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Köln (queer.de) - Das Stichwort Einsamkeit im Alter ist für Alfred Biolek ein großes Thema: "Ich halte viel von Wohngemeinschaften für Alte. Die eigene, vertraute Atmosphäre hat schon etwas für sich", verriet der Moderator in einem Interview mit dem Magazin "Das neue Blatt". Bio weiter: "Ich will schließlich auch nicht ins Altersheim."

Zurück vor die Kamera zieht es Biolek nicht mehr: "Ich kann es mir einfach nicht vorstellen", sagte er dem Blatt. Statt vor der Fernsehkamera zu stehen, tourt er mit seiner Bühnenshow "Mein Theater mit dem Fernsehen" durch Deutschland. "Ich kann nicht einfach zu Hause hocken. Dass es aber ruhiger zugeht als früher, ist klar. Ich lese jetzt mehr und gehe häufiger ins Theater", so der einst von Rosa von Praunheim geoutete Entertainer.

Langeweile komme bei ihm nicht auf: "Ich habe schon vieles hinter mir, aber auch noch vieles vor." Auf die Frage nach Eitelkeit und Alter antwortet der 73-Jährige gelassen: "Wissen Sie, ich war nie eine Schönheit. Schon in jungen Jahren sah ich viel älter aus, als ich war. Irgendwann hat mein Alter dann mein Aussehen eingeholt. Da lernt man eine gewisse Gelassenheit."(ots)



Biolek: Outing war "schmerzhafter Schlag"

In der ARD-Porträtreihe "Höchstpersönlich" zieht Alfred Biolek seine Lebensbilanz: "Wenn der Tod morgen käme, wäre es auch nicht so schlecht."

22 Kommentare

#1 MarkHBAnonym
  • 17.04.2008, 00:39h
  • Dieses ewige "der von Rosa von Praunheim geoutet wurde" geht mir ganz gewaltig auf den Keks!

    Rosa von Praunheim hat lediglich ausgesprochen was schon lange bekannt war. Alfred Bioloek (z. B.) hat bereits in den 70ger Jahren offen schwul gelebt und war nach eigener Aussage über die große Resonanz in der Presse sehr erstaunt.

    Hätte von Praunheim damals Mut gehabt, dann hätte er Männer geoutet die schwul sind, aber in der Öffentlichkeit gegen das Erreichen der Rechte von Schwulen und Lesben kämpf(t)en.
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#2 jochenAnonym
  • 17.04.2008, 03:07h
  • die frage wie homosexuelle kuenftig mit den alten schwulen bzw. ihrem alter umgehen wird eine herausforderung .

    ich denke die generation die auch die schwule/lesbische emanzipation vorran gebracht hat, (also die heute 50 und 40 jaehrigen )wird sich da hoffentlich neue wege ausdenken.

    schliesslich haben nur die wenigstens das geld das Alfred Biolek hat

    ... und somit fuer einige auch alten-wg's in betracht kommen duerften. oder altersheim.

    ich hoffe auf fantasie, mut und vielleicht auch unkonventionelle wege.
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#3 RabaukeAnonym
  • 17.04.2008, 10:04h
  • @Markus HB

    Genau so sieht es aus!!!!! Darüber hat damals ja Keiner gesprochen. "Man wußte ja nicht´s." Heute lassen sich solche Leute wie von Br.............feiern...............Echt, da bekommt man es an der Glocke.
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#4 madridEUAnonym
  • 17.04.2008, 12:41h
  • Hocherfreut registriere ich, dass Biolek stellvertretend für viele von uns über 65jährige ein Dasein im Alter plant, das sich in Wohngemeinschaften und mit intellektuellen Beschäftigungen abspielen könnte. Natürlich immer nur dann, wenn Altersdemenz nicht ins Spiel kommt. Wenn uns die Gnade der geistigen Helligkeit bis ins hohe Alter gewährt sein sollte, so ist es doppelt wichtig, dass wir unser Hirn schon jetzt trainieren. Nichts ist schlimmer, als den Fernsehsessel nur hin und wieder mit dem Stuhl im Wartesaal des Arztes zu wechseln, um sich mit den Greisen über unsere Zipperlein auszutauschen. Lang´ leben die Grauen Panther !
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#5 wolfAnonym
  • 17.04.2008, 12:57h
  • unser bio wird es immerhin im alter nicht so schwer haben wie die meisten schwulen betroffenen. da werden ihm schon allein seine "rücklagen" behilflich sein.
    wohngemeinschaften sind mit die beste lösung und sollten auch staatlich gefördert werden, denn sie bieten die menschenwürdigste alternative zu diesen grauenvollen "rentnerentsorgungseinrichtungen."
    leider haben wg`s ein problem, sie zählen zu den "bedarfsgemeinschaften" und somit sind die besser versorgten rentner unterhaltspflichtig gegenüber den schlechter gestellten mitbewohnern. das betrifft sogar die krankenkassen und medikamentenzuzahlung usw., also unumgängliche kostenfaktoren. das vereinfacht ein solches vorhaben nicht unbedingt.
    unsere familienministerin ist ohnehin ausgebucht mit den lieben kleinen, ältere bürger sind ja ohnehin nur lästig und kostenfaktoren, mal sehen was passiert wenn die minijobber ect. in rente gehen, also in spätestens 10 jahren ?
    wahrscheinlich füllt herr blüm, unser ehemaliger minister, bis dahin die rentenkassen mit den millionen wieder auf, die er gemeinsam mit herrn kohl in seiner amtszeit entnommen und zweckentfremdet hat !
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#6 Mark A.Anonym
  • 17.04.2008, 15:20h
  • häh? es gibt doch homolebensentwürfe, heiraten, kinder basta.
    der einsame alte schwule sollte der vergangenheit angehören.
    sollte

    übrigens vereinsamen wegen selbiger bindungsinfähigkeit immer mehr heteros im alter...späte gerechtigkeit
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#7 madridEUAnonym
  • 17.04.2008, 15:58h
  • @jochen hat bereits unkonventionelle Wege angedeutet, die wir als alte Schwule gehen könnten. Nicht wenige unter uns haben nach einem langen Berufsleben geräumige Eigenheime angespart, die als WG für langjährige und gleichaltrige Freunde zur Verfügung gestellt werden könnten. Man hilft sich gegenseitig, wobei die sexuelle Ausrichtung als betagter Mensch keine grosse Rolle mehr spielt, wenn man sich kulturell mehr oder weniger ergänzt.
    @wolf: Ich denke, dass das unterschiedliche Renteneinkommen kein Masstab dafür sein sollte, ob man mit jemandem zusammenleben möchte oder nicht. Wer zuletzt übrigbleibt, vermacht dann als testamentarischer Verwalter alle Güter und Konten unseren jüngeren Pflegern und löscht das Licht.
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#8 hobbesduAnonym
  • 17.04.2008, 18:39h
  • Die Sache mit der Bedarfsgemeinschaft ist wirklich ein Hammer. Ich wollte es gar nicht glauben, bis ich § 7 Abs. 3a Sozialgesetzbuch II gelesen habe.

    Kann man das nicht umgehen und statt eine WG zu gründen, die Sache per Untervermietung regeln?

    Mein Wunschtraum ist, wenn ich mal die Rente durch habe, eine eigene Wohnung zu behalten, dann aber in einem Haus mit Freunden oder guten Bekannten.

    Vorgemacht wird es bereits heute durch die sogenannten "Beginenhäuser", die es in vielen Städten gibt. Dort wohnen alleinstehende oder alleinerziehende Frauen unterschiedlicher Altersgruppen. So etwas müßte doch auch für schwule Männer machbar sein.
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#9 JoachimAnonym
  • 17.04.2008, 21:56h
  • @Jochen

    Falls ihr, die "Jungen" annehmt, dass Euch die heute über 50-jährigen - wie ich - wieder mal die bequeme Kinderrutsche zum schwulen Alter vorbereitet, dann habt ihr aber ganz schön daneben gekackt:
    Ein großer Teil derer, die damals zusammen mit mir aus politischen Gründen jahrelang auf die Straße gegangen und durch die Institutionen marschiert sind, sind tot, an AIDS gestorben und der Rest hat zur Kenntnis genommen, was es heißt, wenn die "Reichsverweser" der schwulen Emanzipation das politische Erbe zum Party- und Clubevent verkommen lassen und es sich im Freiraum des Erreichten bequem gemacht haben.

    Wir werden sicher einen Weg finden, aber für uns, ganz individuell und ihr könnt sehen, wo ihr im Alter bleibt.
    Vermutlich am Rande der Gesellschaft, denn da wird euch mit viel Glück mangels - nicht nur - politischem Bewusstseins ein Plätzchen von der Mehrheit zugewiesen werden.

    Viel Spaß!
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#10 SchorschAnonym
  • 18.04.2008, 08:19h
  • Ich bin immer wieder überrascht, wie extrem negativ doch offenbar viele über Altersheime denken. Für mich ist das, wenn es ein gutes Heim ist und man ein Einzelzimmer hat, die beste Option. Für immer im Hotel - was könnte es besseres geben? Rund um die Uhr versorgt, 3 Mahlzeiten plus Kaffee und Kuchen und erfahrenes Pflegepersonal direkt im Haus.

    Ich möchte nicht noch in 30-40 Jahren immer noch eine eigene Wohnung am Hals haben, putzen, spülen, waschen müssen, womöglich einkaufen. Das Modell Altersheim ist doch nur dann schlecht, wenn es ein schlechtes Heim ist. Und da werden sich in den nächsten Jahrzehnten sicher bessere Standards und Kontrollen durchsetzen.

    Ich kann mir schon jetzt nicht vorstellen, mit mehreren Menschen (mit anderen als meinem Lebenspartner) eine Wohnung zu teilen. Diese Wohngemeinschafts-Schluffi-Spezies ist doch wohl in jeder Altersgruppe unerträglich. Sollen wir uns noch mit 80 darüber streiten, dass der Küchenputzplan wieder nicht eingehalten wurde, dass jemand fremden Joghurt aus dem Kühlschrank gemopst hat oder wer diese kleinen Tierchen eingeschleppt hat? Nein, danke.

    Im Altersheim bin ich umgeben von Fachpersonal, das für mich arbeitet: vom Wäschewaschen über das Essenkochen bis zur Pflege, dazu das Unterhaltungsangebot. Sicher wäre ein schwules Altersheim schön, aber davon wird es bis dahin mehr als genug geben.

    Es ist sicher keine Alternative, erst nach Eintritt der Pflegebedürftigkeit ins Heim zu wechseln. Und die lieben WG-Mitbewohner helfen einem so was von überhaupt nicht weiter, wenn man Pflege, Hilfe oder Anleitung braucht. Jedenfalls hoffe ich das, dass die ambitionierten Laien dann bitte die Finger von mir lassen.
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