsteller Hrdlicka lebt in Wien. Er gilt als einer der größten österreichischen Künstler der Gegenwart. (dk)



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18 Kommentare

#1 hwAnonym
#3 GayAdonisDOAnonym
  • 09.04.2008, 17:52h
  • Was wollt ihr denn erwarten? Reine Kunstbanausen sind das. Schwule haben einen Sinn für Ästhetik und Symmetrie, das sollten die andern mal zu schätzen wissen.
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#4 hwAnonym
#5 gerdAnonym
  • 09.04.2008, 20:51h
  • Hier kommen wir wieder zum Kern der Auseinandersetzung mit der katholischen Kirchenleitungspersonen.

    Das Tabu der sexuellen Orientierung von katholischen Priestern, Bischöfen sowie der Apostel Jesus und letztlich von Jesus selbst. Der Künstler des entsprechenden Bildes in Österreich hat dies sehr treffend erkannt und zum Thema erhoben.

    Interessant daran ist, dass es in Wien sogar dazu führt, das ein Bild zensiert wird, da die katholische Obrigkeit sich nicht in der Lage sieht, Kunstfreiheit zu gewährleisten.

    Dieser Vorfall in Wien zeigt, dass ein Grossteil der katholischen Kardinäle "kein Stück" weit hinzugelernt hat. Eine Schwalbe wie Robert Zollitisch macht halt noch keinen Sommer in der katholischen Obrigkeit. Zu sehr wird weiter auf Restriktion seitens des größeren Teils der katholischen Kirchenoberen gesetzt und gleichzeitig erreichen diese Kardinäle, dass die katholische Kirche noch weiter errodiert.

    Wie will man einem aufgeklärten Westeuropäer im 21. Jahrhundert vermitteln, dass dieses Bild zu zensieren ist. Das geht gar nicht und wird wiederum ein weiterer Sargnagel für aufgeklärte Menschen sein, die dann die Kirche verlassen und sich damit den "egoisten" Gefallen erweisen, die Kirchensteuer zu sparen.
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#6 antosAnonym
  • 09.04.2008, 21:27h
  • @ gerd

    Sehr richtig. Wobei ich, wie soll ich sagen?, als Agnostiker in intensiver Auseinandersetzung mit Glaubensthemen immer weniger verstehe, warum ein Kunstwerk wie das vom wunderbaren Hrdlicka so eine Wut provoziert. Ähnliches ist vor Jahren mit Elfriede Jelineks großartigem Roman "Die Kinder der Toten" geschehen [um hier mal eine andere "große" und "lebende" österreichische Künstlerin zu nennen]. Warum ist man nicht einfach froh und dankbar, dass es - den allgemeinen Schwund Gläubiger fest im Blick - überhaupt noch Menschen gibt, die sich in ihrer Kunst ernst und auf ihre Weise eifrig mit Glaubensbildern auseinander setzen? Letzlich machen diese Leute - neben aller Kritik "christliche Kunst". Eine klügere Kirche würde das nicht verdammen, sondern: aufnehmen.
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#7 manni2Anonym
#8 KatrinAnonym
  • 10.04.2008, 10:04h
  • Der Künstler beugt sich der katholischen Obrigkeit und kassiert für den Rest der Ausstellung.
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#9 stromboliProfil
  • 10.04.2008, 13:09hberlin
  • während ich so mir Diesen Beitrag ( Wien: Kardinal zensiert "schwulen" Jesus )durchlese, öffnet sich links der google-Anzeiger mit folgender anzeige:

    Appell an Bundespräsident Horst Köhler
    Keine staatliche Förderung von Blasphemie!

    Sehr geehrter Herr Bundespräsident Köhler,

    Ich wende mich wegen einer besonders erschütternden Angelegenheit an Sie.

    Mit finanzieller Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes und in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Italien hat die Tanzgruppe „Compagnie Felix Ruckert“ das Tanzstück „Messiah Game“, das die schlimmsten Blasphemien zeigt, in der Tanzbien-nale Venedig aufgeführt: Das Stück präsentiert fünf Szenen aus dem Neuen Testa-ment als sadomasochistische Übungen. Die Tänzer sind oft nackt und berühren sich in obszöner Art und Weise. Das führte in Italien zu wütenden Protesten, inklusive vom Ortsbischof, Kardinal Angelo Scola.

    Es ist ein unglaublicher Skandal, daß man in dieser schändlichen Art und Weise das Christentum beleidigt und das Ansehen Deutschlands in diesem Maße ruiniert.

    Diese Angelegenheit ist einfach ein Wahnsinn. Deshalb bitte ich Sie, sich in der Öffentlichkeit für folgende Ziele einzusetzen und gesetzgeberische Maßnahmen anzustoßen:

    * Absoluter Schutz christlicher Symbole vor Blasphemie durch eine Reform des
    § 166 StGB: Die religiösen Empfindungen sollen respektiert, die Religionsbe-schimpfung soll verboten werden.


    * Verbot und insbesondere keine staatliche Finanzierung von Gruppen, die Blasphemien wie „Messiah Game“ produzieren.

    Mit freundlichen Grüßen....
    (Die Appelle werden von uns gesammelt und zu einem späteren Zeitpunkt
    gebündelt an den Bundespräsident Horst Köhler übergeben.)
    _____________________________________zitat ende.

    Nun frage ich mich: ist es Sinn sich von medienträgern wie google mit finazieren zu lassen , dabei "werbeanbieter " mit zweifelhaften anliegen werben zu lassen , die sich in besonderer weise an anderer stelle und mit anderm Namen um die Verfolgung von schwulen verdient machen!
    Blasphemie , das ermächtigungsgesetz der religionsfaschisten (!) , wird hier auch noch beworben!
    An anderer stelle zu religiösen Themen bei queer.de öffnet sich gottkennen.com , eine der hetzveranstalter gegen schwule...

    Mit Geldmangel ist Diese aufsichtsverletzung nicht zu entschuldigen! Da sollte sich die queer-Redaktion mal was zu einfallen lassen.

    Irgend wo muß man doch einen Trennungsstrich ziehen. Mit Dialog hat das nichts zu tun, eher mit indoktrination!

    Mit verärgerten grüßen
    Stefan Scherrer - stromboli
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