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Istanbul (queer.de) - Die Polizei hat eine Razzia in den Räumen der größten türkischen Homo-Gruppe in Istanbul durchgeführt. Die Behörden werfen der Organisation Lambda vor, die Prostitution zu fördern. Beschlagnahmt wurden mehrere Dokumente, darunter auch eine Liste von allen Mitgliedern der Organisation.

Außerdem hat die Staatsanwaltschaft ein Verfahren eingeleitet, in der sie der Gruppe vorwirft, "moralische Werte und die Familienstruktur" vernichten zu wollen. Ein erster Verhandlungstermin ist Ende April angesetzt.

Homosexualität ist in der Türkei nicht verboten, allerdings versuchen konservative Kräfte seit Jahren, über Moralgesetze die Arbeit von Homogruppen zu behindern. Bereits vor rund einem Jahr ging die Istanbuler Staatsanwaltschaft gegen Lambda vor (queer.de berichtete).

Zuvor hatte der Gouverneur von Ankara die Homo-Gruppe Kaos verboten. Dieses Verbot wurde 2005 aber von einem Verwaltungsgericht aufgehoben – es erklärte, dass Homosexualität weder illegal noch unmoralisch sei (queer.de berichtete). (dk)



17 Kommentare

#1 TufirAnonym
  • 18.04.2008, 15:21h
  • Vielleicht ein guter Grund, das
    "neue Gayreise-Portal für Istanbul" zwei Schlagzeilen über dieser zu meiden :-)
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#2 ThomasAnonym
  • 18.04.2008, 16:38h
  • "Außerdem hat die Staatsanwaltschaft ein Verfahren eingeleitet, in der sie der Gruppe vorwirft, "moralische Werte und die Familienstruktur" vernichten zu wollen"

    Ehrenmorde und Zwangsverheiratung hingegen sind begründbar (wie auch immer) und können geduldet werden ...
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#3 LukeAnonym
  • 18.04.2008, 17:18h
  • "Dieses Verbot wurde 2005 aber von einem Verwaltungsgericht aufgehoben – es erklärte, dass Homosexualität weder illegal noch unmoralisch sei."

    Verstehe, aber niemand in der Türkei fühlt sich an die Urteile ihrer Gerichte gebunden, sondern höhlt mit willkürlichen Anschuldigungen geltendes Recht aus. Na, wie nennt man denn so was?

    Dazu bleibt mir nur eines zu sagen: Die Türkei soll in die EU aufgenommen werden. Wie soll das funktionieren, wenn die sich noch nicht mal an ihre eigenen Gesetze und Urteile halten? EU Recht wird dann wohl nicht durchzusetzen sein, oder? Backt man für die Türkei dann ein maßgeschneidertes, eigenes Gesetzes- und Rechtssystem mit 3 Millionen Ausnahmeregelungen, das wir natürlich wieder mal finanzieren müssen? Klar, warum auch nicht, wir bezahlen ja schon die Panzer und Flugzeuge, die gegen Kurden eingesetzt werden. Darüber hinaus finanziert jeder Tourist, der Kohle in dieses verkorkste Land bringt, jede einzelne staatliche Ungerechtigkeit, die gegen Homosexuelle erlassen oder begangen wird. Aber was soll, Urlaub in der Türkei ist ja so schön billig!!!
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#4 frank justenAnonym
  • 18.04.2008, 17:44h
  • hallo,
    es wird immerwieder behaubtet homosexualität wäre nicht verboten jedoch wie vieles auslegungssache denn einen § gegen unmoral giebts ja immernoch

    es giebt auch meinungsfreiheit, jedoch wegen beleidigung des türkentums gehts in den knast

    ich würde mir eine berichterstattung mit links zu gesetzestexten ectr wünschen

    für intressierte ein buchtipp LSVD
    muslime unter dem regenbogen
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#5 hwAnonym
  • 18.04.2008, 17:49h
  • @ luke

    emotional kann ich nachvollziehen, was du meinst.
    rational käme ich auf grund von gesprächen und erfahrungen mit schwulen türken und kurden, mit und ohne deutschem pass zu anderen schlüssen.

    schon vor monaten ging die öffentliche jagd mit anprangerungen im türkischen schrott-tv los.
    öffentlich natürlich gegen die schwächsten. die transen, die gezwungen sind sich mit prostitution zu ernähren. hier ein kleines beispiel:

    de.youtube.com/watch?v=kHWHHjEUGhg

    zur zeit tobt in der türkei ein machtkampf, der zur zeit noch institutionell ausgeführt wird.

    und es ist nicht so, dass das militär, entgegen der werbung von ayaan hirsi ali im AEI für eine militärdiktatur, wenn sie geostrategischen zielen nutzt,
    schwulen alltag schützt. man kann mitunter unter einem AKP-bürgermeister, der wegguckt, freier leben,
    als unter einem werte-kemalisten, der vordergründig
    das kopftuch bekämpft, aber hintergründig die pfründe der eliten erhalten will (z.b. banken, versicherungen, rohstoffe etc.).

    wen die rahmenbedingungen des emanzipationskampfes unserer brüder und schwestern in der türkei interessieren, kann ich dies seite in deutsch empfehlen:

    www.istanbulpost.net/

    wobei ich natürlich nicht davon ausgehe, dass diese menschen und ihr kampf ernsthaft interessiert, sondern eher als wichsvorlage für neoliberales oder neokonservatives moral- und menschenrechtsgeschwafel dient.
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#6 wolfAnonym
  • 18.04.2008, 18:13h
  • überall wo konservative "werte" wieder zum zuge kommen, erleben wir diese herrlich stichhaltige begründung von ehe und familien-struktur ! und wenn wir unsere eu-nachbarn im osten anschauen ist die situation noch schlimmer, denn da wird sogar noch das volk aufgehetzt !
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#7 hwAnonym
  • 18.04.2008, 18:16h
  • @ frank justen

    guter hinweis. das gesetz mit dem türkentum wird zur
    zeit von der "kopftuch"-AKP angegangen. die kemalisten toben, da es in der vergangenheit x-beliebig gegen jeden eingesetzt werden konnte,
    der die ökonomische und militärische basis ihrer
    offenen oder verdeckten macht gefährdete.

    in der türkei wurden, wie in israel, vor jahrzehnten
    islamisten gezüchtet, als detonationsbehälter für die soziale wut bildungsferner bevölkerungsteile.

    das war quasi die reclam-ausgabe der zucht von talibans gegen den "staatssozialismus", s. afghanische geschichte.

    der ruhigstellungseffekt ist bei wachsender neoliberaler krise ist nun natürlich aufgebraucht
    und die kämpfe werden logischerweise weitertoben.

    mehr demokratie und mehr wohlstand in ländlichen, klein- und mittelstädtischen gegenden, wird es bisher nur mit der akp geben.
    das wäre ein gewinn auf dem langen weg der emanzipation türkischer schwuler in der fläche.

    maxilmalen polizei- und militärschutz für touristen
    wird es natürlich mit dem militär geben. bis die erste oder zweite bombe, islamistisch, kurdisch, oder taktisch selbst gelegt, in einem touristenzentrum hochgeht. und wenn es diesen ach so westlichen
    militärs gefällt, wird man sich, gesetze hin oder her,
    schwule, transen, sonst was schnappen, um zu insszenieren: "zucht und ordnung ? wir tun was".
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#8 hwAnonym
  • 18.04.2008, 19:13h
  • @ luke

    "Aber was soll, Urlaub in der Türkei ist ja so schön billig!!!"

    noch ein kleiner nachtrag. für schwule im libanon oder syrien sieht es ja noch finsterer aus.

    hier ein nettes "sensibles" beispiel über den umgang mit dem fun-faktor. kommentar 1, dürfte es treffen.

    de.youtube.com/watch?v=_KKBEr4YTB8
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#9 LukeAnonym
  • 19.04.2008, 06:49h
  • @ hw

    "man kann mitunter unter einem AKP-bürgermeister, der wegguckt, freier leben,
    als unter einem werte-kemalisten, der vordergründig
    das kopftuch bekämpft, aber hintergründig die pfründe der eliten erhalten will (z.b. banken, versicherungen, rohstoffe etc.)."

    Über die Doppelmoral in islamisch geprägten Ländern habe ich bereits so einiges bemerkt. So ist es z. B. ein offenes Geheimnis, dass viele junge Männer ihre ersten sexuellen Erfahrungen in den beliebten Badehäusern machen, natürlich mit dem eigenen Geschlecht. In Gesellschaften, in denen es zu sehr strikter Geschlechtertrennung im öffentlichen und gesellschaftlichen Leben kommt, sind gleichgeschlechtliche körperliche Erfahrungen nicht außergewöhnliches. Für Mädchen ist es manchmal die einzige Möglichkeit, weil sie beim Verlust ihrer Jungfräulichkeit mit unglaublichen Sanktionen bzw. sogar mit dem Tode bedroht sind.

    Mich wundert als so gar nicht, was deine türkischen und kurdischen Freunde dir erzählt haben. Es widerspricht dem auch nicht, was ich ins Feld geführt habe. Ich finde es nur äußerst bedenklich, dass ein Staat wie die Türkei einen derartigen Umgang mit Minderheiten sogar höchst richterlich nicht gut heißt, es aber dennoch zu solchen Aktionen kommt lässt, was anscheinend niemanden besonders kümmert. So lange ein angeblich modernes Land wie die Türkei und als solches sieht die Türkei sich ja, nicht in der Lage ist geltendes Recht durchzusetzen und dabei Menschenrechte einzuhalten, so lange sehen die von mir keinen Euro.
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#10 JulianAnonym
  • 19.04.2008, 12:13h
  • Man kann es nicht oft genug betonen:

    die Türkei gehört definitiv nicht zur EU!!!

    Man kann nur hoffen, dass die EU nicht nochmal den Fehler macht, die falschen Staaten aufzunehmen...
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