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Es wird Frühling, wir lechzen nach Wärme und Sonne. Doch Vorsicht: Es herrscht Heuschnupfenalarm!

Von Josif Amam

Es ist schon verführerisch: Kaum klettert das Thermometer über die 15 Grad-Marke, wollen wir am liebsten den Wintermantel in die Ecke werfen und die T-Shirts anziehen. Die Triefnase am nächsten Tag kann eine Erkältung sein. Vielleicht ist es aber auch der Heuschnupfen.

Es ist wieder soweit: Hochsaison für Pollenflug. Das bedeutet für Allergiker verstopfte und triefende Nasen, Niesattacken, geschwollene Augen, ausgeprägten Juckreiz und massive Abgeschlagenheit. Erstaunlich ist, die Hälfte der Betroffenen weiß überhaupt nichts von ihrer Erkrankung. Der Ärzteverband deutscher Allergologen warnt, gerade im Frühling verwechsele jeder zweite die Allergie mit einem gewöhnlichen Schnupfen - die Folgen sind gravierend!

Als Mediziner fürchten sie den so genannten "Etagenwechsel", gemeint ist der Übergang vom simplen Heuschnupfen zu einem ausgewachsenen allergischen Asthma bronchiale. Denn schreitet die Entzündung der oberen Atemwege zur Lunge ungehindert fort, droht die Krankheit chronisch zu werden. "Heuschnupfen, auch allergische Rhinitis genannt, ist keine Bagatellerkrankung, ganz im Gegenteil!", sagt die erfahrene Lungenfachärztin und Allergologin Dr. med. Bisping-Arnold aus Freising. "Der Übergang in ein allergisches Asthma kann sehr schnell erfolgen und zu bedeutenden Einschnitten im Leben führen – Unverbesserlichen wird das leider erst klar, wenn kein Atemzug mehr selbstverständlich ist, das ist sehr traurig. Doch auch von ärztlicher Seite wird das Problem häufig nicht ernst genommen", kritisiert die Spezialistin, "in Deutschland verstirbt alle zwei Stunden ein Patient am Asthma, obwohl sich das in ganzen 90 Prozent der Fälle verhindern ließe. Das ist nicht nur über dem europäischen Durchschnitt, das ist fatal!"

Wer also jetzt im Frühjahr an einer Allergie leidet oder allergische Symptome der Atemwege an sich bemerkt wie eine laufende Nase, häufiges Niesen, Jucken und Kratzen im Hals oder Husten, sollte vor allem eins: Frühzeitig einen Facharzt für Allergologie oder einen Pulmologen (Lungenarzt) aufsuchen.

Medikamenten lindern nur die Symptome

Zur umfassenden Therapie eines Heuschnupfens gibt es, je nach Ausprägung, verschiedene Ansätze. Dazu gehören die altbewährten Wirkstoffe Loratadin und Cetirizin in Tablettenform oder auch das lokal wirkende Nasenspray Levocap®. All diese Präparate werden nicht mehr von der Krankenkasse bezahlt, Frau Dr. Bisping-Arnold ist darüber nicht glücklich: "Es gibt Patienten, die aufgrund dessen nur noch unregelmäßig auf die Medikamente zurückgreifen oder ganz auf diese verzichten müssen. So etwas kann doch nicht Ergebnis einer sinnvollen Gesundheitsreform sein!", merkt die engagierte Lungenärztin an. Bei jährlichen Belastungen von 2 Milliarden Euro zur Behandlung von Asthmatikern scheint die Frage nicht unberechtigt. Daher der Tipp, im Fall einer notwendigen Therapie, einfach auf die neueren Präparate Aerius® oder Xusal® zurückzugreifen. Sie bergen nicht nur den Vorteil nebenwirkungsärmer zu sein, sondern müssen auch von der Krankenkasse übernommen werden.

Der Haken bei den meisten Medikamenten bleibt jedoch. Sie lindern zwar Symptome und verlangsamen das Fortschreiten der Krankheit, lösen aber nicht die Ursachen des Problems - hierfür nutzen Mediziner die Hypo- oder Desensibilisierungstherapie. "Es ist zwar ein etwas langwieriges Verfahren", gibt die Ärztin offen zu, "doch die Ergebnisse können sich sehen lassen. Es ist bisher das einzige Mittel, um effektiv gegen die Wurzel der Erkrankung vorzugehen."

Gemeint ist die so genannte Allergie-Impfung, bei der dem Patienten geringe Dosen des Allergens (Allergie auslösenden Substanz) gespritzt oder als Tropfen verabreicht werden. Neben dem Heuschnupfen können auch andere Allergieformen auf diese Weise behandelt werden (z.B. Insektengifte). Der Therapiezeitraum sollte vor der Heuschnupfen-Saison liegen, um den Körper nicht zu stark zu belasten. Die Erfolgsraten überzeugen, aber eine hundertprozentige Garantie kann es auch hier nicht geben.

Dennoch nutzen viele Allergiker gerne diese Chance auf einen beschwerdefreien Frühling und so heißt es für die meisten, adieu Schnupfen und willkommen Sonnenschein!

23.04.2008



#1 seb1983
  • 24.04.2008, 12:04h
  • Aber das gilt doch bestimmt nur für Heteros....
    Wo bitte ist denn der schwule Pollenflugkalender 2008??
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#2 SteffenAnonym
  • 24.04.2008, 18:47h
  • Ich hoffe auch, dass es nur Heten erwischt *lach*
    Aber krass wie viele es trifft, bin schon ewig Allergiker und werd wohl bald zum Hausarzt gehen, zu diesem Hypodingens da. Mal was der so sagt.
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#3 JulianAnonym
#4 sh4Anonym
  • 25.04.2008, 13:58h
  • Guter Artikel.
    Die Hyposensibilisierung dauert nur leider jahre, und ist auch nicht ganz ungefaehrlich, man muss sich dann schon zeit nehmen dafuer, mindestens ne halbe stunde muss man nach der injektion noch beim arzt bleiben, dass er im falle eines allergischen schocks eingreifen kann :)

    de.wikipedia.org/wiki/Hyposensibilisierung
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#5 ralfAnonym
  • 27.04.2008, 17:28h
  • Vielleicht sollte Frau Dr. Bisping-Arnold bei der Wahrheit bleiben und sich nicht darüber beklagen, daß manchen Präparate nichte von der Kasse bezahlt werden. Gleichwertige Ersatzmedikamente der 2. (wie Ebastel) oder 3. Generation (Aerius) werden weiterhin von der Kasse bezahlt, weil sie entweder zu neu oder "nur" ein EU Zulassung haben.
    Aber wenn Frau Dr. Bisping-Arnold die verschreibt, geht es aus ihren persönlichen Budget. Und so viel kann einen das Wohlergehen der Patienten nicht wert sein ... .
    ralf
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