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  • 18. April 2008, noch kein Kommentar

Platz eins in den USA, Stargast beim Wiener Lifeball und nun auch in Deutschland am Start: Stimm- und Hupen-Wunder Mariah Carey.

Von Jan Gebauer (blu NRW)

War das eine Aufregung, als Mariah Carey – in den Medien bis zum Erbrechen als Weltstar gepusht – bei "Deutschland sucht den Superstar" ihre neue Single "Touch My Body" präsentierte. Hinter den Kulissen lagen die Nerven blank, weil die Diva mit 20 Stunden Verspätung ankam und zudem keine Lust auf Live-Gesang hatte. Dabei hätte ihr eine starke Gesangseinlage gerade hierzulande gut getan, denn bei den Medien hat sie fast traditionell keinen guten Stand und der amerikanische Mucker-R&B der vergangenen Alben verkaufte sich nicht annähernd so gut wie in ihrer Heimat. Stattdessen zwängte sie sich erneut in ein Outfit, das viel zu knapp war – die Frau ist wohlgemerkt 38 und nicht 20 – und wackelte dazu unfreiwillig komisch zwischen düsteren Gesellen aus dem Designerladen-Ghetto.

Die Single "Touch My Body" hatte zeitgleich die Spitze der amerikanischen Charts erklommen. Careys 18. Nummer eins – nur die Beatles haben mehr (20). Elvis Presley wird im Himmel fluchen, denn seine 17 reichen nur noch für Platz drei. Das der großartigen Sängerin dieser Rekord ausgerechnet mit einem Säuselliedchen mit der Haltbarkeitszeit eines fettarmen Joghurts gelingt, ist schon etwas tragisch, denn eine solche Nummer hätte auch Janet Jackson auf ihrem letzten Album hinbekommen. Und die ist gewiss nicht als bombige Sängerin bekannt.

Mittlerweile steht auch das Album "E=MC²" in den Geschäften – in den USA ebenfalls an der Spitze. Auf dem 14-Song-starken Werk gibt es kaum Überraschungen, eher den vertrauten Mix aus R&B, Hip-Hop und lasziven Gesäusel, der vor allen Dingen das letzte Album "The Emancipation of Mimi" so erfolgreich machte. Keine Frage, das ist alles blitzsauber und hochprofessionell produziert. Stimmlich wird die Sängerin allerdings kaum gefordert – und hier liegt eigentlich der Hund gegraben. Die Carey gehört zu den stärksten Sängerinnen der USA – auf "E=MC²" ordnet sie ihre Stimme allerdings dem Sound unter. Beat geht vor Gefühl – die Produktion vor dem Ausdruck. Tja, wäre da am Ende nicht "I Wish You Well", bei dem die Sängerin dann doch noch beweist, welche Klasse in ihr steckt! Insgesamt reicht das neue Album aber mal wieder nicht an vergangene Meisterwerke wie "Mariah Carey" (1990), "Daydream" (1995) oder "Butterfly" (1997).

Am 17. Mai wird die Carey übrigens beim Wiener Life Ball zu Gast sein, jedenfalls berichtet das die Tageszeitung "Österreich". Bei der Life-Ball-Organisation wollte man den Besuch des Popstars weder bestätigen noch dementieren. Erst am 28. April will man Konkretes zu den Verhandlungen auf einer Pressekonferenz bekannt geben.

18 April 2008