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  • 01. Mai 2008, noch kein Kommentar

Deutschlands erfolgreichster Chansonstar hat einen Kubaner geheiratet und ist mit Ex-Freund Rainer Bielfeldt auf großer Tour. queer.de traf ihn zum Interview.

Von Hermann J. Huber

Seit wenigen Wochen heißt du Tim Jiménez Domínguez. Mit 35 hast du dir deinen Traummann geangelt. Das ist ja wie ein karibisches Märchen.

(lacht) Danke. Ich kann mein Glück auch noch gar nicht fassen. Mein ganzes Leben hat sich durch Rolando verändert. Ich hab alles bekommen, was ich mir gewünscht habe. Ich bin einfach nur glücklich. Wenn ich nicht ich selbst wäre, wäre ich eifersüchtig auf mich.

Wo hast du deinen Mann kennen gelernt?

Im Urlaub auf Kuba. Wir haben uns verliebt und wollten zusammen sein. Im Dezember 2007 bin ich dann ein zweites Mal hingeflogen. Gott sei Dank hat es mit dem Visum geklappt, Rolando konnte gleich mit mir nach Berlin zurückfliegen. Wir leben zusammen in Berlin, wir sind zusammen auf Tournee, besichtigen die Städte. Das macht wirklich Spaß. Ich bin nicht mehr alleine!

Was ist Rolando von Beruf?

Er ist Bauingenieur. Ich brauche also keine Angst zu haben, dass er mir mein Glitzerkleid klaut.

Mit "Zarah ohne Kleid" bist du gerade auf großer Tournee. Rainer Bielfeldt wird dich auf dem Klavier begleiten wie damals vor 20 Jahren. Wie ist es, wieder mit seinem "Ex" zu arbeiten?

Toll, wir verstehen uns blind. Das war damals eine tolle Begegnung, wir sind ja auch privat ein Paar gewesen. Es herrscht zwischen uns eine große Vertrautheit, eine große Freundschaft. Es ist wunderbar, das zu erleben. Das gibt diesem Chansonabend eine wunderbare Harmonie.

Und Nostalgie? Was hat das Publikum zu erwarten?

Wir konzentrieren uns auf die Evergreens von Zarah Leander, aber auch auf Lieder, die nicht so bekannt geworden sind, die sie aber sehr stark charakterisieren. Das wird ein Abend der großen Gefühle.

Zarah Leander war eine starke Wodka-Trinkerin. Die Operette "Wodka für die Königin" wurde extra für sie geschrieben. Heißt es bei dir "Champagner für den Prinzen"?

(lacht) Ich trinke auch ab und zu mal einen Wodka, aber nicht so am Stück wie die Leander und andere Diseusen. Ich genieße lieber ein Glas Wein oder ein Bierchen. Und mein Mann Rolando macht mir manchmal eine schöne Thermoskanne Mojito. Den nehme ich dann mit ins Theater.

Mit 17 ist dir mit "Zarah ohne Kleid" der große Durchbruch gelungen. Fühlst du dich als eine Art Enkel von Zarah Leander?

Du wirst lachen, ich dachte immer, das ist meine Großmutter, als ich sie als Kind im Fernsehen gesehen habe. Meine Großmutter war Norwegerin und hatte denselben Sprachduktus wie Zarah. Sie war auch so eine Grand Dame. Zarah war für mich eine Familienangehörige. Und sie wurde mir zur Chanson-Lehrerin. Wie man Lieder interpretieren kann, das hab ich letztendlich von ihr gelernt. Also bin ich ihr zu Dank verpflichtet. Aber ich sehe sie natürlich auch kritisch.

Du meinst ihre Rolle im Dritten Reich?

Ja, ihren Umgang mit Nazi-Deutschland, den werden wir nicht ausblenden. Sie hat das ja immer weggewischt und sich als "politische Idiotin" bezeichnet. Sie hat auch nicht Farbe bekannt, als ihr Textdichter Bruno Balz ins Gefängnis kam, weil er schwul war.

Wie, glaubst du, werden deine vielen Fans reagieren, wenn sie erfahren, du bist nun vergeben? Ob Mann oder Frau, jung oder alt, alle schmachten sie dich doch an, wenn du auf der Bühne stehst wie der schöne Tadzio in "Der Tod in Venedig", unerreichbar. Diese Unschuld ist jetzt weg.

(lacht schallend) Ach Gottchen, das ist ja ganz rührend. So weit denke ich ja gar nicht. Ich bin einfach nur glücklich, dass ich einen tollen Mann habe.

Hast du seit deiner Heirat neue Talente als Hausmann entdeckt?

Ich musste mich immer selbst verpflegen. Das lasse ich nun auch meinem Mann angedeihen, wobei Rolando gar nicht so scharf darauf ist. Er kann selbst sehr gut kochen. Außerdem sind wir ständig auf Reisen. Wenn wir in Berlin in unserer Wohnung sind, dann verwöhnen wir uns ausgiebig.

Bist du jetzt gutbürgerlich geworden?

(lacht) Da muss ich erst mal darüber nachdenken. Ich finde eine gewisse Verrücktheit ganz gesund. Zu normal wollen wir ja auch nicht werden, schon gar nicht spießig. Aber man muss nicht auf Teufel komm raus anders sein wollen als all die anderen.

Tourdaten "Zarah ohne Kleid":
Bis 4.5. Berlin (Tipi-Zelt), 10.-12.5. Weimar (Kösteritzer Spiegelzelt), 16./17.5. Dortmund (Konzerthaus), 19./20.5. Köln (Gloria), 21.5. Wuppertal (Rex Theater), 23.5. Würzburg (Bockhorn Theater), 24./25.5. Koblenz (Café Hahn), 27./28.5. Erlangen (E-Werk), 25.6. Berlin (BKA), 27.6. Kiel (Krusenkoppel), 28./29.6. Flensburg (Orpheus Theater), 30.6. Lutterbeck (Lutterbecker), 1. & 4.7. Sylt (Meerkabarett), 9.7. Remagen (Bahnhof Rolandseck), 15./16.7. Zürich (Kaufleuten), 17.7. Bregenz (Seelax Festival), 2.-4.9. Köln (Senftöpfchen), 5.9. Aachen (Jacobshof), 8.9. Altenkirchen (Westerwald Spiegelzelt), 21.-23.9. Leipzig (Funzel).



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