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Der offen schwule Sänger und DJ engagiert sich gegen Homophobie an Schulen. Als Jugendlicher war er selbst Opfer.

Von Anne Richter

QBoy ist jung, er sieht gut aus, er ist ein erfolgreicher britischer Rapper – und das trotz seiner weißen Hautfarbe. Viele Kids sehen mittlerweile zu ihm auf, da er mit eigenen Songs, als Remixer und als DJ Erfolge feiern kann. Außerdem arbeitet er mit berühmten Stars wie Kate Nash zusammen. Dieser Erfolg war nicht unbedingt abzusehen: QBoy hat aus seiner Homosexualität nie ein Geheimnis gemacht und Schwule und Rap – das verträgt sich nicht, so die landläufige Meinung. Diese Sicht propagieren beide Seiten, man denke zum einen an Hasstexte von "Künstlern" wie Bushido, zum anderen aber auch an viele Schwule, die die komplette Musikrichtung ablehnen, ohne sich wirklich damit auseinanderzusetzen.

QBoy sah das immer schon anders. Er konnte mit dem schwulen Mainstream-Musikgeschmack von Kylie über Madonna bis ABBA nichts anfangen, sondern fand seine Idole im Hip Hop-Bereich. Trotz der oft homophoben Einstellung von Musikern und Fans dieser Musikrichtung schaffte es der Rapper, sich durchzusetzen. Der Musiker mit den englisch-spanischen Wurzeln schuf mit seinen Mitstreitern sogar eine eigene Stilrichtung: gay Hip Hop oder auch homo hop. Offensiv setzt sich der 29-Jährige schon lange auf vielen Ebenen gegen Homophobie ein: in erster Linie als Rapper aber auch als Journalist oder als Mitinitiator des PeaceOut UK Festivals, das ein Forum für queere Hip Hop-Fans und Künstler bietet.

Seit Neuestem nimmt QBoy an einem Projekt im britischen Ort Cardiff teil, dass sich für Gleichberechtigung von Schwulen, Lesben und Transgendern einsetzt. Motivation dazu bietet auch die eigene Vergangenheit. Als Schüler war er oft Opfer des so genannten Bullying. Obwohl QBoy, wie er heute sagt, nicht mutig genug war, sich offiziell zu outen, wussten alle – Schüler und Lehrer – dass er schwul war. Aus Angst vor Angriffen zog sich Marcos Brito, so der bürgerliche Name, immer weiter zurück, obwohl er eigentlich ein sehr extrovertierter Typ ist. "Ich habe mir viele clevere Strategien einfallen lassen, um den Schülermassen aus dem Weg zu gehen. Ich habe mir zum Beispiel genau überlegt, über welche Gänge und Treppen ich am sichersten und schnellsten zum nächsten Klassenraum komme", erinnert er sich. "Das Hauptproblem", so glaubt er in der Rückschau zu erkennen, "war, dass in der Klasse nie offen und vorurteilsfrei über Homosexualität geredet wurde".

Damit es den Schülern heute anders ergeht, besucht QBoy verschiedene Schulen in Cardiff um im direkten Kontakt mit den Teenagern gegen Homophobie zu kämpfen und Vorurteile aus dem Weg zu räumen. Für den Rapper bietet diese Arbeit außerdem auch die Möglichkeit, die schlechten Erfahrungen der eigenen Vergangenheit zu überwinden: "Es tut gut, meinen Erlebnissen eine positive Seite abgewinnen zu können und hoffentlich anderen damit zu helfen."

21.04.2008



#1 seb1983
  • 21.04.2008, 19:51h
  • "Er konnte mit dem schwulen Mainstream-Musikgeschmack von Kylie über Madonna bis ABBA nichts anfangen"

    Ist mir ja direkt sympathisch der Junge...
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#2 BjörnAnonym
  • 21.04.2008, 22:04h
  • @seb1983:

    Aber stattdessen rumzurappen bedeutet leider nur, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben.
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#3 martinAnonym
#4 Eric LassardAnonym
  • 26.04.2008, 05:19h
  • Er meint wohl das man gleiches nicht mit gleichem "bekämpfen" sollte.

    Nicht Rap ist das Problem sondern die Idioten dahinter. Es gibt einige gute Rapper, die Gangster Spinner gehören nicht dazu.
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#5 hurra deutschlandAnonym
  • 26.04.2008, 10:16h
  • @eric: Ja, es gibt durchaus sehr guter Rapper. Auf anhieb fallen mir Warrior, Fettes Brot, Fanta4, Absolute Beginners ein.

    www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/253/105148/

    Jedoch sollte auch beachtet werden, das in manch anderer Musikrichtung, z.Bsp. beim Reggea, es auch nicht nur homophobe Spinner gibt. Ich sehe das immer so: Würde Bob Marley noch leben, gäbe es solche Spinner wie BountyKiller etc. nicht.
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