Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?8569

Kairo (queer.de) - Ein Gericht in Kairo hat gestern fünf weitere HIV-positive Männer zu je drei Jahren Haft wegen "Ausschweifungen" verurteilt. Das Regime geht derzeit gezielt gegen HIV-Positive vor, denen es Homosexualität vorwirft. Verteidiger Adel Ramadan sagte der Nachrichtenagentur AP, die Männer seien nach der Verurteilung geschockt gewesen. "Zwei von ihnen haben geweint, die anderen waren ruhig, man sah aber in ihren Augen die Wut, weil sie so ungerecht behandelt wurden", so Ramadan.

Erst vor wenigen Tagen hatten über 100 Menschenrechtsorganisationen Ägypten für seine Jagd auf HIV-Positive kritisiert. Dabei warfen sie insbesondere ägyptischen Ärzten vor, ihre Patienten den Behörden auszuliefern (queer.de berichtete). Nach Angaben von Human Rights Watch wurden die jetzt Verurteilten von den Behörden lediglich wegen ihrer HIV-Infektion festgenommen und mussten sich in Haft einem weiteren HIV-Test unterziehen. Ramadan erklärte ferner, seine Mandanten seien gefoltert worden, um ihnen "Geständnisse" zu entlocken. Er will beim obersten ägyptischen Berufungsgericht gegen die Verurteilung vorgehen.

Zwar ist Homosexualität in Ägypten direkt nicht strafbar, Schwule werden allerdings mit Gummiparagrafen verurteilt. Ihnen wird zur Last gelegt, dass sie die öffentliche Ordnung gefährdeten oder sich der "moralischen Verdorbenheit" oder "der Verletzung der Lehren der Religion" schuldig gemacht hätten. Der spektakulärste Massenprozess ereignete sich 2001, als die Polizei 52 Männer auf einer Party verhaftete. 23 von ihnen wurden trotz internationaler Proteste zu Haftstrafen und Zwangsarbeit verurteilt. (dk)



#1 Tim-ChrisAnonym
  • 10.04.2008, 18:20h
  • Wenn ich so etwas lese, könnte ich echt kotzen. Es gibt noch so verdammt viel zu tun, bei unserem Kampf gegen die Ungerechtigkeit und Diskriminierung das man gar nicht weiß, wo man anfangen, bzw. weitermachen oder was man überhaupt tun soll...
  • Antworten » | Direktlink »
#2 hwAnonym
  • 10.04.2008, 19:03h
  • Kommunalwahlen in Ägypten , der Sieger Mubarak stand schon vor Schließung der Wahllokale fest. Die Wahlbeteiligung war ersten Meldungen zufolge sehr gering. Indessen scheint das ganze Land in Aufruhr. In Ägypten gärt es wie selten zuvor. Schwulnverfolgung zum Herrschaftserhalt.
    Hunger und Aufstände stürzen das Land in eine Krise
    Nur die Alphaversion eines Generalstreiks?

    Die Moslem-Bruderschaft hält sich noch zurück.

    www.heise.de/tp/r4/html/result.xhtml?url=/tp/r4/artikel/27/2
    7678/1.html&words=%C4gypten&T=%E4gypten


    Letzte Woche gab es Hungeraufstände in Burkina Faso, Marokko und Ägypten. Anfang des Jahres gab es bereits Aufruhr im Senegal und in Mauretanien.

    weltweit:
    400 % Preisanstieg bei Sommerweizen in den letzen 12 Monaten.
    75% Anstieg aller Lebensmittelpreise
    33 % des 2008 geernteten Maises der USA werden Biosprit.

    Laut FAO gab es in den letzten Monaten schon Nahrungsmittelaufstände in Guinea, Mauretanien, Mexiko, Marokko, Senegal, Usbekistan und Jemen. Indonesien musste den Notstand ausrufen, um die Strassenproteste wegen der Rekordpreise für Soja niederzuhalten. Diese Rekordpreise wurden durch US-Farmer ausgelöst, die nun neben Sojabohnen auch Mais für die Biotreibstoff-Industrie anbauen wollen.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 chrisProfil
  • 10.04.2008, 20:04hDortmund
  • Hauptsache die deutschen Schwestern verbringen mal wieder den nächsten Sommerurlaub in Ägypten.

    Was geschieht eigentlich mit den Verurteilten nach der Beendigung ihrer Strafe? Werden die dann wieder angeklagt weil sie noch immer positiv sind?
  • Antworten » | Direktlink »
#4 MartiAnonym
  • 10.04.2008, 21:24h
  • @ hw

    "Schwulnverfolgung zum Herrschaftserhalt.
    Hunger und Aufstände stürzen das Land in eine Krise"
    "Letzte Woche gab es Hungeraufstände in Burkina Faso, Marokko und Ägypten. Anfang des Jahres gab es bereits Aufruhr im Senegal und in Mauretanien.
    Diese Rekordpreise wurden durch US-Farmer ausgelöst, die nun neben Sojabohnen auch Mais für die Biotreibstoff-Industrie anbauen wollen."

    Was willst du uns damit sagen hw? Die US-Farmer sind Schuld an der Schwulenverfolgung in Ägypten?

    Gut, dass man die richtige ideologische Brille hat, da weiß man sofort, wer an allem in der Welt schuld ist. Fehlt eigentlich nur noch der Dreh, warum eigentlich auch Israel dafür voll verantwortlich zu machen ist! Wie bematscht kann eine Rübe eigentlich sein? Nur damit hier keine Unklarheiten aufkommen, ich meine hier natürlich eine Zuckerübe zur Herstellung von Bio-Alkohol!
  • Antworten » | Direktlink »
#5 stromboliProfil
  • 10.04.2008, 22:19hberlin
  • na ja, wenn man weiß , die schwulen sind in der beliebtheitsskala in allen kulturen an der untersten stelle; wenn man auch weß, die sozialen konflikte führen in der regel dazu , das minderheiten , die in der sozialskala am tiefsten stehen Immer ( das ist empirische regel , marti!) als erste den sozialen wutausbruch zu spüren bekommen, dann mein lieber, ist der kurze tour de horizon von HW nicht verwunderlich; eher beklemmend die mangelnde einsicht in zusammenhänge deinerseits!
    Aber zum denken muß man wissen voraussetzen...
    nur mut, lerne!
  • Antworten » | Direktlink »
#6 hwAnonym
  • 10.04.2008, 22:46h
  • @ Marti

    der markt

    bestimmt das sein

    das sein das bewußtsein

    das bewußtsein die kultur

    usw. überall
  • Antworten » | Direktlink »
#7 MartiAnonym
  • 10.04.2008, 23:10h
  • Lieber Stromboli,

    ich habe erst kürzlich viele Monate in Syrien gelebt um mein Arabisch zu verbessern und dort, zusammen mit schwulen und nichtschwulen Arabern, muslimischen und nichtmuslimischen Glaubens, die Unterdrückungsmechanismen islamischer Gesellschaften analysiert. Diese sind sehr komplex und bestehen auf vielerlei Ebenen. Um das hier auch nur ansatzweise darzustellen, fehlt leider der Platz.

    Mit billiger Antiglobalisierung-Ideologie bringt es man es jedoch immer in zwei, drei oder vier Sprüngen fertig, dort zu landen, wo man hin will, nämlich bei der Quelle allen Übels, dem Westen, trefflich verkörpert durch die USA und Georg W., ersatzweise auch durch andere westliche Akteure, immer beliebt ist dabei, wie gesagt, natürlich Israel.

    Das schöne daran ist, das kriegt man in ein paar Zeilen hin, hw kann das wunderbar, und mancher Leser fühlt sich dann ganz groß, wenn er die schütter skizierten Lienen mit eigener Phantasie zu stringenten Kausalitäten verdichtet.

    Das dabei aber jede handfeste Logik verloren geht, merken diese tollen Denker, die die großen Verbindungslinien ziehen, gar nicht mehr. Nur mal kurz kritisch nachgedacht, wie es denn etwa in Saudi-Arabien aussieht, mit der Schwulenverfolgung, in einem Land, wo es wirklich keine Hungerrevolten gibt...

    Aber sicher kann der gewiefte Ideologe auch dort mit einem neuen Rösselsprung den Zusammenhang herstellen, diesmal natürlich über ganz andere Stationen. Die gleiche Methode lässt sich auf alles und jedes Anwenden. Wenn man dann das ganze immer nur weiter wiederholt, glaubt Lieschen Müller dann wirklich eines Tages die ganz großen Zusammenhänge in der Welt erkennen zu können. Das ist doch ein wunderbar erhebendes Gefühl!
  • Antworten » | Direktlink »
#8 hwAnonym
  • 11.04.2008, 14:00h
  • @ marti

    das war sprachlich ja sehr nett, ändert aber nichts an den von mir angerissenen grundzusammenhängen.

    zur ökonomischen situation der menschen in israel habe ich mich mehrfach geäußert und auf webseiten
    israelischer staatsbürger und zivilgesellschaftlicher
    organisationen verlinkt. nach meinem eindruck wesentlich häufiger als die vorgeblichen "freunde" israels. meine nutzung der informationen von "ynet", "jerusalem post" u.a.,
    also aus israel und nicht nur über israel, sind lesern hier auch nicht verborgen geblieben.

    die neigung der anhänger von lehren, die mittlerweile
    zum größer werdenden ökonomischen und moralischen bankrott führen, haben scheinbar eine
    große geneigtheit "anti-amerikanismus" und "anti-semitismus" zu diagnostizieren. man kann amerikaner und israelis mögen, ohne eine vorauseilenden gehormsam gegenüber den propagandalosungen ihrer eliten.

    nein, rübenanbau und buddhistische biohöfe sind nicht meine welt. die dortigen waffenfunde haben, so scheinte es, mehr etwas mit dem in lhasa/dharamsala gepflogenen yak-fladen-buddhismus zu tun.

    www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/1679558

    zur armut der menschen in amerika habe ich mich eigentlich schon häufiger geäußert. wahrscheinlich ist dir entgangen, dass mir, als ein dem frühen klassischen buddhismus und dem heutigen sozial engagierten buddhismus hingewandtem, der mensch, ohne ansehen von nation und rasse, am herzen liegt.
    also die menschen, die egal wo, unter machenschaften und schäbigkeiten eiskalter eliten leiden. eliten finanzierte terrorgruppen, ob staatlich oder nicht staatlich, ob mit uniform oder ohne
    treiben mit spannungen ihre tödlichen und krank machenden geschäft.

    über einen kleinteilehändler aus diesem milieu schrieb gestern die israel- und amerikafreundliche FAZ:
    Da Herr Broder gern andere Geistesgrößen neben sich öffentlich als „postsenile Plaudertasche“, „bekennenden Irren“ oder „promovierten Clochard“ tituliert, sei ihm nach diesem Abend gesagt: Wir erlebten einen eitlen, zynischen, selbstgefälligen älteren Mann, der überheblich grienend Personen demütigte, weil sie das hatten, was ihm fehlte: Respekt vor der Würde des Menschen.

    letzteres kann man ohne ideologische brille im gegenwärtigen israel und in den uSA sagen.
    und natürlich auch, woanders ist es besser oder schlimmer.
    freunde israels kritisieren. falsche freunde jubeln.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 hwAnonym
  • 11.04.2008, 14:51h
  • @ stromboli

    "Dann sollen sie doch Kuchen essen..."
    (Marti Antoinette)

    Welternährungsorganisation sieht Millionen Menschen bedroht

    www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,546821,00.html

    Wahn ?

    Adam Smith: Der Markt wirkt „wie durch eine unsichtbare Hand“ als sozialverträglich regulierend.

    Wahrheit ?

    New York Daily Tribune , 1853, Karl Buddha:
    "Scheinbar ist es eine sehr seltsame und sehr paradoxe Behauptung, dass die nächste Erhebung der Völker Europas [] in großem Maße davon abhängen dürfte, was sich jetzt im Reich des Himmels [] abspielt []."
  • Antworten » | Direktlink »