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Berlin (queer.de) - Der Lesben- und Schwulenverband fordert den ehemaligen Chef der katholischen Kirche in Deutschland, Kardinal Karl Lehmann, auf, endlich zur Diskriminierung von Homosexuellen in seiner Kirche Stellung zu nehmen. Anlass ist ein Vortrag des Geistlichen bei einem Kongress der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS), den Lehmann am Mittwoch halten soll.

"Wir fordern, dass Karl Kardinal Lehmann zu den Berufsverboten Stellung nimmt, die die römisch-katholische Kirche gegenüber Lesben und Schwulen verhängt hat", erklärte LSVD-Sprecher Manfred Bruns. "Als ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz verantwortet Lehmann die Erklärung des Ständigen Rates der Bischofskonferenz, dass die Eingetragene Lebenspartnerschaft mit den Loyalitätsobliegenheiten der Beschäftigten in Einrichtungen der Katholischen Kirche unvereinbar ist. In der Erklärung ist festgelegt, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entlassen sind, wenn sie eine Eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen, und zwar auch dann, wenn sie der Katholischen Kirche nicht angehören."

Kirche "moralisch verwerflich" und "unsozial"

Damit verbiete die Kirche ihren Angestellten, ein "demokratisch legitimiertes Rechtsinstitut" zu nutzen. "Diese Regelung ist moralisch verwerflich und zutiefst unsozial. Es gibt keine Rechtfertigung dafür, einem schwulen Hausmeister oder einer lesbischen Krankenschwester Berufsverbote zu erteilen", so Bruns. Er merkte an, dass die katholische Kirche einer der größten Arbeitgeber in Deutschland ist und Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Kindergärten zum Großteil vom Steuerzahler finanziert werden.

"Wenn Lehmann über Antidiskriminierung spricht, muss er sich auch zu der diskriminierenden Praxis seiner Kirche äußeren. Alles andere wäre heuchlerisch", erklärte Bruns. (pm)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

24 Kommentare

#1 Jörg GengnagelAnonym
#2 gerdAnonym
  • 21.04.2008, 17:50h
  • Der LSVD hat da vollkommen Recht; was bringen positive Äußerungen, wie von Robert Zollitsch im Spiegelartikel, wenn gleichwohl die katholische Kirchenleitung massiv in ihren eigenen Reihen diskriminiert.
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#3 gerdAnonym
  • 21.04.2008, 18:09h
  • Die katholische Kirchenleitung trägt eine massive Schuld an der Diskriminierung von homosexuellen Paaren in unserem Lande wie auch insbesondere in anderen stark katholisch geprägten Ländern wie Polen oder Italien.

    Es wird dringend Zeit, dass die katholische Kirchenleitung dem Weg der EKD folgt, die von Anfang an das Lebenspartnerschaftsinstitut in unserem Lande unterstützt hat (Grundsatzpapier "Verantwortung und Verlässlichkeit stärken").

    Die Eröffnungsrede zum Thema "Antidiskriminierung" hätte daher auch eigentlich eher einem protestantischen Bischof der EKD zugestanden oder einem nicht kirchlichen Bürgerrechtsvertreter.

    Mag Lehmann auch zu den gemäßigteren Kräften unter den katholischen Bischöfen gehören, gleichwohl steht er für die Institution katholische Kirche, die seit Jahrhunderten und auch in der Gegenwart homosexuelle Menschen diskriminiert.

    Robert Zollitsch zeigt auf, wohin die katholische Kirche zu gehen hat: der Spiegelartikel sollte allen katholischen Bischöfen ein Hinweis sein, wohin die katholische Kirche zugehen hat.
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#4 bastapapstaAnonym
  • 21.04.2008, 19:11h
  • Genau aus diesem & vielen weiteren Gründen ist es dringend erforderlich, dass wir uns für eine strikte Trennung von Kirche & Staat stark machen. Die Kirche darf nicht mehr länger Steuergelder bekommen & Leuten, das Anrecht auf Arbeit verweigern, deshalb bitte ich Euch, auf der folgenden Website zu unterschreiben !

    www.rosalueste.de/aufruf1.html
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#5 SvenAnonym
#6 SaschaAnonym
  • 21.04.2008, 22:46h
  • Und wieder einmal stellt der LSVD die völlig falschen Fragen an die falschen Leute!

    Anstatt die katholische Kirche verändern zu wollen (was auch dem LSVD definitiv nicht gelingen wird), müssen wir den Einfluss von Kirchen und Sekten auf unsere freiheitlich-demokratische Gesellschaft endlich durch POLITISCHES und gesetzgeberisches Handeln unterbinden!

    Die richtige Frage - wie sie mit Erfolg in anderen EU-Ländern gestellt wurde - richtet sich daher an die Politik und lautet:

    Wie kann ein demokratischer Rechtsstaat zulassen, dass Kirchen ihren eigenen Staat im Staat machen???

    Oder genauer: Wann wird unser so genanntes "AGG" endlich wie in anderen Ländern und nach Maßgabe der EU-Richtlinie so gestaltet, dass es für ALLE gilt und ergo auch Kirchen nicht einfach munter weiterdiskriminieren dürfen???
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#7 TufirAnonym
  • 22.04.2008, 10:40h
  • "Und wieder einmal stellt der LSVD die völlig falschen Fragen an die falschen Leute!"
    So falsch finde ich die Frage nicht. Eigentlich ist es sogar eine recht interessante Situation, weil Lehmann nicht ohne weiteres einen Rückzieher machen kann und sich gut überlegen muss, wie er die Situation darstellt. Man darf nicht vergessen, dass Katholiken keineswegs ferngesteuerte Menschen mit einer Antenne im Kopf sind, die tun, was ihr Kardinal von ihnen verlangt. Insofern lässt sich die Kirche auch verändern.
    Man kann natürlich versuchen, mit dem Kopf Mauern einzureißen, indem man solche Gelegenheiten verstreichen lässt und sich weigert, Stellung zu beziehen, aus Angst, die Gegenseite könnte - Schluck! - tatsächlich einen Schritt nach vorne machen und würde nicht mehr zum Buhmann taugen...

    Sicherlich sollte man sich gleichzeitig dafür einsetzen, dass es eine weitestgehende Trennung von Kirchen (jeder Art) und Staat gibt, allerdings muss man dabei im Hinterkopf behalten, dass es keineswegs eine Trennung von Gewissen und Mandat gibt, also eine vollkommene Trennung sowieso unmöglich ist. Gleichzeitig trägt die Kirche einige für die Gesellschaft notwendige Institutionen wie Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser etc.
    Die Kirchen sind wichtige Ansprechpartner in Sachen Integration - Gläubige werden zum Beispiel gerade von Moslems als Ansprechpartner eher geduldet als Atheisten.

    Bis auf diesen Einwand kann ich allerdings auch nur zustimmen - was die Seelsorge betrifft, soll die Kirche mal machen, was sie für richtig hält. Ein Pfaffe entscheidet immer noch selber, ob er Pfaffe werden will. In ihrer Funktion als Arbeitgeber hingegen soll sie entweder die Stellen mit Nonnen und Mönchen besetzen oder sich an geltende Gesetze halten. Es gibt keinen Grund einen Staat im Staate zu dulden.
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#8 bastapapstaAnonym
  • 22.04.2008, 11:54h
  • @Tuff

    "Gleichzeitig trägt die Kirche einige für die Gesellschaft notwendige Institutionen wie Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser etc.
    Die Kirchen sind wichtige Ansprechpartner in Sachen Integration - Gläubige werden zum Beispiel gerade von Moslems als Ansprechpartner eher geduldet als Atheisten"

    Du scheinst den Sachverhalt nicht zu verstehen. Du schliesst dich hier der alten Leier an, der Kirche hätten wir viele soziale Einrichtungen zu verdanken. Du vergisst dabei völlig, dass die Kirche das Geld, welches sie sie für diese Zwecke verwendet vom Staat bekommt, die Mittel die der Staat für soziale Zwecke einsetzt, dh. die Kirche ist also im Prinzip nur eine Art " Treuhand, mischt allerdings noch ihre Ideologien bei & drängt sie dem Klientel oder dem Personal, welches mit staatlichen Mitteln bezahlt ihre (biblichen )Vorschriften auf, so auch, dass die Auslebung von Homosexualität eine Sünde sei & verweigert somit homosexuellen Menschen das staatliche Recht auf einen Arbeitsplatz. Mein Rat an dich, informiere dich mal zu dem Thema, denn einfach sich pauschal der alten Leier an zu schliessen, bringt dich nicht wirklich weiter-im Gegenteil. Deshalb sehe ich keinen anderen Ausweg, als eine klare Trennung zwischen Kirche & Staat.
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#9 bastapapstaAnonym
  • 22.04.2008, 12:02h
  • Und noch was !

    "Man darf nicht vergessen, dass Katholiken keineswegs ferngesteuerte Menschen mit einer Antenne im Kopf sind, die tun, was ihr Kardinal von ihnen verlangt. "

    Genau weil die den Geistlichen in den ARSCH kriechen, sind die doch so hinterwäldlerisch. Oder hast du schon mal Katholiken gesehen, die mal Protestplakate hoch gehalten haben, wenn der sog. Papst sich prunkvoll mit seinem Glasmobil durch die Strassen karren lässt, in denen sie ihn auffordern, in gewissen Punkten mal umzudenken.
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#10 SaschaAnonym
  • 22.04.2008, 15:07h
  • @bastapapsta:

    Du hast es auf den Punkt gebracht!

    Wir brauchen eine VOLLSTÄNDIGE und STRIKTE Trennung von Kirche und Staat in dieser Gesellschaft - und das sollte gerade ein Homo-Verband unmissverständlich deutlich machen!!!
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