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Wer mehr über schwule Historie erfahren will, der musste bislang mühsam nach Quellen suchen. Jetzt geht es leichter online.

Von Christian Scheuß

Es ist verblüffend, wie schnell schwule Historie in Vergessenheit gerät. Die nachwachsenden Generationen wissen oft wenig darüber, was in den vergangenen Jahrzehnten passiert ist. Das verwundert nicht, denn die Quellensuche ist mühselig. Es gibt keine TV-Dokumentationen von Guido Knopp über Homosexuellenverfolgung, in den Schulbüchern sucht man vergebens und auch Günther Jauch stellt keine entsprechenden Fragen in "Wer wird Millionär?". Da gerät dann sogar der eigentliche Auslöser der CSD-Paraden schon mal aus dem Fokus. Stonewall? Keine Ahnung. Harvey Milk? Kenne ich nicht. Kießling-Affäre? Wer ist das?

Gegen den Gedächtnisverlust hilft jetzt ein Stück weit das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", das seit 1947 über das Geschehen in Deutschland berichtet. Der Spiegel hat seine Printarchive geöffnet und die Ausgaben komplett digitalisiert online gestellt. Mit der Suche nach dem Stichwort "homosexuell" bekommt man rund 200 Artikel aufgelistet. Ein reichhaltiger Fundus, der sich da einem öffnet.

So berichtet das Magazin erstmals im September 1949 über den Kampf des "Deutschen Freundschaftsbundes", der sich als Verein eintragen lassen will, mit der Polizei. Die Behörde ist dagegen, weil sie Förderung von Homosexualität und Prostitution fürchtet. Auch die Affäre um den vermeintlich schwulen General Günther Kießling lässt sich in allen Details nochmal nachlesen. Homosexualität galt Anfang der Achtziger Jahre noch als Sicherheitsrisiko wegen möglicher Erpressbarkeit bei der Armee.

Und auch die Berichterstattung über die Aids-Panik, die mit Bekanntwerden der Erkrankung Mitte der achtziger Jahre ausbrach, sorgt beim Studieren der Texte für Betroffenheit. Spiegel Wissen ist eine kostenlose und wertvolle Quelle.

15.04.2008



#1 FloAnonym
  • 15.04.2008, 16:05h
  • Eigentlich sollte die Diskriminierung und Verfolgung Homosexueller gerade für die Öffentlich-Rechtlichen ein Thema sein. Und auch in der Schule thematisiert werden.

    Aber bei unseren Politikern wird das wohl noch lange Wunschdenken bleiben...

    Und solange solche Politiker auch von Schwulen und Lesben gewählt werden, haben wir es auch nicht besser verdient.
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#2 TufirAnonym
  • 15.04.2008, 17:18h
  • Jaja, zu blöd. Die Schwulen sind halt die Neger unter den Minderheiten... Flo, ich hab diese christlich fundamentalistischen Umpollager für Schwule zwar immer für nutzlos gehalten, aber ich glaube zumindest du würdest glücklicher werden, wenn du es mal als Hete versuchen würdest. Schwulsein ist nichts für dich, echt, zieht dich nur runter ;-)
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#3 alfAnonym
#4 BjörnAnonym
  • 15.04.2008, 19:10h
  • Ist es denn nun verblüffend oder verwundert es nicht? :-)

    Aber selbst Texte, die sich innerhalb von drei Sätzen selbst widersprechen, sind besser als gar nichts. Und da darf man vielleicht mal fragen, wieviel denn die schwulen Medien dazu beitragen, daß wenigstens der schwule Nachwuchs etwas über seine Geschichte lernt und mit Stonewall, Milk, Kießling genausoviel anzufangen weiß wie mit Ibiza, Ganzkörperenthaarung oder Grand Prix. Umgekehrt gefragt: Worum drehen sich denn die Blättchen und Portale? Da ist es ja oft schon der Gipfel politischen Bewußtseins, wenn man gelegentlich mal darauf hinweist, daß Aids immer noch unangenehm und unheilbar ist.
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#5 gerdAnonym
  • 15.04.2008, 20:39h
  • Also was die Kommentare meiner Vorredner hier mit dem Artikelinhalt zu schaffen haben, ist mir hier ein Rätzel. Frei nach dem Motto: ich schreibe jetzt meine Meinung, auch wenn es kaum Bezug zum aktuellen Artikelinhalt hat.

    Hier geht es um das Archiv der Zeitschrift Spiegel, der jetzt online zugänglich ist. Das ist sehr schön und erfreulich.
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#6 maciicxProfil
  • 15.04.2008, 20:50hpnkw
  • na ja.

    stonewall riots, rassenhygieniker hirschfeld, nollendorfplatz, tuntenstreit, ja sogar über den namen milk stolpert der medienkompente interessierte im netz, zum beispiel bei wikipedia.
    (und ich bin mir sicher, über die kießling-affäre zuerst in der glotze gehört zu haben.)

    da interesse und medienkompetenz auch von nöten sind, um sich über dieses gebiet bei spiegel wissen zu informieren, bringt's bei den im ersten absatz genannten punkten nicht wirklich was.

    der mehrwert hier kommt durch die möglichkeit, zeitgenössische (naja, hirschfeld fällt dann wohl raus ;) ) presseartikel zu dem themenkreis lesen zu können.
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#7 FelixAnonym
  • 16.04.2008, 10:44h
  • Wie schön, dass man jetzt die tendenziöse Berichterstattung des Magazins nachverfolgen kann, die sich mehr als einmal GEGEN Homosexuelle richtete. Ich bin gespannt, ob queer.de oder andere das mal untersuchen.
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#8 KonstantinEhemaliges Profil
  • 16.04.2008, 11:27h
  • @ Felix: Gibt es schon!
    Daniel Gredig: "Dekadent und gefährlich. Eine Untersuchung zur Struktur von Stereotypen gegenüber sozialen Randgruppen"

    Dort werden oft genug tendenziöse Spiegel-Artikel zitiert und auf Homophobie, bzw. Stigmatisierung ausgewertet. Sehr zu empfehlen.
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