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In Kopenhagen gibt es nun eine eigene Grabstätte für Homosexuelle. Bislang ist Platz für 45 Urnen.

Von Dennis Klein

Zu Lebzeiten scheinen sich Schwule eher bei Grand-Prix-Partys als im Fußballstadion rumzutreiben. Warum sollen sie dann nicht auch nach dem Tod in angenehmer Gesellschaft verweilen, fragte sich Pfarrer Ivan Larsen aus Kopenhagen. "Wir haben unsere eigenen Plätze, an denen wir uns treffen und amüsieren können – Schwulenbars und so weiter. Deswegen wollten wir auch eine eigene Grabstelle", erklärte der Pfarrer im dänischen Rundfunk. Und gründete daher den Verein Regnbuen (Regenbogen).

Für 2.500 Kronen (335 Euro) erhalten schwule und lesbische Vereinsmitglieder dafür einen schmucken Urnenplatz für die Zeit nach der Rente. Diesen hat Regnbuen in einem Kopenhagener Friedhof reserviert, in dem auch die "Schwester" Hans Christian Andersen begraben ist. Die letzte Ruhestätte hat bislang Platz für 45 Verblichene. Der kleine abgetrennte Homo-Ruheplatz ist mit Kieselsteinen ausgelegt, am Rande sind in Dreiecksform Blumen gepflanzt. Daneben steht ein großer Grabstein, auf dem sich die Regenbogenflagge befindet. "Das Dreieck ist unser altes Symbol, aber auch ein Symbol unseres Leidens", so Larsen, der daran erinnerte, dass Schwule in nationalsozialistischen Konzentrationslagern rosa Winkel tragen mussten.

Das "Familiengrab" für Schwule und Lesben

Mit dem Homo-Grab will sich Larsen, der bereits für sich und seinen Partner Ove Carlsen ein Plätzchen reserviert hat, nicht von der Hetero-Welt absetzen. Er sieht es vielmehr als eine Ruhestätte im Kreise seiner Familie an: "Wir wollen uns nicht isolieren, sondern finden es wichtig, zusammen zu sein. Wir sehen das als Familiengrab an. Eines, um das sich unsere Familie auch kümmern wird."

9. April 2008



20 Kommentare

#1 JanAnonym
  • 09.04.2008, 18:29h
  • Ich finde es unglaublich, dass es das gibt und es dann noch mit einer Schwulenbar zu vergleichen.
    Schwule sollten offensiv zeigen, dass sie in der Mitte der Gesellschaft stehen und nicht am Rand. Ich bin kein Christ, aber da es nunmal die meisten Menschen sind, frage cih mcih schon:Ist nicht eine wichtige Botschaft, dass alle Menschen vor Gott gleich sind?
    Das ausgerechnet Schwule sich durch solche Aktionen selbst stigmatisieren...mich lässt es schaudern.
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#2 seb1983
  • 09.04.2008, 18:51h
  • Da muss man sich ja für schämen, wie kann man auf so eine Idee kommen, ist Herr Larsen zufällig Südafrikaner???
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#3 El FuerteAnonym
  • 09.04.2008, 19:36h
  • Mal ernsthaft, muss das sein? Wie weit soll die Abgrenzung eigentlich noch gehen??
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#4 chrisProfil
  • 09.04.2008, 19:52hDortmund
  • Subkultur schön und gut - man will ja auch nicht ständig die Bollerheten um sich haben aber sich sogar über den Tod hinaus abzugrenzen? Das braucht ja nicht mal ne heterophobe Schwester wie ich!
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#5 Tim-ChrisAnonym
  • 09.04.2008, 20:10h
  • Wir fordern Gleichstellung, wollen aber keineswegs so sein wie die anderen, wollen uneingeschränkte Integration in die Gesellschaft, ihr aber gleichzeitig zeigen, dass wir eben doch anders sind, indem wir uns ausgrenzen. So kann das aber nicht funktionieren, zumindest werden wir so keine Gleichstellung und vorurteilsfreie Integration erreichen.

    Ich meine, es gibt zwar in Großstädten besondere Judenfriedhöfe und vielleicht auch extra Ruhestätten für Moslems. Aber wenn man so anfängt, dauert es nicht lange, dann gibt es besondere Friedhöfe für Schwarze, Bisexuelle, Kinder, Jugendliche, Männer, Frauen, Priester, Imams, Asiaten, Buddhisten, Hindus, Atheisten. Friedhöfe für kleine Leute, für große, für dicke, für dünne, für überdurchschnittlich Intelligente, für hirnlose..... Okay, okay. Die meisten davon wurden nie diskriminiert. Aber wenn wir so anfangen, bleiben immer noch genug Gruppen übrig, die dann ihren eigenen Friedhof haben wollen.

    Als Denkmal oder letzte Ruhestätte für ganz besondere Menschen, die sich in der Community irgendwie hervorgetan haben durch ihren selbstlosen Einsatz im Kampf um Gleichstellung, vergleichbar einem Ehrenfriedhof für gefallene Soldaten, könnte ich mir so etwas allerdings schon vorstellen.
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#6 BjörnAnonym
  • 09.04.2008, 20:13h
  • Bravo! Es versteht sich ja wohl von selbst, daß auf diesen Friedhof auch nur garantiert schwule Blumen gepflanzt werden dürfen.
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#7 antosAnonym
  • 09.04.2008, 20:17h
  • Eine schöne Idee, die man auch in Deutschland umsetzen sollte. Und nachträglich sollten alle Renommiergräber schwuler Künstler, Forscher etc. auf diesen Friedhof umverlegt werden. - Eine nette Touristen-Attraktion mit eingebautem AHA-Effekt. Eine extra Sektion wünsche ich mir für alle schwulen Priester und Prediger.
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#8 ThomasAnonym
  • 09.04.2008, 20:30h
  • Also mich erfüllt diese Ghettoisierung über den Tod hinaus doch sehr mit Befremden.

    Ok, im Leben gibt es tatsächlich Bereiche, die wir für uns brauchen und das begrüße und nutze ich auch.

    Wenn ich aber zur letzten Ruhe gebettet werde, dann ist mir ziemlich egal, ob ich nun neben der heterosexuellen Frau Maier oder dem schwulen Herr Schmitz liege.

    Wo bitte sollte hier ein Vorteil liegen ? Eine solche Art der Ausgrenzung tut nur eines: uns als Exoten darstellen und genau darauf lege ich nun eigentlich gerade keinen Wert.
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#9 josefAnonym
  • 09.04.2008, 21:46h
  • wenn mein motor abstellt werde ich und mein hund im im wald verstreut.auf dem weg wo wir immer zusammen gelaufen sind.eine freundin macht das für mich und wenn sie vor mir geht mach ich das für sie.aber bevor ich auf einen homofriedhof gehen würde,ginge ich lieber auf ein hundefriedhof.
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#10 skydiverProfil
  • 09.04.2008, 22:32hStuttgart
  • Zuerst konnte ich es auch nicht glauben, was da in dem Artikel stand, und war empört !!! Doch dann habe ich den letzten Absatz des Artikels nochmal durchgelesen, und sehr viel "zwischen den Zeilen" gelesen, was ja eigentlich auch "Sinn" macht:

    "... Mit dem Homo-Grab will sich Larsen, der bereits für sich und seinen Partner Ove Carlsen ein Plätzchen reserviert hat, nicht von der Hetero-Welt absetzen. Er sieht es vielmehr als eine Ruhestätte im Kreise seiner Familie an: "Wir wollen uns nicht isolieren, sondern finden es wichtig, zusammen zu sein. Wir sehen das als Familiengrab an. Eines, um das sich unsere Familie auch kümmern wird..."

    Mit Familiengrab meint Pfarrer Larsen sicher nicht ein Familiengrab im herkömmlichen Sinn, sondern eher die schwul-lesbische Community allgemein !?! Und das sich gerade diese schwul-lesbische "Familie" also die gesamte Community um "alle" Gräber kümmert, ist doch eine schöne Sache !!!

    Sowas gibt es in Deutschland schon sehr lange, und es nennt sich "Kriegsgräberfürsorge" !!!
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